Umweltschädling Streusalz

Bei jährlichem Wintereinbruch ist es wichtig, zu bedenken, dass die Gehwege vor dem Eigentum oder der Mietwohnung sicher bleiben. Dabei gibt es nicht nur einige Regeln zu beachten, sondern auch ein Vorrat an Streumittel muss angelegt werden. Beliebt ist das altbewährte Streusalz, doch dies hat auch einige umweltschädliche Konsequenzen. Erfahre nachfolgend mehr über die Tücken und Alternativen von Streusalz.

StreusalzJährlich werden ca. 2 Millionen Tonnen Streusalz verwendet, um deutsche Straßen und Gehwege von Schnee und Eis zu befreien. Das Streusalz ist dabei ein weitverbreitetes sowie beliebtes Mittel, um das Eis zu neutralisieren und der Bildung von Eis für eine gewisse Zeit vorzubeugen. Jedoch gibt es bei der Verwendung von Streusalz einiges zu beachten, da Streusalz erhebliche Schäden anrichten kann.

Verbot von Streusalz

In vielen Kommunen ist die Nutzung von Streusalz durch private Haushalte verboten. Wenn trotzdem Streusalz zur Enteisung der Gehwege verwendet wird, droht ein Bußgeld von bis zu 10.000€. Vergewissere dich daher bei deiner eigenen Kommune, ob solch ein Verbot besteht. Ausgenommen von diesem Verbot sind nur die städtischen Entsorgungsbetriebe. Diese dürfen an gefährlichen Stellen, wie beispielsweise Treppen, Streusalz gebrauchen, da ein verkehrssicherer Zustand durch den alleinigen Einsatz von abstumpfenden Mitteln nicht gewährleistet werden kann. Somit dürfen die Entsorgungsbetriebe an Stellen abseits der Gehwege, mit Abstand zu Grünanlagen und Baumbeständen, Streusalz verwenden, um die Straßen verkehrssicher zu machen. 

Streusalz

Gefahr für Tiere und Umwelt

Besonders für Hunde- und Katzenpfoten stellt das Streusalz eine große Gefahr dar: Wenn sich das Salz in den Pfoten festsetzt, können schmerzhafte Entzündungen oder Reizungen entstehen. Schwerwiegend ist zudem die Gefahr, dass Tiere eine Vergiftung erleiden, wenn diese aus Pfützen trinken, welche mit Streusalz in Berührung kamen oder gar aus dem durch das Streusalz geschmolzenem Schnee und Eis bestehen. 

Außerdem kann das Streusalz durch die Kanalsysteme am Straßenrand in die Kanalisation und dadurch in das Abwasser, Kläranlagen und schließlich in Flüsse oder Bäche gelangen. In diesen Gewässern kann bei einer hohen Konzentration von Streusalz der Sauerstoffgehalt so drastisch verändert werden, dass das Leben verschiedener Wassertiere gefährdet ist.
Durch das Abwasser kann das Salz auch in die Vegetation gelangen. Noch wahrscheinlicher ist es, dass die Vegetation mit Salz in Berührung kommt, wenn man direkt daneben Streusalz verwendet. Zwar kann man zunächst keinen direkten Effekt erkennen, doch im Laufe der Zeit können Folgen sichtbar werden: So kann ein erhöhter Salzgehalt beispielsweise dazu führen, dass im Boden wichtige Nährstoffe, welche von Pflanzen benötigt werden, ausgespült werden. Auf lange Sicht kann es daher zu einer Unterversorgung der Pflanzen kommen, welches sich wiederum durch eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit bemerkbar macht. Im schlimmsten Fall sterben komplette Pflanzen, Büsche und Bäume ab.

Streusalz

Schäden durch Streusalz

Streusalz kann sich nicht nur negativ auf unsere Umwelt auswirken, sondern stellt auch eine Gefahr für verschiedene Gegenstände und Objekte dar: Beispielsweise sind Beton und Stahl, durch den Einsatz von Streusalz, besonders anfällig für Rost sowie Korrosion. Da viele Brücken aus Stahl bestehen, müssen diese regelmäßig aufwendig und kostspielig saniert werden. 

Außerdem ist die Bausubstanz eines Gebäudes gefährdet, da bei Feuchtigkeitsschäden durch das Streusalz Versalzungen entstehen können. Dies ist eine erhebliche Gefahr, da Korrosionen und Schäden im inneren des Mauerwerks oftmals nicht sichtbar sind und somit nicht bemerkt werden. Auch für Fahrzeuge ist das Streusalz ein großes Risiko. Laut Volkmar Strenzel kann Streusalz der obersten Schicht, dem Klarlack, zwar nichts anhaben, ungefährlich ist es aber dennoch nicht. Besonders der Unterboden eines Fahrzeuges ist gefährdet, da sich durch das Salz im schlimmsten Fall verschiedene Verschraubungen so festsetzen können, dass man diese nicht mehr lösen kann. Daher ist es wichtig, nach dem Winter eine Unterbodenwäsche durchzuführen. 

Letztlich ist es auch für die Scheibenwischer nicht ideal, häufig mit Streusalz in Berührung zu kommen, da diese dadurch schneller porös werden.
Laut dem Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GFS) sind 50 Prozent der Korrosionsschäden an der Karosserie auf Streusalz zurückzuführen.

Streusalz

Alternativen

Um den Gehweg sicher zu machen, ist es nicht zwingend notwendig, Streusalz zu verwenden. 

Eine Alternative ist es, erst gar nicht lange Zeit verstreichen zu lassen, bis die Schneedecken vom Gehweg entfernt werden. Zum einen verhindert man so, dass der Schnee festgetreten wird und dadurch schwerer zu entfernen ist, zum anderen umgeht man somit der Gefahr von Eisbildung. Es ist ohnehin wichtig, die Gehwege konstant sicher zu halten und seiner Räumungspflicht nach zu kommen. 

Wenn du trotzdem die Gehwege vor Glatte schützen willst, ist es empfehlenswert, abstumpfende Mittel zu verwenden. Abstumpfende Mittel sind zum Beispiel Sand, Splitt, Holzspäne oder Granulat. Diese geben Passanten mehr Halt auf glatten Flächen. Wenn du es in Erwägung ziehst diese zu erwerben, solltest du auf jeden fall auf das Zertifikat Der Blaue Engel achten.

Fazit

Zwar ist es wichtig, die Straßen und Gehwege im Winter sicher zu halten, welches bedeutet, dass Schnee und Eis beseitigt werden müssen, doch Streusalz ist nicht die einzige Lösung. Wenn man den Schnee gar nicht erst lange liegen lässt, sondern direkt wegschaufelt, wird die Notwendigkeit zum Streuen verringert. Falls es jedoch notwendig ist zu streuen, kann auf verschiedene Alternativen zurückgegriffen werden, welche nicht so umweltschädlich sind wie das Streusalz.