Wie sich indigene Völker des Amazonas gegen die Zerstörung ihres Regenwaldes wehren

Der Regenwald des Amazonas wird immer weiter zerstört. Vor allem in Brasilien nimmt die Abholzung des Waldes unvorstellbare Maßstäbe an. Dieses Jahr wurden dort mindestens 7900 Quadratkilometer aufgrund der sich ausbreitenden Landwirtschaft zunichte gemacht. Die Zerstörung wirkt sich nicht nur negativ auf das Weltklima und die Umwelt aus, sondern auch auf die indigene Bevölkerung, die den Regenwald ihr Zuhause nennt. Diese organisiert sich nun, um sich der Abholzung des Regenwaldes entschieden in den Weg zu stellen.

Gründe für die sich ausweitende Abholzung im Amazonas

Die Regenwälder des Amazonas werden weiter abgeholzt, um das großflächige Gebiet wirtschaftlich nutzen zu können. So sollen der Bergbau weiter ausgebreitet und große Felder für Soja und Zuckerrohr angebaut werden. Soja wird als Tierfutter im In- und Ausland genutzt. Da der Fleischkonsum global weiter wächst, werden immer größere Flächen benötigt, um den Bedarf zu decken. Zuckerrohr dient vor allem der Produktion von Agrosprit, welcher derzeit an Beliebtheit gewinnt und sich als Alternative zu fossilen Energieträgern etabliert. Die Regenwälder müssen der Produktion dieser nachwachsenden Rohstoffe weichen. Ein Beispiel für die Ausweitung der Abholzungen wird in Brasilien deutig: Dort macht sich die neue Regierung unter Präsident Bolsonaro für die Belange der Ruralistas stark, welche den Regenwald wirtschaftlich nutzen möchten, um mit Hilfe dessen das wirtschaftliche Wachstum Brasiliens anzukurbeln. Bolsonaro verspricht Fortschritt, welcher aber den Verlust des Regenwaldes in Kauf nimmt. Die Arbeiter, die im Amazonas ihren Lebensunterhalt verdienen, freuen sich über die Politik des neuen Präsidenten, welchem sie mit ihren Stimmen maßgeblich zur Macht verholfen haben.

Zusätzlich zu den vom Staat geförderten Abholzungen gibt es auch noch illegale Waldrodungen, die den Regenwald bedrohen. Viele Flächen werden illegal abgeholzt, um mit dem edlen Holz hohe Summen an Geld zu erzielen. In den meisten Fällen kommen die Holzfäller aufgrund von fehlenden Kontrollen unbeschadet davon und können das Holz auch im Ausland teuer verkaufen.

Globale und Lokale Folgen der Abholzung

Die Rodung der Regenwälder trägt entscheidend zum Klimawandel bei. Boden und Bäume binden Kohlenstoffdioxid (CO2), welches wieder freigesetzt wird, wenn die Böden landwirtschaftlich genutzt werden. Des Weiteren zerstören die Rodungen große Teile des Regenwaldes, welche einen wichtigen Teil der grünen Lunge unseres Planeten ausmachen. Die freigesetzten CO2-Emissionen verstärken den Treibhauseffekt und begünstigen folglich den globalen Klimawandel. Brasilien gilt aufgrund der Rodungen als viertgrößter Treibhausgas-Verursacher weltweit.

Darüber hinaus sind die Folgen der Abholzungen auch ganz konkret vor Ort zu spüren. So berichten Bewohner des brasilianischen Staates Rondônia, in welchem 43 Prozent des Regenwaldes abgeholzt wurden, dass das Klima trockener und heißer geworden ist. Auch regnet es hier heute weniger. Nichtsdestotrotz unterstützt die Mehrheit der hier lebenden Bevölkerung den kürzlich an die Macht gekommenen Präsidenten Bolsonaro. Fortschritt und ein gutes Einkommen sind für die hier lebenden Menschen meist wichtiger als Umweltschutz.

Auswirkungen der Abholzung auf die indigene Bevölkerung

Die Abholzungen bedrohen außerdem die indigenen Völker, welche im Regenwald leben. Oft wird nationale Politik gemacht, ohne die Belange der indigenen Bevölkerung zu berücksichtigen, da diese in der Minderheit sind. So werden Wälder abgeholzt und der Bevölkerung ihr Lebensraum genommen. Die dort ansässigen  Stämme, welche meist in Isolation leben, werden vertrieben und enteignet. Da es in den Weiten der Wälder kaum Kontrollen und kritische Beobachter gibt, treten die Verbrechen an den indigenen Völkern nur selten an die Öffentlichkeit. Aufgrund der großen Fläche ist das Gebiet sehr schwierig zu überwachen. Immer wieder machen jedoch Berichte von Massakern an indigenen Stämmen die Runde. Die indigenen Bewohner stehen oft den Interessen der Agrarindustrie oder auch denen von Goldgräbern und Drogenexporteuren im Wege. Mehr Geld müsste in den Schutz dieser Minderheit investiert werden. Außerdem müssten die Schutzzonen für indigene Völker erweitert werden und mehr indigene Stämme umfassen.

Wie sich die indigene Bevölkerung gegen die Waldrodungen wehrt – Ein Beispiel aus Ecuador

Auch in Ecuador werden immer größere Teile des Amazonas abgeholzt. Unglaubliche 70 Prozent des ecuadorianischen Regenwalds wurden an Ölfirmen geleast und es gibt sogar Pläne, noch mehr Land zu versteigern. Die dort lebende indigene Bevölkerung hat sich entschieden, gegen den Landraub vorzugehen. Sie machen dafür von modernen Technologien Gebrauch und kartografieren ihr Gebiet. So können sie die Zerstörungen und ihren Anspruch auf das Land dokumentieren. Des Weiteren wollen sie Diversität in der Region und das Wissen ihrer Stämme für die kommenden Generationen festhalten. Für die Dokumentation einer Fläche von 180.000 Hektar wurden GPS, Kamerafallen und Drohnen genutzt. Auf diese Art und Weise machen sie ihr Leben und den Reichtum des Regenwaldes auch für die übrige ecuadorianische Bevölkerung sichtbar. Die Stadtbevölkerung ist sich oft nicht über die Ausmaße, welche die Abholzungen annehmen und deren langfristigen Schaden, bewusst.

Fazit

Die Waldrodungen im Amazonas nehmen weiter zu und wirken sich negativ auf das globale Klima und die dort lebende indigene Bevölkerung aus. Diese werden durch den Hunger nach Fortschritt vorangetrieben. Wälder weichen Plantagen und Minen. Die indigene Bevölkerung des Amazonas leidet unter dieser Entwicklung und verliert immer größere Teile ihres Lebensraums. Mehrere Völker wehren sich nun gegen diese Entwicklung und dokumentieren die Zerstörungen. Durch die verstärkte Aufmerksamkeit hofft man, dass den Regierungen der an den Amazonas grenzenden Staaten bewusst wird, dass ein intakter Regenwald viel wertvoller ist als schnell verdientes Geld, welches unseren Planeten und die dortige Umwelt belastet. Die Abholzungen müssen unbedingt stoppen!