Teelicht: Umweltschädlich

Nach stressigen Tagen, sei es auf der Arbeit, im Homeoffice, der Uni oder dem Alltag, lässt es sich bei ein wenig Kerzenschein am Abend leicht relaxen. Besonders in der dunklen und kalten Jahreszeit schenkt das Kerzenlicht gemütliche Wärme. Doch die Kerze, insbesondere das Teelicht, ist nicht sehr umweltfreundlich. Lebejetzt informiert über die Schattenseiten des kleinen Lichtes.

Teelicht umweltschädlich

Kerzenlicht und Kerzenduft bereiten ein Gefühl von Heimlichkeit. Sie laden dazu ein zu relaxen und den Körper herunterzufahren. Jede/r Deutsche/r lässt jährlich rund 2,4 Kilogramm Kerzen abbrennen.
Zwar scheinen Kerzen als umweltfreundliche Alternative zu Lampen, da sie keinen Strom verbrauchen. Doch der nachhaltige Schein der Kerze trübt jedoch gewaltig. Erfahre nachfolgend mehr über die Schattenseiten.

Paraffin

Das Wachs der meisten Kerzen auf dem deutschen Markt wird aus Paraffin gewonnen. Dies ist ein Nebenprodukt, welches bei der Erdölgewinnung entsteht, und deshalb auf keiner Weise nachhaltig ist.

Stearin

Eine Alternative zu Paraffin, ist Stearin. Dieses kommt den Eigenschaften von Paraffin sehr nahe und ist daher auch zum Erzeugen von Kerzenwachs geeignet. Auf den ersten Blick wirkt Stearin umweltfreundlicher als Paraffin. Jedoch wird Stearin aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen. Es wird zumeist aus Palmöl hergestellt. Der große Skandal in diesem Fall ist, dass dafür jährlich große Flächen an Regenwäldern gerodet werden, welches man indirekt mit dem Kauf von Stearin enthaltenen Kerzen unterstützt

Aluminium

Im Vergleich zu Kerzen, welche zwar auch einen bitteren Nachgeschmack aufgrund des Paraffins oder Stearins haben, sind Teelichter mit noch einem weiteren erheblichen Problem verbunden: Sie werden zum Großteil mit einer Aluminiumhülle ummantelt, welche nach nur wenigen Stunden Gebrauch in den Müll wandert und dadurch keineswegs umweltfreundlich ist. Denn die Gewinnung von Aluminium verlangt der Natur einiges ab. Aluminium findet man in dem Erz “Bauxit” vor. Um die Aluminiumteile von dem Bauxit abzuspalten, wird Natronlauge verwendet. Der dabei entstehende Schlamm ist voll von giftigen Chemikalien, welche der Umwelt schaden. Außerdem werden für die Gewinnung des Palmöls häufig große Flächen des Regenwalds gerodet.

All dieser Aufwand wird betrieben, damit die Aluminiumhüllen nach kurzen Gebrauch, sprich bis das Teelicht abgebrannt ist, im Müll landen. Dadurch haben diese keine lange Lebensdauer. Um die Umweltschädlichkeit ein wenig zu reduzieren, sollte man darauf achten, die Aluminiumhülle zum recyclen in den gelben Sack zu werfen oder alternativ, mit Hilfe von Wachsresten neue Kerzen in die Aluminiumhülle zu gießen.

Alternativen zu den Aluminiumhüllen sind Edelstahl oder Glasteelichter. In diese können immer wieder hüllenlose Teelichter hineingestellt werden. Dadurch reduziert man den Verbrauch des Aluminiums. 

Teelichter ohne Aluminium

Biomasse

Eine Alternative zu Paraffin und Palmöl stellt Biomasse dar. Diese verwendet lediglich Abfallfette aus nachwachsenden Rohstoffe zur Erzeugung des Wachses. Die Umweltschädlichkeit verringert sich, da keine fossilen Brennstoffe in Verwendung sind.

Sojawachs

Sojawachskerzen sind oft hochwertiger als Kerzen aus Paraffin und brennen besser bzw. gleichmäßiger sowie langsamer ab. Das Sojawachs gewinnt man aus dem Sojaöl, welches sich unter hohem Druck zu einer wachsartigen Masse verformt. Ein weiterer umweltfreundlicher Punkt ist, dass Sojawachs sogut wie keinen Ruß freisetzt, wenn die Sojakerze herunterbrennt. Allerdings wird Sojawachs hauptsächlich in den USA angebaut, wodurch es für den deutschen Markt, aus ökologischer Sicht, nicht attraktiv ist. 

Rapswachs

Eine Alternative zu Sojawachs und somit für den europäischen Markt, stellt Rapsöl dar. Aus Rapsöl kann Rapswachs gewonnen werden, welches ähnliche Eigenschaften wie das Sojawachs aufweist. 

Bei beiden Wachsen gilt die Nachhaltigkeit allerdings nur sofern Gentechnik keine Verwendung findet.

Bienenwachs

Die wohl umweltfreundlichste Weise, eine Kerze bzw. Teelicht zu erzeugen, ist Bienenwachs. Wenn der Honig durch die Arbeit von lokalen Bienen gewonnen wird, spielt nichtmals die Verschmutzung durch den Transport negativ ein. Ein weiterer Vorteil des lokalen Imkers ist, dass die Verbindung zu den Bienen oftmals inniger ist und man somit dem Wohl der Bienen mehr Beachtung schenkt. 

Teelicht im Glas aus Bienenwachs

LED-Kerze

LED Teelichter sind kein nachhaltiger Ersatz für die herkömmlichen Teelichter, da diese mit Batterien oder Knopfzellen betrieben werden, um die LED Kerze zum Scheinen zu bringen. Diese Batterien oder Knopfzellen bestehen aus vielen verschiedenen, wertvollen Rohstoffen, welche schlussendlich auch der Umwelt schaden und dies möglicherweise sogar in einem höheren Ausmaß als Wachs. 
Abgesehen von dem Wachs, welcher der Hauptbestandteil der Kerze ist, sind auch die Rußpartikel, welche sich beim Abbrennen der Kerze bilden, nicht sehr umweltfreundlich.

Um bei dem Erwerb einer Kerze auf die Qualität zu achten, kann man sich an dem RAL-Siegel orientieren. Hersteller müssen ein bestimmtes Aufnahmeverfahren in die Gütegemeinschaft Kerzen e.V. bestehen. Danach überprüft die DEKRA die Kerzen und stattet diese ggf. mit dem Siegel aus. Dabei werden unter anderem das Abbrandverhalten, die verwendeten Rohstoffe sowie Emissionen untersucht.

Fazit

Kerzen erzeugen eine warme und besinnliche Atmosphäre. Doch die Stimmung ist ein wenig getrübt, wenn man die Inhaltsstoffe des Wachses, die Erzeugung sowie die Aluminiumhüllen beachtet. Man muss sich jedoch nicht sorgen und auf den Kerzenschein verzichten. Es gibt einige Wachs-Alternativen, welche der Umwelt nicht so stark schaden. Bienenwachs ist an dieser Stelle unser klarer Favorit. Auch kann man hüllenlose Teelichter kaufen und diese in Glas- oder Edelstahl-Kerzenhalter setzen.