“Sammler sind glückliche Menschen!” – Vielfliegerprogramme laden zum Meilen sammeln ein!

Johann Wolfgang von Goethe wäre demnach vielleicht auch ein eifriger Meilensammler gewesen. Und wer sammelt nicht gerne, wenn dies unverbindlich und ohne zusätzliche Kosten möglich ist? Meilen sammeln beim Fliegen ist seit fast 40 Jahren weltweit Gang und Gebe. Bist du bereits am Meilen sammeln oder denkst darüber nach, dich bei einem solchen Vielfliegerprogramm anzumelden? Nachfolgend zeigen wir dir, welche Vor- und Nachteile ein solches Treueprogramm der Fluggesellschaften mit sich bringt!

Vielfliegerprogramme gibt es seit 1979

Das erste Programm, welches dem heutigen Vielfliegerprogramm ähnelt, wurde von der amerikanische Fluggesellschaft Texas International Airlines in 1979 ins Leben gerufen. So wurden damals Kunden erstmals für Ihre Treue belohnt, als die von ihnen zurückgelegten Flugdistanzen von Texas International Airlines mit Prämien belohnt wurden. Das kurz darauf am 1. Mai 1981 gegründete AAdvantage Vielfliegerprogramm der American Airlines brachte das Konzept jedoch erst richtig ins Rollen. So erkannte der damalige Chef von American Airlines, Robert Crandall, dass 5% seiner Kunden für 40% des Firmenumsatzes verantwortlich sind. Dies hatte zur Folge, dass andere Fluggesellschaften seinem Beispiel folgten, um Kunden besser an deren Firma zu binden. So boten kurz darauf auch Delta und United Vielfliegerprogramme an. Seitdem hat sich viel auf dem Markt getan. Einige Airlines haben sich zu Luftfahrtallianzen zusammengeschlossen, welche dem Kunden mehr Flexibilität beim Meilensammeln ermöglichen, da dieser nicht mehr an eine einzelne Fluggesellschaft gebunden ist, sondern stattdessen eine größere Auswahl an Fluggesellschaften sowie Abflugs- und Ankunftsflughäfen angeboten bekommt. Weitere Sektoren, wie Bahn und Hotel, haben mittlerweile ebenso Treueprogramme ins Leben gerufen.

Von Silber über Gold zu HON Circle Status

Die Anmeldung bei einem Vielfliegerprogramm erfolgt kostenfrei. Finanziell hast du somit nichts zu verlieren. Der Gedanke der Fluggesellschaften ist hier, dass der Kunde sich aufgrund von Meilen lieber an deren Firma bindet, selbst wenn dies bedeuten würde, dass der Kunde nicht automatisch nach dem günstigsten Flug greift. So könntest du als  Kunde zum Beispiel dazu geneigt sein, einen teureren Flug bei der Fluggesellschaft zu buchen, bei welcher du im Vielfliegerprogramm registriert bist, da die lockenden Meilen das günstigere Angebot einer anderen Fluggesellschaft übertrumpfen. Doch hier ist Vorsicht geboten: Die angebotenen Prämien enthalten oft Kleingedrucktes und Meilen können schnell verfallen, wenn diese nicht innerhalb eines bestimmten Zeitraums genutzt werden sowie starken Abwertungen unterliegen. Aufgrund der fehlenden Stabilität solltest du Meilen daher niemals mit echter Währung gleichsetzen.

Von der Fluggesellschaft werden die zurückgelegten Meilen elektronisch gespeichert. Die Anzahl der gesammelten Meilen hängt von der Buchungsklasse und der Flugstrecke ab. So werden in der Regel mehr Meilen gutgeschrieben, je länger die Strecke und je höher die Buchungsklasse ist. Nach dem Erreichen einer bestimmten Meilenanzahl erhält der Kunde dann einen speziellen Mitgliederstatus sowie Prämien in Form von Freiflügen, Upgrades in Buchungsklassen, Ermäßigungen für Hotels oder Restaurants, mehr Freigepäck, bevorzugte Gepäckbehandlung, Zutrittsberechtigung in Flughafen-Lounges oder Sachleistungen. Die Bedingungen, um einen gewissen Mitgliederstatus zu erhalten, variieren je nach Fluggesellschaft. Hier lässt sich jedoch allgemein sagen, dass der Statuserwerb ebenfalls auf Basis der Anzahl der zurückgelegten Meilen erfolgt. So kann man beispielsweise Silber, Gold oder den berüchtigten HON Circle Status der Lufthansa erreichen, welcher einem dann ganz spezielle Vorteile verschafft. Als HON Circle Mitglied könntest du beispielsweise den luxuriösen 1st-Class Terminal der Lufthansa in Frankfurt nutzen und per Limousine vom Terminal zum Flugzeug gefahren werden. Um diesen piekfeinen Status zu erhalten, müsstest du jedoch 600.000 Meilen pro Jahr im Netz des Vielfliegerprogramms der Lufthansa fliegen. Hier werden normale Economy-Flüge nicht einmal angerechnet. Stattdessen werden nur Meilen gezählt, welche via Business oder 1st Class angetreten werden. Somit wird leider die überwiegende Mehrheit aller Meilensammler niemals den HON Circle Status erreichen.

