Die Konservendose

Jeder kennt sie und jeder nutzt sie: Die Konservendose. In jedem deutschen Haushalt ist sie zu finden und spätestens seit der Erfindung der Mikrowelle nicht mehr wegzudenken. Von Fertiggerichten, falls es mal schnell gehen muss, bis hin zu exotischen Früchten, welche man so zu jeder Jahreszeit erwerben kann; fast alles ist in einer Konservendose erhältlich. Vor allem zu Anfang der Corona-Zeit waren die Regale im Supermarkt wie leergefegt. Doch wie umweltfreundlich ist die Metalldose?

Konservendose

Herstellung der Konservendose

Die Geschichte der Konservendose begann 1804 in Paris, wo ein Konditor erkannte, dass man Lebensmittel mit der Sterilisation durch Hitze und dem Aufbewahren in einem Gefäß, haltbar machen kann. Heutzutage wird der Inhalt der Konservendose durch technische Mittel bei Lagerung und Transport vor Mikroorganismen, Schmutz und Luftsauerstoff geschützt.

Bei der Produktion der Blechdose unterscheidet man zwischen der zweiteiligen und der dreiteiligen Dose. Erstere wird als Getränkedose genutzt, die Dreiteilige als Konservendose.

Die Konservendosen bestehen zu großen Teilen aus Weiß- und Aluminiumblech. Weltweit wird ungefähr 70% des hergestellten Weißblechs für die Herstellung von Dosen genutzt. Weißblech ist ein dünnes Stahlblech mit einer Dicke von bis zu 0,49 Millimetern. Die Oberfläche des Bleches wird durch ein Schmelztauchverfahren oder elektrolytisch mit Zinn beschichtet.

Das genutzte Blech wird lackiert, in einem Stahlofen getrocknet und in brauchbare Größen zugeschnitten. Daraufhin wird es in ihre bekannte Röhrenform gestaltet und zum Verschließen wird sie geschweißt oder gebördelt, so dass eine Längsnaht entsteht.

Früher wurde die Dose mit Blei gelötet, um sie zu verschließen. Dies führte jedoch im Unglücksfall zu einer Bleivergiftung, wenn man die in ihr aufbewahrten Lebensmittel verspeiste. Heutzutage werden die Dosen nach der Herstellung mit Inhalt befüllt und durch Bördeln mit Dosenverschließmaschinen, welche bis zu 20 Verschließstationen benötigt, luftdicht verschlossen. Durch die Pasteurisierung und Sterilisation durch Autoklaven, ist die Haltbarkeit garantiert. Zusätzlich haben mittlerweile viele von ihnen auf der Innenseite einen Kunststoffüberzug.

Möglich ist als nächster Schritt eine Außenlackierung, -bedruckung oder -prägung. Damit bei der Verformung das gewünschte Bild klar sichtbar ist, ist der Aufdruck in verzerrter Form aufgebracht.

Konservendose Aluminium

Verwendung der Konservendose 

Die Erfindung der Konservendose vor mehr als 200 Jahren, ermöglicht die Haltbarkeit vieler Lebensmittel über mehrere Jahre hinweg. Typische Lebensmittel hier sind Obst, wie Ananas oder Pfirsiche, Gemüse, vor allem Hülsenfrüchte, Fisch, Wurst, Fertiggerichte mit oder ohne Fleisch sowie Futtermittel für Tiere. 

Um das Aroma und mehr als die Hälfte der Vitamine über viele Jahre zu erhalten, ist es wichtig, die Lebensmittel frisch nach der Verarbeitung abzufüllen. Die Vitamine werden nach ungefähr drei Jahren abgebaut.
Oft sind die Lebensmittel auch nach dem Ablaufen des Mindesthaltbarkeitsdatum genießbar. Dass die Lebensmittel ungenießbar geworden sind, erkennt man oft an der Aufwölbung des Deckels, was durch eine nicht ausreichende Sterilisierung oder sporenbildende Bakterien passieren kann.

Jedes Kind weiß: Metall gehört nicht in die Mikrowelle. Doch seit nicht allzu langer Zeit existieren auch mikrowellengeeignete Dosen. Ein spezielles Verfahren verbindet den Metallkörper mit einem Kunststoffdeckel. In diesem Deckel ist ein Fenster, welches elektromagnetische Mikrowellen durchlassen und so den Inhalt der Dose erhitzen.

