Glasflasche vs. Tetrapak

Wir hatten bereits in der Vergangenheit die Glasflasche mit ihrem Plastiknachkömmling verglichen. Doch wie verhält es sich eigentlich mit dem Tetrapak? Getränke im Tetrapak lassen sich in großer Vielzahl in unseren Supermärkten finden. Doch welche Verpackung hat die bessere Ökobilanz? Wir haben für dich nachgeforscht.

Der praktische Tetrapak

Tetrapak steht mittlerweile als Synonym für Getränkekartons, ähnlich wie Tempos für  Taschentücher. Dies dürfte die Eigentümer des Marktführers freuen, da es für die Bekanntheit von Tetrapak spricht. Getränkekartons sind praktisch, da sie handlich und leicht sind, sich einfach mitnehmen lassen, sei es nach dem Einkaufen im Auto oder gar im Rucksack, wenn man auf Reisen geht. Die Verpackung hat ihre Leichtigkeit den Materialien zu verdanken, mit welchen diese hergestellt wird. Zu den Herstellungsmaterialien gehören Aluminium, Kunststoff und Papier. Das leichte Gewicht des Tetrapaks macht diesen zwar ideal zu transportieren, jedoch geht dies auch mit einem Nachteil einher: Das Recycling von Tetrapaks ist aufgrund deren Materialzusammensetzung nicht ganz so einfach wie zum Beispiel der Fall für Glasflaschen. Ebenso landen Tetrapaks in der Regel in der Gelben Tonne, d.h. um Tetrapaks recyceln zu können, müssen diese auch noch entsprechend aussortiert werden.

Doch wie steht es nun um die Ökobilanz?

Der Vergleich von Tetrapak und Glasflasche hinsichtlich deren Ökobilanz hängt von zwei großen Faktoren ab: Wie oft können diese wiederverwendet werden? Wie weit sind die Fahrwege bzw. wie hoch die damit verbundenen CO2-Emissionen? Zudem ist für den Tetrapak entscheidend, aus welchen Materialien dieser hergestellt wurde und wie dieser nach seiner Nutzung recycelt wird. Bereits im Jahr 2002 veröffentlichte das Umweltbundesamt  diesbezüglich einen Forschungsbericht, aus welchem hervorging, dass Tetrapaks neben Mehrwegflaschen die beste Ökobilanz haben und somit die nachhaltigste Option sind. 

Zwar ist dieser Forschungsbericht nun schon gut zwei Jahrzehnte alt, jedoch kam das Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU) aus Heidelberg in 2018 zu einem ähnlichen Resultat: Die veröffentlichte Studie des IFEU legt dar, dass Tetrapaks eine ebenso gute Ökobilanz haben wie Mehrweg-Glasflaschen. Für Milch liegt der Tetrapak sogar noch vor der Mehrweg-Glasflasche, da Milch, welche in Mehrweg-Glasflaschen verpackt ist, oftmals lange Transportwege zurücklegen muss.

Kritik seitens der Deutschen Umwelthilfe

Die Studie des IFEU erhielt jedoch auch Kritik von der Deutschen Umwelthilfe, da diese nur mit ungenauen Werten gearbeitet hätte, und so beispielsweise Transportwege und Recyclinganteile falsch abgeschätzt wurden. 

Die Deutsche Umwelthilfe schlussfolgert, dass Mehrweg-Glasflaschen dann eine bessere Ökobilanz als Tetrapaks hätten, wenn diese tatsächlich mehrfach verwendet werden würden und weniger als 600 Kilometer an Transportwegen zurücklegen.

Fazit

Ob die Studienergebnisse von 2002 in 2020 noch zutreffen, sei dahin gestellt. Schließlich ist der Anteil an verwendeten Tetrapaks über die Jahre hinweg stetig angestiegen. Dies bemängelte auch die Deutsche Umwelthilfe, welche ebenfalls die Studie des IFEU kritisierte. Die Deutsche Umwelthilfe fordert, dass Tetrapaks, ähnlich wie Getränkedosen, mit einem Pfandsystem versehen werden, damit sich deren Rücklaufquote verbessere. Die beste Wahl scheint unter dem Strich die Mehrweg-Glasflasche zu sein, solange diese aus deiner Region kommt und dadurch nur kurze Transportwege zurücklegen muss. Die nachhaltigste Option bleibt jedoch nach wie vor das praktische Leitungswasser, ganz ohne Verpackung und Transportwege