Umstrittenes Lebensmittel: Lachs

Fisch gehört zu den liebsten Speisen der Deutschen. Zum einen gilt Fisch als gesund, dank der enthaltenen Omega-3-Fettsäuren und des Jods. Zum anderen wird Fisch oftmals als Fleischersatz für eine ausgewogenen Ernährung vorgeschlagen. Es verwundert daher nicht, dass Fisch, und insbesondere Lachs, in großen Mengen gezüchtet werden muss, um nicht nur der deutschen sondern auch der weltweiten Nachfrage gerecht werden zu können. Doch wie gesund ist Fisch tatsächlich? Mit welchen Konsequenzen kommt unser Fischkonsum einher? Lese im nachfolgenden Beitrag alles um das umstrittene Lebensmittel Fisch. 

Fisch

Fisch ist gut für unsere Gesundheit. Diese Erkenntnis wurde den meisten von uns seit jeher ins Ohr geflüstert. Dank des vielfältigen Geschmackprofils lässt sich Fisch tatsächlich oftmals auf dem Speiseplan finden, sei es in roher, gebackener oder frittierter Form. Geschmacklich ist für jeden etwas dabei. Doch wie gesund ist Fisch tatsächlich? Und ist unser Fischkonsum schädlich für unsere Umwelt?

Wie gesund ist Fisch?

Grundsätzlich ist Fisch erst einmal so gesund wie dessen Ruf ist: Fisch ist vollgepackt mit wichtigen Nährstoffen, wie beispielsweise wertvollen Vitaminen, hochwertigem Eiweiß, Fettsäuren und wichtigen Mineralstoffen, hierzu zählt vor allem Jod. 

  • Omega-3-Fettsäuren: Die im Fisch enthaltenen Fettsäuren, wie Omega-3, sind gut für das Immunsystem, Gehirn sowie das Herz. Wieviel Fettgehalt man zu sich nimmt, hängt zum einen von der Fischart ab, zum anderen jedoch auch davon, in welchem biologischem Reifezyklus sich der Fisch befindet. Das Fischöl, in welchem die Omega-3-Fettsäuren enthalten sind, gehört übrigens zu den guten Fetten, d.h. diese gehören auf einen gesunden und ausgewogenen Speiseplan. Ein besonders hoher Omega-3-Fettgehalt lässt sich in Forellen, Sardinen, Makrelen, Heringen und Lachs vorfinden.
  • Mineralstoffe, insbesondere Jod: Unser Körper benötigt Jod für die Herstellung von lebenswichtigen Schilddrüsenhormonen. Der Jodbedarf lässt sich durch Fisch oder gar jodiertes Speisesalz abdecken. Bereits eine Menge von rund 150 g Fisch deckt den täglichen Jodbedarf ab. 
  • Eiweiß: Das im Fisch enthaltene Eiweiß gilt als besonders hochwertig, da es eine noch bessere Bioverfügbarkeit, d.h. zu welchem Anteil es in unserem Kreislauf verfügbar ist, aufweist als es für das in Milchprodukten enthaltene Eiweiß der Fall ist. Die im Fisch enthaltenen Proteine gelten zudem als leichter verdaulich als Proteine, welche in Fleisch enthalten sind.
  • Vitamine: Fisch enthält viele wertvolle Vitamine, wie B6 und B12, welche wichtig für unser Nervensystem sind. 

Warum kann Fisch schlecht für unsere Gesundheit sein?

Doch Fisch kommt nicht nur mit diesen vielen Vorteilen einher. Aufgrund unseres weltweiten Fischkonsums müssen Fische in Massen gezüchtet werden. Das dort verwendete Futter soll möglichst günstig sein, um die Gewinnspanne maßgeblich zu erhöhen. Das Futter ist zudem oftmals mit Antibiotika und Pflanzenschutzmitteln belastet. Für Fische aus Europa gibt es eine generelle Entwarnung hinsichtlich des Pflanzenschutzmittels, da seit 2020 diesbezüglich eine europäische Verordnung gültig ist. Diese Verordnung regelt die Verwendung des krebserregenden Pflanzenschutzmittels “Ethoxyquin”. Die Chemikalie wird genutzt, um Fischfutter länger haltbar zu machen. Die Verwendung von Antibiotika in europäischen Aquakulturen ist weiterhin problematisch, wenn auch rückläufig. Die Problematik ist dennoch nicht zu unterschätzen, da durch den Verzehr von Antibiotika-belastetem Fisch eine eventuelle Antibiotikaresistenz im menschlichen Körper entstehen kann. 