Mit Prämien kann man sich selbst eine Freude machen oder etwas Gutes tun

Aber selbst wenn du keine 600.000 Meilen pro Jahr in der Business oder 1st Class fliegst, stehen attraktive Prämien und Vorteile mit einem Vielfliegerprogramm zur Verfügung. So können angesammelte Meilen in teilnehmenden Shops in Flughäfen, wie beispielsweise in München oder Heathrow, ausgegeben werden. Eine weitere Alternative ist, das gewünschte Produkt vor einem bevorstehenden Flug aus einem Online-Katalog der Flugzeuggesellschaft auszusuchen und zu buchen. Während des Fluges wird einem das Produkt dann vom Flugpersonal übergeben. Falls du deine Meilen nicht benutzen magst oder kannst, oder falls dir Meilen zum gewünschten Produkt fehlen sollten, kannst du es in Erwägung ziehen diese zu spenden! So bieten einige Vielfliegerprogramme die Möglichkeit an, angesammelte Meilen an weltweite Hilfsprojekte zu spenden.

Falls du dich, um deinen nächsten Flug von Economy auf Business upgraden zu können, für ein Vielfliegerprogramm interessiert, sei dir über Folgendes bewusst: Leider ist ein Upgrade nicht ganz so einfach, wie es sich anfänglich anhört. Denn hier gelten gewisse Bedingungen der jeweiligen Fluggesellschaft. So kann man gegebenenfalls, trotz ausreichend angesammelter Meilen, seine Buchungsklasse nur dann auf Business upgraden, wenn man bereits über ein EconomyFlex Ticket verfügt. Ein normales Economy-Ticket hingegen ist oftmals nicht ausreichend. Für den erwartungsvollen Kunden kann das eine echte Enttäuschung darstellen, da ein EconomyFlex-Ticket fast genauso teuer sein kann, wie ein Business Class Ticket. Falls man seine Meilen für einen Prämienflug eintauschen möchte, gilt zu beachten, dass eventuell Zuschläge und Zuzahlungen, wie Treibstoffzuschlag, Flughafen- oder Sicherheitsgebühren, anfallen können. Die anfallenden Kosten können dabei je nach Fluggesellschaft stark schwanken. Ein Prämienflug ist somit alles andere als kostenlos. Gegebenenfalls lohnt es sich nachzuschauen, ob man seine Meilen bei Partnergesellschaften der Fluggesellschaft einlösen kann. Diese haben oft niedrigere Zuzahlungen als der eigentliche Mutterkonzern.

Fazit

Vielfliegerprogramme stellen eine Win-win-Situation dar: Während die Fluggesellschaft sich über eine stärkere Kundenbindung freut, erhält der treue Kunde im Gegenzug Zugang zu speziellen Prämien und Vorteilen. Insbesondere wer berufsbedingt oft fliegt oder mit dem Flugzeug quer über den Globus auf Reisen geht, der kann sich über die potentiellen gratis Vorteile freuen. Egal ob Miles&More, MileagePlus oder SkyMiles, die Beantragung einer Vielfliegerkarte erfolgt umsonst. Daher lohnt es sich immer, diese in Anspruch zu nehmen und bei jeder Reise Meilen zu sammeln. Welche Prämien angeboten werden und auf welcher Basis Meilen angerechnet werden, hängt jedoch von der jeweiligen Fluggesellschaft ab. Jedes Vielfliegerprogramm hat seine Stärken und Schwächen, welche sich je nach deinem Flugverhalten mehr oder weniger bemerkbar machen.

Mit etwas Glück, erhältst du einen Rabatt auf dein Lieblingsparfum, deinen nächsten Hotelaufenthalt oder der ursprünglich gebuchte Economy-Flug wird in der Business-Class angetreten. Falls du nicht genügend Meilen sammeln kannst, besteht die Möglichkeit diese zu spenden oder, im schlimmsten Fall, verfallen zu lassen.