Wie nachhaltig sind unsere Haustiere? Reduziere den CO2-Pfotenabdruck von Bello und Felix

Fast in jedem 2. deutschen Haushalt findet man ein Haustier, das haben Forschungen des Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF) ergeben. Das sind rund 35 Millionen Haustiere, zu welchen, neben den beliebten Hunden und Katzen, selbstverständlich auch Vögel, Fische und andere Kleinsäuger zählen. So gerne wir unsere geliebten Haustiere jedoch haben, auch diese verursachen Müll – sei es beispielsweise in Form von Futterdosen oder Hundetüten. Als umweltbewusster Bürger, welcher den Müll sortiert, weniger oder möglicherweise gar kein Fleisch zu sich nimmt und nach fairen, umweltbewussten Produkten für sich selbst im Supermarkt schaut, kann man sich daher die Frage stellen: Kann mein Haustier ebenfalls nachhaltiger leben? Wir sind dieser Frage auf den Grund gegangen.

nachhaltige Haustiere

Katzen und Hunde bleiben unangefochtene Spitzenreiter in Deutschland

Knapp 15 Millionen Samtpfoten wohnen in Deutschland, somit liegt die Katze in ihrer Beliebtheit noch vor dem Hund, welcher mit rund 9,5 Millionen folgt. Meerschweinchen, Hasen und andere Kleintierarten folgen mit ca. 5 Millionen. Blubbern tut es in 3,5 Millionen deutschen Haushalten, entweder im ansehnlichen Aquarium oder im Gartenteich. Das Schlusslicht mit 200.000 Exemplaren bilden die Terrarienbewohner, d.h. zum Beispiel Schlangen oder Echsen. Die Anzahl an Haustieren in Deutschland sollte einem bewusst werden lassen, dass es hier ebenfalls viel Potential gibt, die Umwelt entsprechend zu entlasten. Denn so verbraucht ein Hund oder eine Katze oftmals eine Dose bzw. mehrere Schälchen Futter pro Tag. Außerdem  unterstützt man mit dem günstigen Futter, welches im Supermarkt und im Fernsehen mit farbenfroher Werbung angeboten wird, die Massentierhaltung, welche man selbst bewusst umgeht, indem man beispielsweise zu Bio-Eiern greift. Ebenso sollte man sich darüber bewusst sein, dass, wenn man auf die Inhaltsstoffliste des Tierfutters schaut und dort “tierische Nebenprodukte” sieht, Gefieder, Schnäbel, Knorpel, Sehnen, und Klauen Bestandteil des Futters sind. Diese eignen sich oft als billiges Füllmittel, welches wiederum den Preis des Futters für viele Einkäufer attraktiv macht.

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Katzen gelten als ‘Klimakiller’

Es mag überraschen, dass Katzen, verglichen mit Hunden, in der Regel die Umwelt stärker belasten. Hunde essen zwar für gewöhnlich mehr Fleisch als Katzen, welches sich negativ auf deren CO2-Pfotenabdruck auswirkt, allerdings hat die Menge des verwendeten Katzenstreus für die Katzentoilette noch größere Auswirkungen auf das Klima, dies gilt besonders für reine Hauskatzen. Je öfter die Katze ihre Toilette benutzt, desto öfter muss das Katzenklo gereinigt und das Streu erneuert werden, welches für eine entsprechende Menge an Abfall sorgt. Doch hier lässt sich leicht Schadensbegrenzung vornehmen: Anstelle eines herkömmlichen Katzenstreus kann man kompostierfähiges, abbaubares Katzenstreu kaufen. Für das Reinigen der Katzentoilette empfiehlt es sich, das biologisch abbaubare Katzenstreu dann entweder auf dem eigenen Komposthaufen zu kompostieren oder, falls man keinen eigenen Garten hat, dieses in der Biotonne zu entsorgen.

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Eine nachhaltige Ernährung

Nicht jeder muss es hinsichtlich der Ernährung seines geliebten Haustieres so ernstnehmen wie es beispielsweise von PETA suggeriert wird. Denn ob es artgerecht ist, einen Hund oder eine Katze vegan zu ernähren, bleibt eine Angelegenheit, welche jeder Haustierhalter für sich selbst entscheiden darf. Klar ist jedoch, sollte die Ernährung von Bello und Felix Fleisch enthalten, dass dies ebenfalls zu einem gewissen Maße nachhaltig geschehen kann. So kann man beispielsweise, wenn man für sich selbst Bio-Hühnchen kocht, einen Teil dessen für den Hund bzw. die Katze abzwacken. Hier ist jedoch darauf zu achten, dass dies vor dem Würzen geschieht, d.h. dass das Fleisch, welches für das Haustier bestimmt ist, getrennt zubereitet wird, und dass sich keine Knochen im Fleisch befinden – Hühnchenknochen sind besonders gefährlich! Die Portion an Bio-Hühnchen kann man dann noch mit Reis, Nudeln, Haferflocken, Karotten, Joghurt oder anderen Zutaten ergänzen, je nachdem, um welches Haustier es sich handelt und welche Vorlieben dieses hat. Hierzu lassen sich online viele Rezeptideen finden, mit welchen man ganz einfach eine gesunde, nachhaltige Mahlzeit oder Leckerlis für sein Haustier herstellen kann.