Konservendosen Müll

Gesundheit mit Konservendosen

Eine angebrochene Dose sollte man nicht im Kühlschrank aufbewahren. Die bessere Alternative ist, den Inhalt in eine verschließbare Vorratsbox umzufüllen. Grund hierfür ist, dass viele Metalldosen im Inneren eine Schutzschicht besitzen, welche beim Öffnen eine Beschädigung erlangen kann. Außerdem gelangt nun Sauerstoff in die Konserve. Beides führt dazu, dass Zinn sich womöglich vom Material löst und dadurch in die Nahrung gelangt. Dieses Risiko ist zwar gering, allerdings kann Zinn in größeren Mengen die Nieren belasten und Magenbeschwerden verursachen.

Oft sind die Dosen ebenfalls mit Bisphenol A beschichtet. Der Schadstoff kann ebenfalls auf das Essen übergehen und greift den Hormonhaushalt sowohl bei Männern als auch bei Frauen an.

Ein weiterer Punkt ist, dass die Hersteller oft nicht an raffiniertem Zucker, Salz und Konservierungsmitteln sparen. So bleiben beim Dosenessen zwar noch viele Nährstoffe erhalten, doch gesunde Eigenschaften schwinden schnell.

Umweltauswirkung der Konservendosen

Wenn man die Konservendosen in unserem Küchenschrank sieht, muss man sich vor Augen führen, wie viele Schritte es braucht, bis diese bei uns Zuhause ankommen.

Es fängt schon bei der Herstellung des Weißblechs an. Um das Weißblech vor Rost zu schützen, ist eine aufwendige Verzinnung wichtig. Dies ist ein sehr energieintensiver Prozess, der dazu führt, dass die Ökobilanz des Wellblechs schlecht ist – auch im Vergleich zu Alternativen. Die Zahlen im Bezug auf Wasserverbrauch, der Versauerung der Böden, Sommersmog und dem Einfluss auf den Klimawandel erzeugen eine hohe Umweltbelastung. 
Auch die Herstellung von Aluminium ist mit einem hohen Energieverbrauch verbunden und aus ökologischer Sicht untragbar. Viele Getränkedosen bestehen aus Aluminium.

Ein positiver Aspekt im Lebenslauf der Konservendose aus Weißblech ist, dass sie ein richtiger Recycling-Champion ist! Weißblech kann unbegrenzt in den Produktionszyklus zurückgeführt werden, ohne an Qualität zu verlieren. Im Jahr 2018 hatte Weißblech in Deutschland eine Recyclingquote von 90,4 Prozent und übertrifft damit seit 10 Jahren die geforderten Quoten. Durch die Eigenschaft als Metall ist es leicht, die Dose über duale Sammelsysteme aus dem Abfall herauszufiltern.

Getränkedose

Alternativen zur Konservendosen

Vergleicht man die Konservendose mit den Alternativen Glas, PET Einweg und rPET 100% Einweg, schneidet die Konservendose wie oben erwähnt am Schlechtesten ab. Einweg Glas hat aufgrund der hohen Produktionstemperaturen, dem hohen Wasserverbrauch, dem hohen Gewicht und dem hohen Bodenversauerungspotential eine schlechtere Bilanz als die Kunststoffprodukte, schneiden jedoch trotzdem weit besser ab als die Dose. Glas ist geschmacksneutral und undurchlässig. In Deutschland ist aus diesem Grund Babynahrung ausschließlich in Glasgefäßen erhältlich. Nachteile gegenüber dem Konservenglas sind, dass es schwerer und fragiler ist.

Die Kunststoffverpackungen aus PET schneiden im Vergleich am Besten ab. Dies kommt vor allem durch die Leichtigkeit der Verpackungen, welche die Emissionen beim Transport verringert. Außerdem ist eine niedrigere Temperatur bei der Verarbeitung nötig und auch der wiederverwertbare Kunststoff senkt die Umweltbelastungen weiter.

Konservendosen

Fazit

Die Konservendose ist ein wichtiger Bestandteil für Lebensmittelaufbewahrung geworden. Mit den Gedanken an die Umwelt sind wir als Verbraucher nun gefragt. Die Weißblech-Dose lässt sich gut recyceln. Doch dafür ist es wichtig, dass wir unseren Müll sauber trennen! Konservendosen sowie andere Verpackungen aus Metall und Kunststoff, gehören in den gelben Sack. Mit der richtigen Entsorgung, sorgen wir für einen geschlossenen Materialkreislauf und sorgen für das Schonen von knappen Ressourcen. Auf Getränkedosen sollte man allerdings verzichten, wenn einem die Umwelt am Herzen liegt, und stattdessen eher Glasflaschen kaufen.