Sterben die Printzeitungen aus?

Das Internet gibt es gerade einmal ein halbes Jahrhundert und seit diesem Zeitpunkt hat es noch eine ganze Weile gedauert, bis das Internet den Status in unserem Leben erreicht hat, welchen es mittlerweile hat. Im Jahr 2020 hatten circa 96% der Menschen in Deutschland Internetzugang. Dieser Fortschritt hat viele Vor- und Nachteile. In diesem Artikel berichten wir über die Folgen, welche die Digitalisierung für die Printzeitungen hat.

Der Anfang der Zeitung

Begonnen hat die Geschichte der Zeitung bereits im 16. Jahrhundert, kurz nachdem Gutenberg den Buchdruck erfunden hat. Der Begriff “Zeitung” ist also sehr eng mit der Frühen Neuzeit verbunden. Damals verteilte man noch einzelne Flugblätter, die für Abonnenten gesammelt wurden. Das erste gedruckte Nachrichtenblatt, welches man im heutigen Sinn als Zeitung bezeichnen kann, erschien im Jahr 1605. Die erste Tageszeitung, die sogar schon sechsmal die Woche erschien, kam 1650 in Leipzig heraus. Die Geschichte der Zeitung auf Papier geht nun also schon einige Jahrhunderte zurück.

Hochphase der Zeitung

Die Zeitung entwickelte sich immer weiter und fand immer mehr Abnehmer. Ihre Hochzeit hatte die Zeitung in den 1920er Jahren. Das Radio sowie der Fernseher waren noch in der Entwicklungsphase und noch lange nicht für alle zugänglich. Die Monopolstellung als quasi einziges Massenmedium hatte also die Zeitung. Teilweise erschienen sogar vier Ausgaben einer Zeitung am Tag: Morgens, Mittags, Abends und Nachts.

Zusammengebundene Zeitungen

Massenmedien

Im 20. Jahrhundert entwickelten sich die elektronischen Medien gewaltig. Der offizielle Rundfunk startete am 29. Oktober 1923 mit wenigen Zuhörern und ab 1945 besaß fast jeder Haushalt ein Radio.

Am 31. August 1931 stellte man dern ersten Fernseher vor. Die Nationalsozialisten erkannten das Potenzial des Fernsehens als Massenmedium und trieben die Forschung weit voran. Mit Anfang des Krieges gerieten die Pläne dann allerdings ins Stocken. Nach dem Weltkrieg wurde das Fernsehen wieder aufgegriffen. Im Jahr 1950 wurde der öffentlich-rechtliche Rundfunk der Bundesrepublik Deutschland (ARD) gegründet und seit dem 26. Dezember 1952 wird dort die Tagesschau ausgestrahlt. 

Am 29. Oktober 1969 wurde die erste Internet-Verbindung hergestellt und legte somit den Grundstein für das neuste und mächtigste Instrument der Massenmedien. Das Internet entwickelt sich in den nächsten Jahrzehnten weiter und hat eine immer größer werdende Anhängerschaft. 

Zeitung heutzutage

War die Zeitung früher noch das einzige Massenmedium, ist es heute nur eines von Vielen. Zeitungen lesen bedeutet über die neuesten Nachrichten Bescheid zu wissen und gedruckte Printzeitungen können mit den sekündlich aktualisierten World Wide Web nicht mehr mithalten. Mit der zunehmenden Digitalisierung werden immer weniger Zeitungen gedruckt und der bundesweite Vertrieb bereitet einige Probleme.

Allerdings bedeutet dies natürlich nicht das Ende der Verleger. Viele von ihnen bieten ihre Zeitungen und Artikel online an. Hier kann man Abos abschließen, um Inhalte lesen zu können. Häufig kann man der Website des Nachrichtenportals auch erlauben Werbung zu schalten, damit man bestimmte Inhalte kostenlos lesen kann. 

Auch herrscht bei vielen Menschen der Glaube, dass die E-Zeitungen eine bessere Umweltbilanz haben als die Printzeitungen, weil man beispielsweise Tonnen an Papier spart. Das ist jedoch ein Irrglaube. Gedruckte Medien haben im Verhältnis zur jeweiligen elektronischen Entsprechung nicht grundsätzlich eine schlechtere Umweltbilanz. Es stimmt, dass die Printzeitung deutlich mehr Primärenergie verbraucht, auch Carbon-Fußabdruck sowie Gesamtumweltbelastung sind höher. 

Anhand eines Beispiels kann man jedoch belegen, dass die Printzeitungen sogar besser abschneiden können, als die E-Zeitungen: Der/die Deutsche liest im Schnitt 312 Tageszeitungen im Jahr. Druckt man 312 Tageszeitungen erzeugt man für die Herstellung 79 kg CO2 pro Person. Online-Zeitungen erzeugen dagegen circa 48 kg CO2 pro Person, wenn man sie unter Benutzung von WLAN auf einem Tablet liest. Berücksichtigt man jedoch, dass laut UMSICHT-Studie im Durchschnitt 2,8 Personen eine gedruckte Tageszeitung lesen, dann liegt die gedruckte Zeitung bei 28,2 kg CO2 pro Person deutlich unter dem Verbrauch der E-Zeitung.

Während der Corona Pandemie gewannen die Zeitungsverlage 2020 mehr als 3 Millionen Leser*innen pro Woche dazu. Diese Zahlen sind ebenfalls zurückzuführen auf das digitale Zeitungsangebot, welches circa 63% der Leser*innen wöchentlich nutzen. Weiterhin lasen 56% der Leser*innen regelmäßig die gedruckte Zeitung. Diese Zahlen erklären sich dadurch, dass die Zeitung als vertrauenswürdige Informationsquelle gilt, die man in den schweren Zeiten der Pandemie mehr als benötigt hat. Hier zeigt sich sehr deutlich, dass die digitalen Wege zwar einige Erfolge haben, sich aber noch nicht eigenständig halten.

Frau zeigt älterer Dame Handy

Fazit

Der Erfolg der Zeitung hält sich nun schon mehrere Jahrhunderte und bleibt weiterhin eine der vertrauenswürdigsten Informationsquellen unseres Lebens. Jedoch entwickelt sie sich wahrscheinlich im Laufe der Zeit verstärkt von der Papierform zur digitalen Form weiter. Damit sie trotz dieser Entwicklung glaubwürdig und sicher bleibt, ist es wichtig sie weiterhin zu unterstützen, indem man beispielsweise Online-Abonnements abschließt.