Waschmittel aus dem eigenen Haus – DIY Waschmittel

In der Vergangenheit haben wir dir bereits gezeigt, wie man sein eigenes Deodorant ganz einfach selbst zuhause herstellen kann. Ganz im Namen des Umweltschutzes sowie zum Schutze der eigenen Gesundheit, möchten wir dir hier noch ein weiteres tolles DIY-Projekt vorstellen: Selbstgemachtes Waschmittel! Wir zeigen dir, warum sich ein Umstieg auf dieses lohnt und welche Schritte nötig sind, um dein eigenes individuell angepasstes Waschmittel herzustellen.

Drum prüfe, was sich ewig bindet

Die Nachteile eines handelsüblichen Waschmittels sind ähnlich denen eines handelsüblichen Deodorants: Eine lange Liste synthetischer Inhaltsstoffe, deren Namen man kaum aussprechen kann und über deren eventuelle gesundheitliche Nebenwirkungen man wenig Ahnung hat. Wir tragen unsere Kleidung nach dem Waschen für mehrere Stunden direkt auf unserer Haut, tagein und tagaus. Somit sollte man sich darüber bewusst werden, welche chemischen Stoffe man mit ruhigem Gewissen für solch lange Dauer an seine Haut lässt. Denn einige der Inhaltsstoffe in herkömmlichen Waschmittel stehen nicht nur im Verdacht unsere Gesundheit negativ zu beeinträchtigen, sondern verunreinigen ebenso unsere Gewässer und sind somit schädlich für unsere Umwelt. Ein weiterer Nachteil eines herkömmlichen Waschmittels, im Vergleich zu selbst hergestelltem Waschmittel, ist dessen hoher Anschaffungspreis. So kann man mit nur 5€ Waschmittel herstellen, welches im Handel in gleicher Menge einem Preis von 80€ entspricht. Durch den höheren Bedarf des im Handel erhältlichen Waschmittels entsteht dementsprechend auch mehr Müll. Wer gerne seinen eigenen Müllberg reduzieren mag, der kann mit selbstgemachtem Waschmittel einiges an weggeworfenen Plastikflaschen und -verpackungen einsparen – das freut die Umwelt!

Auf der Jagd nach den Übeltätern

Viele der Inhaltsstoffe, welche in herkömmlichen Waschmitteln gefunden werden können, sind selbst für unsere Kläranlagen nur schwer abbaubar. Die folgenden Stoffe werden als besonders bedenklich für unsere Umwelt und Gesundheit angesehen:

Sodium laureth sulfate (SLES) und Sodium lauryl sulfate (SLS):

  • SLES und SLS werden für eine Vielzahl von Kosmetik- und Haushaltsprodukten verwendet. Diese sind Emulgatoren und fördern somit die Mischbarkeit der Inhaltsstoffe. Ebenso können diese zu einer gleichmäßigen Verteilbarkeit des Produktes bei dessen Anwendung beitragen. Ein weiterer Grund wieso SLES und SLS jedoch so weitläufig in unseren Haushaltsprodukten verwendet werden, ist deren schaumfördernde Eigenschaft. Da in unserer Gesellschaft weiterhin der Irrglaube besteht, dass eine Menge Schaum mit einer guten Reinigungskraft gleichzusetzen ist, werden SLES und SLS von vielen Herstellern verwendet.
  • SLES kann jedoch die natürliche Schutzfunktion unserer Haut angreifen und diese mehr durchlässig für Schadstoffe machen. Desweiteren können Allergien und Hautirritationen ausgelöst werden.
  • SLS hat als Emulgator ähnliche Wirkungen wie SLES. Jedoch sind dessen Auswirkungen auf unsere Gesundheit etwas anders: Hier besteht die Gefahr von Haut-, Augen- und Atemwegsirritationen, sollten diese mit SLS in Kontakt geraten. SLS ist als potentiell gesundheitsschädlich und toxisch eingestuft.
  • SLS und SLES können sich ebenfalls unter weiteren Namen auf der Inhaltsstoffliste verstecken, wie beispielsweise:
    • Sodium dodecyl sulfate,
    • Sodium coco-sulfate
    • Sodium oleic sulfate
    • Sodium myreth sulfate
    • A13-00356,
    • Monododecyl ester sodium salt sulfuric acid,
    • Aquarex methyl oder aquarex ME
    • Akyposal SDS

1,4-Dioxan:

