Minimalismus – Wie man als Student minimalistischer leben kann

Weniger Konsum, mehr Leben. Minimalismus bedeutet, ohne Ballast zu leben. Ballast hat für jeden Menschen eine andere Definition, von materiellem Überfluss, bis hin zu negativen Beziehungen. Beim Minimalismus geht es darum, nur mit dem Nötigsten zu leben und sich dem zu widmen, was im Leben wichtig ist. Minimalisten versprechen sich durch diesen Lebensstil mehr Leichtigkeit und Freude am Leben.

Unsere Konsumgesellschaft

In deutschen Haushalten herrscht kein Mangel. Jeder Haushalt besitzt im Schnitt drei Telefone, ein bis zwei Flachbildschirm-Fernseher und etwas mehr als ein Auto. Zudem stehen in jedem Haushalt rund 37 Unterhaltungs-Elektrogeräte. Gegen Langeweile ist heutzutage ausgesorgt. Aber unser Konsum, der nicht nur in Deutschland oder den USA weit über dem Durchschnitt liegt, kann uns selber auf lange Sicht zum Verhängnis werden, wir selbst schädigen unsere Lebensgrundlagen. Wer sich kritisch mit dem Konsumverhalten auseinandersetzt, wird feststellen, dass Käufe oft nur zur Ersatzbefriedigung dienen und lediglich einen kurzen Kick der Freude verschaffen.

Durch einen übermäßigen Konsum in diversen Bereichen verschwenden wir viele wichtige Ressourcen, welche in Zukunft immer knapper werden. Die natürlichen Ressourcen der Erde werden nicht mehr lange für alle Menschen ausreichen, wenn ein Konsumverhalten wie das Aktuelle bestehen bleibt.

Um dem entgegenzuwirken, versuchen sich heutzutage immer mehr Menschen an einem minimalistischen Lebensstil, aber wie fängt man überhaupt an, minimalistischer zu sein?

Der erste Schritt ins minimalistische Leben

Das Wichtigste, um einen neuen Lebensstil aufzunehmen, ist, ein klares Mindset zu haben, welches dich motiviert und dir vor Augen führt, warum du diesen Lebensstil annehmen solltest und möchtest. Durch eine veränderte Geisteshaltung kannst du einzelne Lebensbereiche hinterfragen, minimieren und somit mehr Klarheit in deinem Leben schaffen.

Um in einen minimalistischen Lebensstil einzusteigen, gehört ein wenig Überwindung dazu. Du brichst schließlich aus deiner normalen Umgebung aus und trennst dich von Dingen, die vorher im alltäglichen Gebrauch waren. Um den Trennungsvorgang zu vereinfachen, gibt es verschiedene Methoden. Eine dieser Methoden ist die KonMari-Methode, welche auf drei Schritten basiert. Hierbei wird der ganze Besitz nach Kategorien aussortiert und hinterfragt, ob es einen Mehrwert und Sinn im Leben des Besitzers hat oder unnötiger Konsum ist. Eine weitere Möglichkeit in das minimalistische Leben einzutauchen, ist das Projekt 333. Bei diesem Projekt wird der Kleiderschrank auf 33 Teile minimiert, die für 3 Monate verschieden kombiniert und getragen werden.

Aber nicht nur dein Besitz kann aussortiert werden. Auch ein digitaler Detox kann sehr befreiend sein. Dein Smartphone, dein E-Mail-Ordner oder deine Social-Media-Accounts können sortiert, ausgemistet und aufgeräumt werden.

Minimalismus greift auch im finanziellen Bereich ein. Dabei werden alle Ausgaben geprüft und hinterfragt. Dabei solltest du auch Verträge überprüfen. Gibt es günstigere Alternativen? Beispielsweise kann ein Stromvergleich oder KFZ Versicherung Vergleich helfen, Kosten gezielt zu reduzieren? Man sollte an dieser Stelle insbesondere Ausgaben überprüfen, die man nicht bewusst tätigt. Abos sind beispielsweise unbewusste Geldschlucker. Somit reicht der Minimalismus über die klassische Sparsamkeit im Haushalt hinaus.

Auch im allgemeinen Alltag kann man die persönliche Routine minimalisieren. Unerwünschte Treffen absagen, unbekannte Anrufe ignorieren und unerfüllte Aktivitäten sein lassen, somit befreist du auch deinen Alltag von Stress.

Tipps zum minimalistischen Leben

Mit ein paar Tipps und Tricks kannst auch Du zum Minimalisten werden. Beginne damit, eine einmonatige Konsumdiät zu machen, in welcher du ausschließlich lebensnotwendige Dinge kaufst. Wenn du einen Rhythmus gefunden hast, auf unwichtige Dinge zu verzichten, kannst Du damit anfangen, jeden Monat 10 Sachen auszusortieren, die du nicht mehr brauchst, nicht mehr magst oder nicht oft genug verwendest. Aussortieren heißt auch nicht direkt wegschmeißen. Dinge, die keine Verwendung mehr für dich haben, kannst du verkaufen und somit sogar Geld verdienen.

Ein weiterer Tipp, um nicht in alte Gewohnheiten zurückzufallen ist, für jeden gekauften Gegenstand einen anderen Gegenstand gehen zu lassen. Somit denkst du nicht nur zweimal über einen Kauf nach, sondern verhinderst auch eine erneute Ansammlung an unwichtigen Materialien.

Stelle dir außerdem immer wieder die Frage, wann du dieses Kleidungsstück das letzte Mal getragen hast oder wann du diesen Gegenstand das letzte Mal benutzt hast. Auch im Badezimmer finden sich meist mehr Kosmetikartikel als nötig. Miste deinen Badezimmerschrank aus, wirf alte Shampoos oder Duschgels weg und greife stattdessen nur zu deinen gewohnten Pflegeprodukten. Idealerweise verzichtet man gänzlich auf Plastikverpackungen im Badezimmer 

„Wer immer billig kauft, kauft häufig doppelt.“ Investiere lieber in Materialien, die langfristig von Nutzen sind und greife auf hochwertige Produkte zurück, um einen Nachkauf zu vermeiden.

Fazit

Der Minimalismus ist eine hilfreiche Gegenwirkung, um unsere Konsumgesellschaft zu stoppen. Durch einfache Tipps und Tricks kann jeder den minimalistischen Lebensstil für sich entdecken, ausprobieren und in sein Leben etablieren. Selbst kleine Schritte gelten als Fortschritt, ein Blick in den Schrank und der Gedanke, etwas aussortieren zu müssen sind ein erster Schritt gegen den Konsum. Methoden wie die KonMari-Methode oder Projekt 333 können dir dabei helfen.