Wer nicht gerne kocht, oder selbst vielleicht Vegetarier oder Veganer ist, seinem Haustier dennoch Fleisch füttern möchte, der sollte beim Futterkauf darauf achten, dass es sich um Bioprodukte handelt. Ebenso ist es nachhaltiger, wenn man das Futter in größeren Mengen kauft. So lässt sich beispielsweise Verpackung sparen, wenn man anstelle des wöchentlichen 1kg-Trockenfutter-Beutels direkt zum 5kg-Beutel greift. Des weiteren hat man oftmals die Möglichkeit jenes Futter zu ignorieren, welches in Plastik verpackt ist und stattdessen zu solchem zu greifen, welches in, vorzugsweise recycelter, Papierverpackung angeboten wird.

Plastikspielzeug und Accessoires

Das Thema Weichmacher und Giftstoffe kann bei Plastikspielzeug, Fressnapf & Co zu einem Problem werden. Oftmals werden diese Produkte sehr günstig in China hergestellt und weisen dementsprechend schlechte Werte auf. Hier wirken sich die Herstellung sowie der Import negativ auf die Umweltbilanz aus. Dem entgegenwirken kann man, indem man zu lokal hergestellten Produkten greift. Oftmals unterstützt man so auch noch gemeinnützige Projekte, wie es beispielsweise der Fall mit Produkten der Firma Treusinn ist. Das Unternehmen wirbt damit, dass deren Produkte mit einem respektvollen Umgang mit der Natur sowie sozialem Engagement hergestellt werden. Und so hat Treusinn tatsächlich eine besondere Firmenphilosophie: In mehreren deutschen Werkstätten werden nachhaltige Produkte für Hund und Katze, aber auch den Menschen, von Menschen mit Behinderungen handgefertigt hergestellt. 

Der Online-Marktplatz Greenpicks bietet eine große Auswahl an nachhaltigem Tierbedarf an. Das Unternehmen selbst legt großen Wert auf Nachhaltigkeit: So wird die Website mit 100 % Ökostrom gehostet, das Geschäftskonto wird bei der EthikBank geführt und die Mitarbeiter kommen möglichst oft mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV zur Arbeit. 

Nachhaltiges Hunde- und Katzenfutter wird ebenfalls auf Green Petfood angeboten. Die Gründer von Green Petfood legen darauf Wert, dass nur tierische Produkte verwendet werden, welche aus artgerechter Haltung kommen und dass keine Tierversuche unterstützt werden. Ebenso werden CO2-Emissionen kompensiert, indem ein Walderhaltungsprojekt in Tansania unterstützt wird. 

Es lohnt sich auch, online zu recherchieren, ob es ein lokales Angebot in der eigenen Stadt gibt. So können Hamburger beispielsweise zu Poodlewohl gehen, dem ersten Bioladen für Hund und Katze.

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Das Problem mit den Hundetüten

Statistiken zufolge werden in Deutschland jährlich rund 500 Millionen Hundetüten benutzt. Das ist eine große Menge an Müll, um ein theoretisch biologisch abbaubares Häufchen zu entfernen. Das Geschäft des Hundes liegen lassen ist selbstverständlich jedoch keine Lösung, aus Gründen des verantwortlichen Miteinanderlebens sowie aus gesetzlichen Gründen. Zu Papier zu greifen, erscheint hier für die meisten jedoch auch eher etwas unpraktisch. Schließlich hat nicht jeder direkt die Möglichkeit, die Tüte mit dem duftenden Inhalt direkt zu entsorgen, da sich nicht immer ein Mülleimer in der unmittelbaren Umgebung befindet. Und wer möchte diese Papiertüte schon gerne in die eigene Jackentasche stecken oder in der Hand halten, wenn diese möglicherweise auch noch durchweicht bis man endlich einen Mülltonne gefunden hat? Hier ist also guter Rat teuer. Doch auch hier gibt es eine Lösung: Recycelbare Hundetüten! Diese sind, wie deren zukünftiger Inhalt, kompostierbar und biologisch abbaubar.

Fazit

Mit einigen Tricks können auch unsere Haustiere nachhaltiger durch ihr Leben gehen und deren CO2-Pfötchenabdruck entsprechend verringern. Indem man dabei hilft, dass das eigene Haustier weniger Müll produziert und kein Fleisch aus Massentierhaltung frisst, kann man einen entsprechenden Anteil zu einem nachhaltigen Haustier leisten.