Umweltschutz: Der vereinte Kampf gegen Plastik

Mit rund 220,5 Kilogramm Plastikverbrauch pro Bundesbürger im Jahr 2016 belegt Deutschland im europäischen Ranking einen Höchstwert. Plastik, welcher seinen Weg in unsere Ozeane findet, Tiere verenden lässt und unseren Planeten verschmutzt. Um diesem trend entgegenzuwirken,  versprechen nun immer mehr Lebensmittelhändler die Verwendung von Plastikverpackungen deutlich zu reduzieren. Wie genau dies umgesetzt wird, welche anderen Projekte sich weltweit im Kampf gegen Plastik engagieren und was du als Einzelverbraucher tun kannst, um den Verbrauch von Plastik zu minimieren, haben wir für dich zusammengestellt.

Lebensmittelhändler und Discounter versprechen eine deutliche Reduzierung

Neben Lidl, Rewe und Edeka kündigte nun auch Aldi an, seine Verwendung von Plastikverpackungen um einen Drittel zu senken. Bereits zuvor hatten Lidl und Rewe bekanntgegeben, den Verkauf von Einweggeschirr zu minimieren oder gar komplett aus dem Sortiment zu nehmen. Rewe versprach, Plastikstrohhalme bis zum Ende des Jahres aus dem Verkauf zu verbannen. Plastikstrohhalme sind an Stränden weltweit einer der häufigst angespülten Plastikabfälle. Ersetzt werden sollen die Plastikstrohhalme durch recyclebare Alternativen aus Papier oder Weizengras. Lidl und Aldi streben außerdem an, einen Großteil der Obst- und Gemüsesorten “lose”, also ohne Plastikverpackungen, zu verkaufen. Diese Versprechen sollten in der breiten Bevölkerung großen Zuspruch erhalten, da bei einer Umfrage der PwC rund 95% der Teilnehmer dafür plädierten, den Verbrauch von Plastikverpackungen weitestgehend zu reduzieren.

Beachtenswerte Projekte zur Minimierung des Plastikverbrauch

Doch nicht nur die Lebensmittelhändler machen einen wichtigen Schritt in Richtung Plastikreduzierung, weltweit engagieren sich Menschen tatkräftig, um gegen die Plastikverschmutzung unserer Umwelt anzukämpfen.

“Ocean Clean Up” heißt das niederländische Projekt, welches verspricht, Meeresoberflächen in großen Ausmaß von Plastikmüll zu befreien. Mithilfe eines riesigen Meeresstaubsaugers soll der Müll an den V-förmigen Arme des Geräts hängen bleiben und dann von einer Plattform eingesammelt und an Land transportiert werden. Ausführlich getestet wurde das Gerät in der Nordsee und wird derzeit im Pazifik installiert, um dort am 8. September seine Arbeit aufzunehmen und mit der Hilfe des Ozeanstrudels mit der Meeressäuberung zu beginnen. Das Projekt scheint vielversprechend und wir sind gespannt, wie die praktische Umsetzung glückt.

Der von zwei Australiern designte “Seabin” (z. Dt.  “Meeresmülleimer”) ist ein weiteres vielversprechendes Projekt, welches seine Crowdfunding-Phase, in welcher Geld für die Produktion gesammelt wurde, gerade erst erfolgreich abgeschlossen und soll nun möglichst nachhaltig produziert werden, sodass dieser ab Ende des Jahres erhältlich ist. Bei dem Meeresmülleimer handelt es sich um einen Behälter, welcher Unterwasser platziert ist und mithilfe einer Pumpe die im Hafenbecken treibenden Abfälle ansaugt und sammelt. Ist der Behälter voll, kann dieser geleert werden und der gesammelte Müll recycelt werden. Auf diese Art und Weise können die meist mit Plastikmüll verunreinigten Hafenbecken zukünftig hoffentlich sauber gehalten werden und verhindern, dass der Müll in den Ozean hinaus treibt.

“Fishing for Litters” heißt eine bereits seit Jahren aktive und nennenswerte Initiative, die europaweit gegen Müll in den Meeren ankämpft. Bei dieser Initiative werden lokale Fischer, die durch verloren gegangene Netze oder Müll, der über Bord gegangen ist, klar als Mitverursacher gelten, mit in die Verantwortung gezogen. die Meere mit aufzuräumen. Teilnehmende Fischer werden mit großen Säcken ausgestattet, in denen sie gefischten Plastikmüll sammeln können, statt diesen wieder über Bord zu werfen und in Sammelstellen in den Häfen abgeben können, sodass der Müll dort recycelt werden kann, bzw. die Herkunft des Mülls untersucht werden kann.

Wie kannst Du deinen Plastikverbrauch senken?

Doch um den allgemeinen Plastikverbrauch zu reduzieren, braucht es jeden einzeln – also auch Dich! Deinen Plastikverbrauch zu reduzieren ist nicht nur ein verantwortungsvoller und somit wichtiger Schritt zum Umweltschutz, sondern zugleich auch ein Schritt der einfach und praktisch im Alltag in die Tat umgesetzt werden kann. Ein beispielsweise einfacher Schritt ist es, seinen Einkauf im Voraus zu planen und entsprechend genügend Stoffbeutel einzupacken, sodass im Supermarkt keine Plastiktüten dazugekauft werden müssen. Des Weiteren kannst du Plastik reduzieren, indem du Obst und Gemüse bewusst ohne Verpackung einkaufst. Besonders Wochenmärkte oder Bio-Läden bieten Dir die Möglichkeit dies zu tun. Darüber hinaus kannst du Plastik den Kampf ansagen, wenn du den Kaffee-To-Go Becher durch einen wiederverwendbaren Becher ersetzt und auch das Mittagessen in wiederverwendbare Behälter verpackst. Auch beim Thema Plastikflaschen lohnt es sich, bewusst auf sein eigenes Verhalten zu achten. Zwar gibt es immer mehr Mehrwegflaschen, dennoch ist das Trinken von Wasser aus Plastikflaschen nicht ideal für deine Gesundheit, da du dadurch eine Menge Mikroplastik zu dir nimmst und diese deine Hormone durcheinander bringen können. Die Umstellung zu Glasflaschen oder Edelstahlflaschen kann hier Abhilfe schaffen.

Die gute Nachricht: Wer immer noch glaubt,  dass das Verpacken seines Essens in wiederwendbare Behälter sowie das Wassertrinken aus einer Edelstahlflasche wie damals in der Schule uncool sei, liegt ziemlich falsch. Immer mehr stylische und voll im Trend liegende Optionen sind heutzutage erhältlich. Im Internet lassen sich eine Vielzahl von Produkten finden, sowie zahlreiche Artikel zum Thema Plastik und die Auswirkung auf unsere Umwelt zur Verfügung stehen. Es gibt also keine Ausreden sich nicht informieren zu können. Denn wie auch der WWF schreibt: Du kannst aktiv werden und einen Beitrag leisten, indem Du vermeidest, verzichtest, dich informierst, beteiligst und engagierst!