Grüner Osterhase – wie du dein Osterfest nachhaltig gestalten kannst

Wie jedes Jahr zur Osterzeit heißt es auch dieses Jahr wieder: Eier einfärben, Schokolade naschen, und das Haus sowie den Garten osterlich dekorieren. Viele Deutsche zieht es jedes Jahr um Ostern für ein paar Tage in den Urlaub, denn schließlich muss man die Feiertage ja bestmöglich nutzen. Bei all den verbrauchten Lebensmitteln und eventuell zurückgelegten Kilometern stellt sich die Frage: Geht dies auch nachhaltiger? Wir zeigen dir nachfolgend alles rund um nachhaltige Osterfeiertage.

Osterdekoration

Egal ob Osterglocken, Weidenkätzchen, Hyazinthen, oder Krokusse: Wer gerne Blumen als Osterdekoration kauft, der könnte diese dieses Jahr mit Blumen aus dem eigenen Garten oder Balkon ersetzen. Diejenigen, die nicht über diese Möglichkeit verfügen und dennoch nicht auf die farbenfrohe Dekoration verzichten möchten, können ihre Blumen selbstverständlich beim Händler kaufen. Hier sollte man darauf achten, dass die Blumen aus einem lokalen Anbau kommen und nicht allzu viele Kilometer hinter sich gelegt haben. Wer gerne bastelt oder Kinder hat, welche gerne Schere und Kleber in die Hand nehmen, der wird mehr Spass daran haben, kreative Dekorationen selbst zu basteln anstelle diese mit viel Verpackung und Transportwegen im Großhandel zu kaufen.

Schokoladenosterhasen

Sobald die Weihnachtsleckereien und Silvesterkracher aus den Regalen geräumt werden, erhalten die Osternaschereien Einzug in unsere Lebensmittelgeschäfte. Wer hier gerne die Familie (oder sich selbst) mit Schokolade eindeckt, der sollte auf Klasse statt Masse setzen. Halte nach Fairtrade Produkten Ausschau, denn die Zutaten für unsere beliebte schokoladige Naschereien kommen fast ausschließlich aus ärmeren, wirtschaftlichen schwachen Ländern. Auch wenn diese etwas teurer sind als gewöhnliche Schokolade, bei Fairtrade-Produkten wird darauf geachtet, dass für deren Produkte weder Land noch Menschen ausgebeutet werden.

Beim Schokoladenkauf sollte man selbstverständlich auch ein Auge auf die Liste der Inhaltsstoffe werfen. In der Regel lässt sich hier sagen: Je kürzer diese ist, desto besser – so lassen sich fragwürdige Inhaltsstoffe, wie beispielsweise unerwünschte Farb- und Konservierungsstoffe, einfacher erspähen. Ebenso sollte man besonders darauf achten, dass kein Palmöl in den Inhaltsstoffen zu finden ist. Dunkle Schokolade ist zudem auch häufig vegan!

Ostereier

Beim Kauf der Ostereier ist generell von bereits vorgefärbten Ostereiern abzuraten. Diese sind nicht nur mit künstlichen Farben behandelt worden, um deren knallige Farbe zu erzielen, sondern kommen auch aus nicht-ethisch-vertretbaren Käfig- oder Bodenhaltungen.

Wesentlich unbedenklicher hingegen ist es, seine Bio-Eier selbst zu kaufen und diese anschließend selbst einzufärben. Hier bieten sich besonders weiße Eier an, da sich diese schöner färben lassen als braune Eier. Beim Kauf der Farben sollte man dann darauf achten, dass diese keine Inhaltsstoffe beinhalten, welche Unverträglichkeitsreaktionen auslösen können. Hierzu zählen zum Beispiel die folgenden Farbstoffe:

  • E 102 (Tartrazin),
  • E 110 (FD&C Yellow Nr. 6 , Gelborange S, Sunsetgelb FCF; gelborange),
  • E 122 (Azorubin, Carmoisin),
  • E 124 (Cochenillerot A, Ponceau 4R),
  • E 129 (Allurarot),
  • E 104 (Chinolingelb) oder
  • E 127 (Erythrosin).