Ein weiteres Problem ist das Mikroplastik. In vielen Fischen lassen sich mittlerweile die winzigen Kunststoffteilchen vorfinden. Mikroplastik befindet sich seit geraumer Zeit in unseren Meeren, Seen und Flüssen. Fische verwechseln die kleinen Plastikteilchen oftmals mit Futter. Durch den Verzehr von Fisch gelangt das Mikroplastik in unsere Nahrungskette und damit in unseren Körper. Die Langzeitfolgen von Mikroplastik auf unseren Körper sind derzeit noch nicht ausreichend erforscht. Doch je mehr wir unsere Umwelt mit Plastik verschmutzen, desto höher ist die Belastung des Mikroplastiks, welches letztendlich auch in unseren Körper gelangt.

Fisch

Wie umweltschädlich ist unser Fischkonsum?

Das größte Problem unseres Fischkonsums sind die Folgen auf unsere Umwelt: Lachs und insbesondere Alaska-Seelachs sowie Thunfisch sind in Deutschland beispielsweise besonders beliebt. Aufgrund von Umweltverschmutzungen und Überfischung kommt der atlantische Wildlachs in der Natur mittlerweile nur noch selten vor. 

Stattdessen werden die Fische künstlich gezüchtet, um unserer Nachfrage gerecht werden zu können. Rund 90 % des Lachses, welchen wir im Supermarkt kaufen können, kommt aus solch künstlichen Aquakulturen, welche sich vor allem in Chile und Nordeuropa befinden. Diese Aquakulturen züchten Fische in Massentierhaltung in künstlichen Zuchtbecken, sei es im Fluss oder im Meer. Pro Anlage werden rund 100.000 bis 200.000 Fische auf engstem Raum herangezüchtet. Um Krankheiten und Parasiten in solch engem Raum Herr werden zu können, werden den Fischen Antibiotika sowie andere Chemikalien verabreicht.

Welche genauen Langzeitfolgen diese Pestizide auf den menschlichen Körper haben, ist derzeit noch ungewiss. Futterreste und Ausscheidungen befinden sich dort ebenfalls in entsprechend großer Menge. Diese werden zwar durch Bakterien abgebaut, doch diese verbrauchen dabei hohe Mengen an Sauerstoff. Dies wirkt sich wiederum negativ auf das dortige Ökosystem aus, da der geringere Sauerstoffgehalt im Wasser dafür sorgt, dass andere Meeresbewohner, wie zum Beispiel Würmer, Krebse oder Seeigel, nicht überleben können. 

Somit sind Aquakulturen zwar eine Lösung, um den wilden Fischbestand sowie andere Meeresbewohner, welche oftmals in Fischernetzen verenden, zu schützen. Dennoch haben auch Aquakulturen negative Auswirkungen auf unser Ökosystem. Für mehr Informationen rund um die Problematik der Aquakulturen, empfehlen wir einen Artikel des WWFs.

Fazit

Fisch gilt zwar aufgrund der enthaltenen Nährstoffe generell als gesund, doch es gibt ebenso Bedenken, welche durch die Massenzucht entstehen. Zwar haben sich die Bedingungen in nordeuropäischen Aquakulturen laut Experten in den letzten Jahren zunehmend verbessert, von Fischen aus Nicht-EU-Aquakulturen wird jedoch, u.a. aufgrund der verwendeten Pestizide und Antibiotika, gewarnt. Wer sicher gehen möchte, dass der Verzehr von Fisch möglichst wenig Schaden anrichtet, sei es hinsichtlich unserer Umwelt oder unserer eigenen Gesundheit, sollte beim Kauf von Fisch darauf achten, dass dieser aus MSC-zertifizierten Fischbeständen stammt.