Fromme Frauen fordern fairen Freiraum

Feminismus, Gleichberechtigung, Frauenquoten – in letzter Zeit waren diese Worte in so gut wie aller Munde, ob nun positiv oder negativ bewertet, sei mal dahingestellt.

Nun hat dieses Thema auch die katholische Kirche erreicht und führt dort zu Problemen, denn Frauen dürfen innerhalb der katholischen Kirche weder Pastorin sein, noch ein anderes Priesteramt übernehmen.

Maria 2.0

Es ist und bleibt ein wenig abstrus: Wenn Reinhard Kardinal Marx als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und oberster deutscher Katholik, aufgrund von Geschäftsterminen nach Berlin fliegt, steuert womöglich eine Pilotin das Flugzeug. Sollte er nach dem Flug Beschwerden haben, wär es möglich, dass ihn eine Ärztin behandelt. Auch im Bundeskanzleramt trifft er auf eine Frau. Nur seinen eigenen Job, den traut er einer Frau offenbar nicht zu, denn seine Anweisung aus Rom ist immer noch klar und deutlich: Frauen dürfen nicht geweiht werden und somit kein Priesteramt ausüben. Basta. Dazu gebe es keinerlei Diskussionen. Wer sich traut, dieses in Frage zu stellen, der riskiere eine ,,Spaltung der Weltkirche” und somit sei ein deutscher Sonderweg keinesfalls möglich.

Doch seit gut einer Woche streiken katholische Frauen gegen diese – doch schon sehr befremdliche – Argumentation. Sie haben ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten niedergelegt, verzichten auf die für sie wichtige Heilige Messe und riefen die Initiative Maria 2.0 ins Leben. Zusammen fordern sie das Diakonat und Priesteramt für Frauen, wollen mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten – und zwar auf allen Ebenen.

Der Streik ist dabei erst der Anfang. Mit Hilfe von lauten Protesten machen die sonst so frommen und fleißigen Frauen auf sich aufmerksam und wollen gehört werden. Agnes Wuckelt, die stellvertretende Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, spricht davon, dass diese Frauen die katholische Kirche in Scharen verlassen werden, wenn die derzeitigen Proteste keinerlei Wirkung zeigen sollten.

Doch die männerdominierte Domäne bleibt standhaft: Dienen dürfen die lieben Frauen der Kirche sehr gern, doch mitentscheiden – das dann doch lieber nicht. Das sollte doch lieber den Männern überlassen werden.

Fazit

Gleichberechtigung innerhalb der katholischen Kirche umzusetzen, ist ein Muss, um die jahrtausendealte Institution zukunftsfähig zu machen. Es geht hier also nicht nur darum, Frauen genauso ernst zu nehmen wie Männer, sondern auch darum, die katholische Kirche gesellschaftlich tragbar zu machen – oder sie wird abgehängt.

Gleichberechtigung ist keine Mode Erscheinung – auch wenn dies momentan manchmal so wirkt. Eine nachhaltige Veränderung in Puncto Gleichberechtigung ist essentiell für die katholische Kirche, um nicht in allzu langer Zeit ohne Mitglieder dazustehen. Wir leben in Deutschland in einer Gesellschaft, die den Biss, die Kompetenz und die Leidenschaft von Frauen zu schätzen weiß – dies sollte die katholische Kirche verstehen, umsetzen und zu guter letzt als ethischen Grundsatz verbreiten.