Palmöl: Gift für Mensch und Natur

Umweltschützer warnen seit Jahren vor dem übermäßigen Gebrauch des billigen Rohstoffs Palmöl und den damit verbundenen negativen Folgen für Mensch und Umwelt. Millionen Hektar von Regenwald in Tropenländern mussten bereits Palmölplantagen weichen. Dies hat zur Folge, dass zahlreiche Arten ihren natürlichen Lebensraum verlieren und Treibhausgasmassen freigesetzt werden. Was Palmöl überhaupt ist, warum es so schädlich ist und wie man es in Produkten erkennt, erfahrt ihr bei uns.

Was ist Palmöl?

Palmöl ist heutzutage in jedem zweiten Supermarktprodukt enthalten. Aus unserem Alltag ist es, ohne dass wir uns dem bewusst sind, kaum mehr wegzudenken. Egal ob Fertigpizza, Lippenstift, Duschgel, Waschmittel, Tomatensuppe oder Schokoriegel: Palmöl ist überall. Mit 66 Millionen Tonnen jährlich ist es das meist produzierte Pflanzenöl weltweit. Aufgrund ihres niedrigen Weltmarktpreises wird es in Produkten aller Art eingesetzt, darunter auch zur Energieerzeugung und Produktion von Autobenzin. Palmöl wird aus dem Fruchtfleisch der Ölpalmfrucht gewonnen und kann auf relativ geringer Fläche in großer Menge angebaut werden; ein weiterer Punkt, warum die Nutzung von Palmöl so beliebt ist. Da Palmöl geschmacksneutral, hitzestabil und haltbar ist und außerdem dafür sorgt , dass Lebensmittel streichfähiger werden, wird dieser Rohstoff bevorzugt in Produkten eingesetzt.

Warum ist Palmöl schädlich für Natur und Mensch?

Die hohe Nachfrage des Palmöls führt zu einer Vielzahl negativer Auswirkungen für Mensch, Tier und Umwelt. Trotz des im Vergleich zu Alternativen geringeren Flächenbedarfs, werden für den Anbau Millionen Hektar Fläche benötigt, wofür weltweit Regenwälder in tropischen Ländern niedergebrannt werden. Dadurch werden innerhalb weniger Wochen so viel Treibhausgase freigesetzt wie in der Bundesrepublik Deutschland während des gesamten Jahres. Gleichzeitig werden die natürlichen Lebensräume von seltenen Tierarten wie Orang-Utans, Borneo-Zwergelefanten oder Sumatra-Tiger zerstört und bringen viele Arten des Tierreichs an den Rand des Aussterbens. Des Weiteren sind Experten der Meinung, dass der Verzehr von Palmöl das Risiko für Erkrankungen wie Krebs, Herz-Kreislauf-Probleme und Diabetes erhöht. Durch das Erhitzen von Palmöl werden zudem krebserregende Stoffe freigesetzt. Man nimmt daher an, dass der erhöhte Verzehr von Palmölprodukten gesundheitsschädlich für den Mensch sein könnte.

Wie erkenne ich Produkte, die Palmöl enthalten?

Um Produkten, die Palmöl enthalten, so gut es geht aus dem Weg zu gehen, ist es vor allem wichtig zu wissen, wie man diese erkennt. Seit 2014 müssen Lebensmittelverpackungen Palmöl separat in der Inhaltsstoffliste aufführen und nicht wie zuvor gemeinsam unter “pflanzlichen Fetten”. Beim Einkaufen im Supermarkt sollten deshalb immer die Inhaltsstoffe der Produkte beachtet werden. Jedoch ist auch diese “Kennzeichnung” nicht eindeutig, da viele verschiedene Namen für Palmöl genutzt werden. Die folgende Liste veröffentlicht von der WWF (World Wide Fund for Nature) listet alle Begriffe auf, hinter denen sich Palmöl verbirgt:

  • Pflanzenöl
  • Pflanzenfett
  • Palmkern
  • Palmkernöl
  • Palmfruchtöl
  • Palmate (z.B. Sodium Palmate – Natriumsalze von Palmöl-Fettsäuren)
  • Palmitate
  • Palmolein
  • Glyceryl (Stearate)
  • Stearate
  • Stearinsäure
  • Elaeis Guineensis (der botanische Name der Ölpalme)
  • Palmitinsäure
  • Palmstearin
  • Palmitoyl Oxostearamide
  • Palmitoyl Tetrapeptide-3
  • Natriumdodecylpoly(oxyethylen)sulfat
  • Natriumlaurylsulfat
  • Sodium Kernelate
  • Sodium Palm Kernelate
  • Lactylmilchsäureester Natriumsalz / Natriumlaurylsulfat
  • Hydrierte Fettsäure-glyzeride
  • Ethylpalmitat
  • Ethylhexylpalmitat bzw. Octylpalmitat
  • Palmitylalkohol bzw. 1-Hexadecanol

Noch einfacher geht es mit der kostenlosen Smartphone-App codecheck.info. Mit der App scannt man einfach den Barcode des Artikels und in nur wenigen Sekunden wird einem offengelegt, ob das Produkt Palmöl enthält und welche palmölfreien Alternativen es dazu gibt.

Fazit

Aufgrund der großen Rolle, die Palmöl in unserem Alltag spielt, ist es fast unmöglich, Pflanzenöl komplett aus dem Weg zu gehen. Jedoch kann man mit dem bewussten Einkaufen und Auswählen von Lebensmitteln und Produkten schon einen wesentlichen Unterschied machen. Frisch regional kochen und backen, sowie Fertigprodukte vermeiden ist ebenso ein guter Schritt, sich nicht nur selbst vor den negativen Folgen des Palmöls zu schützen, sondern auch der Umwelt etwas Gutes zu tun.