  • SLES wird in einem chemischen Vorgang hergestellt, welcher Ethoxylation genannt wird. In diesem entsteht 1,4-Dioxan als Nebenprodukt, welches sowohl krebserregend als auch schädlich für Leber und Niere eingestuft ist.
  • Ungefähr ⅔ aller Waschmittel enthalten 1,4-Dioxan.
  • Um 1,4-Dioxan aus dem Weg zu gehen, wird empfohlen, auf Inhaltsstoffe mit den folgenden Wörtern Ausschau zu halten und zu verzichten:
    • Myreth-, -oleth, Laureth, ceteareth, -eth
    • PEG
    • Polyethylene, polyethylene glycol, oder polyoxyethylene
    • -oxynol

Duftstoffe

  • Duftstoffe sind ein besonderes Problem in Hinsicht auf Allergien, welche bei Kontakt ausgelöst werden können. Da Duftstoffe, sei es natürlich oder synthetisch, Proteine enthalten, können diese vom Immunsystem als Fremdkörper erkannt werden und eine entsprechende Abwehrfunktion auslösen.
  • Es gibt sogar Duftstoffe, welche aufgrund deren Gesundheitsbedenklichkeit ab einem prozentualen Anteil von 0,01% gesondert in der Inhaltsstoffliste aufgeführt werden müssen, wie beispielsweise polyzyklische Moschusverbindungen, Citral, Limonene oder Cinnamal.

Phosphate

  • Phosphate werden in unseren Haushaltsprodukten als Weichmacher eingesetzt.
  • Phosphate haben sich, seit der kommerziellen Produktion des Waschmittels in den späten 50er Jahren, als besonderes Problem herausgestellt. Mit zunehmender Beliebtheit der elektronischen Waschmaschine und der damit einhergehenden Verbreitung von Waschmittel wurden dann um 1970 die drastischen Auswirkungen auf unsere Umwelt sichtbar, als es zu Pflanzen- und Tiersterben rund um Seen und Flüssen kam. Phosphate tragen zur vermehrten Algenbildung bei und können somit das ökologische Gleichgewicht vieler Gewässer langfristig zerstören.
  • Während unser Körper Phosphate in einer gewissen Menge für den Stoffwechsel benötigt, kann sich eine überhöhte Dosierung negativ auf Haut- und Muskelalterung auswirken sowie Krankheiten wie Osteoporose, Herzinfarkte und Schlaganfälle begünstigen.
  • Die Bundesrepublik Deutschland sowie weitere Mitgliedstaaten der EU haben seither entsprechende Schritte eingeleitet, um den Phosphatgehalt in unseren Produkten gesetzlich zu regulieren. So dürfen seit 2013 nur noch 0,5 Gramm Phosphor pro Waschmaschinengang und seit 2017 lediglich 0,3 Gramm Phosphor pro Geschirrspülmaschinenlauf verbraucht werden.

Und wie funktioniert das jetzt genau…

…mit der Herstellung?

Zur Herstellung deines eigenen DIY-Waschmittelpulvers wirst du die folgenden Zutaten benötigen:

  • 100 g Kernseife
  • 150 g (Wasch-) Soda
  • 150 g Natron
  • Optional: 5 Tropfen ätherisches Öl
  • Optional: Falls dein Wasser kalkhaltig sein sollte, können zusätzlich 100 g Spülmaschinensalz hinzugefügt werden
  • Optional: Für weisse Wäsche können 100-150 g Zitronensäure hinzugefügt werden

Raspel die Kernseife mit einer Küchenraspel klein und vermische die Raspeln anschließend gut mit dem Waschsoda, Natron und eventuellen Spülmaschinensalz in einem dafür vorgesehenen Behälter. Das ätherische Öl kann dann je nach Bedarf direkt vor dem Waschen zum Pulver hinzugefügt werden.

…mit dem Waschvorgang?

Für einen Waschgang mit normal verschmutzter Wäsche wird 1 EL des Waschmittels benötigt. Sollte die Wäsche etwas stärker verschmutzt sein, dann können 2 EL hinzugefügt werden. Sollte es sich um besonders hartnäckigen Schmutz handeln, kannst du 1 EL des Waschsoda in einem Eimer mit Wasser auflösen und die jeweiligen Kleidungsstücke in diesem über Nacht einweichen lassen. Im Anschluss kannst du die Kleidungsstücke dann ganz normal waschen.

Tipp

Schüttle das Waschmittel vor der Benutzung nochmals kurz durch, damit sich eventuelle Klümpchen auflösen.

Fazit

Der Herstellungsprozess des eigenen Waschmittels ist nur mit einem geringen Aufwand verbunden und kann bedeutend positive Auswirkungen auf die Umwelt, deine Gesundheit und deinen Geldbeutel haben.

Hier nochmal für dich kurz zusammengefasst die Vorteile eines selbstgemachten Waschmittels:

  • Schont die Umwelt und deine Gesundheit
  • Volle Kontrolle über die Inhaltsstoffe
  • Du bestimmst den Duft
  • Günstigere Anschaffungskosten
  • Kein Plastikverbrauch