Am unbedenklichsten sind Farben auf Pflanzenbasis. Diese lassen die Eier zwar farblich nicht so knallen, wie es künstliche Farben tun, jedoch sind diese -solang keine Allergie besteht- 100% unbedenklich für die Gesundheit. Hierzu eignen sich zum Beispiel natürliche Pflanzen wie Rotkraut, Rote Beete, Rote Zwiebeln, Kurkuma, Spinat, Brennnesselblätter, Matcha Tee, oder Heidelbeersaft.

Osternest

Wer die selbstgefärbten, bunten Ostereier dann gerne verstecken möchte, tut dies für gewöhnlich in einem Osternest. Diese werden oft aus Plastik hergestellt und anschließend mit buntem, künstlichen Ostergras ausgelegt. Nach einmaliger Anwendung werden diese dann in der Regel direkt entsorgt und verursachen somit unnötigen Müll. Eine schöne Alternative ist ein essbares oder recycelbares Osternest! Für ein essbares Osternest kann man dieses zum Beispiel aus Germteig herstellen und im Anschluss mit Kresse als Ostergras-Ersatz auslegen. Ebenso dekorativ anzusehen ist ein recycelbares Osternest, welches man aus gesammelten Zweigen basteln und mit Moos auslegen kann. Man kann dann je nach Belieben noch die nachhaltigen Osternester mit gesammelten Blumenblüten verzieren und dekorieren.  

Karfreitag-Fisch

In vielen Haushalten wird immer noch traditionell Fisch am Karfreitag serviert. Wer diese Tradition pflegen will, sollte darauf achten, dass der Fisch aus einer nachhaltigen Fischzucht kommt. Welcher Fisch sich hier besonders eignet, lässt sich in der praktischen Übersicht des World Wildlife Funds (WWF) ersehen.

Osterfeuer

Für viele ist das Osterfeuer eine ebenso österliche Tradition. Achte darauf, dass das Holz und andere Brennmaterialien erst direkt vor dem Anzünden zusammengetragen werden. Ansonsten kann es sein, dass Häschen, Mäuschen oder andere Kleintiere das angehäufte Holz bereits als Unterschlupf zum Schlafen oder Brüten auserkoren haben. Oft suchen Kleintiere nach solchen Unterschlupfmöglichkeiten und werden dann von dem plötzlichen Feuer überrascht.

Geschenkidee

Falls Schokolade und Ostereier für Familie und Freunde als Geschenk nicht ausreichend sind, kann man diese mit selbstgemachten Leckereien, wie beispielsweise einem Glas mit selbstgemachtem Pesto oder Marmelade, überraschen. Eine ebenso schöne Aufmerksamkeit könnten selbstgemachte, nachhaltige Pflegeprodukte sein, wie zum Beispiel selbstgemachtes Deodorant oder Shampoo-Seife.

Urlaub

Das Osterwochenende bietet sich für viele Deutsche verständlicherweise für einen Kurzurlaub an – keine Schule, keine Arbeit, also ab geht’s in die Ferien! Oftmals geschieht dies mit dem Auto und so dürfte den meisten der Osterverkehr auf den Autobahnen ein Begriff sein. Ich erinnere mich noch aus meiner Kindheit an die alljährlich verstopfte A5 und die Versuche meines Vaters, “Abkürzungen” über Frankreich in die Schweiz zu fahren, welche sich meistens als Umwege herausstellten (damals noch ganz altmodisch ohne GPS und mit ausfaltbarer Landkarte).

Plant man seinen Osterurlaub etwas vorausschauend, kann man mittlerweile bei der Deutschen Bahn hinsichtlich guter und günstiger Angebote fündig werden. Dies ist schonender für die Umwelt und man erspart sich das mühsame Stop-and-Go auf der Autobahn.

Fazit

Achtet man ein wenig auf Nachhaltigkeit, muss man nicht auf geliebte Traditionen verzichten. Wie oftmals im Leben, lassen sich viele Dinge mit etwas Kreativität lösen. Wir wünschen dir viel Freude, dich auf die Osterzeit vorzubereiten und hoffen, dass unsere nachhaltigen Ideen deine Feiertage auf die ein oder andere Weise bereichern können.