Mülltrennung: Häufige Fehler

Zwar gibt es in Deutschland viele Regeln und Bestimmungen bezüglich der Mülltrennung, doch trotzdem unterlaufen den Einwohnern jährlich eine Menge von Fehlern. Natürlich ist Recycling und Mülltrennung gut für die Umwelt, aber eben nur wenn man sich an die “Spielregeln” hält.

Für viele ist es ein Stereotyp der Deutschen: Recycling und Mülltrennung. Doch auch wenn wir  Deutschen dafür sehr berühmt und berüchtigt sind, haben wir oftmals noch keine Perfektion erreicht. Wir sind zwar für unser Entsorgungssystem bekannt, aber gleichzeitig auch Meister in der Müllerzeugung: Jährlich circa 227 Kilogramm pro Person (EU-Durchschnitt: 168 Kilogramm). Abgesehen von der Vermeidung des Mülls in erster Instanz, passieren jedes Jahr unzählige Fehler in der Entsorgung des eigenen Mülls. Durchschnittlich beträgt die Quote der Fehlwürfe, allein in der gelben Tonne, ca. 40 bis 60 %. Bei massiven Fehlbefüllungen kann die Müllabfuhr die Mülltonne nicht leeren und den Abfall dementsprechend auch nicht mitnehmen. Diese Fehler verursachen nicht nur erhebliche Kosten, sondern schaden auch der Umwelt. Mit folgenden Tipps gelingt die Müllentsorgung:

Biomüll   

Nur weil das Wort “Bo” in einem Namen steckt, heißt das nicht, dass dieses auch automatisch biologisch abbaubar ist. Ein solches Beispiel wäre Bioplastik. Bioplastik hat im Biomüll nichts zu suchen. Denn auch wenn es Bioplastik ist, verfällt dieses nicht unter normalen Bedingungen. Somit solltest du diese Tüten auch nie auf deinem eigenen Komposthaufen werfen, da dort die benötigte Temperatur zum Abbau nicht erreicht wird. Ferner verfällt Bioplastik nicht wie der restliche Bioabfall in Humus, sondern lediglich in Wasser und Co2. Genauso solltet Ihr euren Biomüll nicht in Plastiktüten verpacken. Denn auch die Plastiktüten um den Biomüll herum gehören nicht in die Biotonne. Allerdings sind auch Tüten aus Maisstärke und Zuckerrohr  ein Problem. Oftmals werden auch diese von den Maschinen als Störfaktor erkannt, aussortiert und verbrannt.
Daher solltet Ihr euren Biomüll entweder gänzlich ohne Tüten in die Biotonne entsorgen oder in einer Papiertüte, welche sich in relativ kurzer Zeit zersetzt.

Nicht jedes Plastik gehört in die Gelbe Tonne

Schnell fühlen wir uns gut, wenn wir Gegenstände erfolgreich in der Gelben Tonne recyclen können. Jedoch gehören viele Gegenstände, welche wir regelmäßig in die Gelbe Tonne werfen, dort überhaupt nicht hinein.
Manche Gegenstände sind zwar aus Plastik, gehören aber nicht zu dem dualen System, welches von Herstellern von Verkaufsverpackungen mitfinanziert wird. In der Regel sind diese Außnahmeprodukte Zahnbürsten oder Klarsichthüllen. Diese gehören laut Vorschriften nicht in die Gelbe Tonne, auch wenn dies fraglich erscheinen mag.
Ein weiterer Fehler ist es, CDs im Plastikmüll zu entsorgen. Diese sind nämlich mit Metall beschichtet und müssen daher in extra Boxen auf Recyclinghöfen entsorgt werden.

Post-Its, Kassenbelege, Fahrkarten, und Backpapier

Diese vier Artikel gehören nicht in den Papiermüll. Zwar bestehen sie meist aus Papier, aber in den häufigsten Fällen sind diese Produkte noch mit einer speziellen Beschichtung versehen. Bei den Post-Its zum Beispiel ist es recht offensichtlich: Das Papier würde ohne die Klebebeschichtung nicht kleben. Ähnlich verhält es sich mit dem Backpapier: Dieses würde ohne eine spezielle Beschichtung nicht den hohen Temperaturen im Backofen standhalten können.
Für Kassenbon und Fahrkarten ist es nicht sofort ersichtlich, ob diese beschichtet sind oder nicht. Daher gehören diese vorsichtshalber, zusammen mit dem Backpapier und den Post-Its, in den Restmüll.

Joghurtbecher 

Das Ausspülen eines Joghurtbechers ist nicht nötig. Es genügt den Joghurtbecher löffelrein in den Gelben Sack zu befördern. Somit kann man sich die Wasserverschwendung sparen und der Umwelt etwas Gutes tun. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist es, den Aluminiumdeckel von dem Becher zu trennen. So wird nicht nur den Maschinen die Arbeit erleichtert, sondern auch die Mülltrennung kann effizienter erfolgen.

Kartons von Fertiggerichten

Die Verpackungen von beispielsweise Tiefkühlpizzen oder -spinat wandern oft in den Altpapiercontainer. Allerdings haben diese dort nichts zu suchen. Auf den ersten Blick wirken diese wie normaler Pappkarton, allerdings sind diese Verpackungen häufig beschichtet und enthalten Verbundstoff.
Auch wenn die Pappkartons stark verschmutzt sind, gehören diese nicht in das Altpapier. Folglich sind die Verpackungen im Restmüll besser aufgehoben.

Glas    

Reinheit ist in der Glasentsorgung sehr wichtig. Wenn die Glasentsorgung nicht nach Farben sortiert wird, dann kann es schnell zu Verfärbungen kommen. Daher ist es wichtig, die Farben strickt zu trennen. Beispielsweise kommen Buntgläser zu Grünglas und auch Braunglas wird eigenständig von Weißglas getrennt.  Wie auch bei dem Joghurtbecher ist das Ausspülen des Glases reine Wasserverschwendung. Es genügt, wenn das Glas löffelrein ist. Wichtig ist es, die Deckel zu entfernen, denn diese gehören nicht in das Altglas, sondern in den Wertstoffmüll. Wichtig ist es auch zu beachten, dass Trinkgläser nicht in den Glascontainer entsorgt werden, da diese eine andere Hitzestärke haben und somit einen wesentlich höheren Schmelzpunkt als das restliche Altglas.

Fazit

Wir Deutschen sind für unsere Mülltrennung zwar berühmt, aber haben oftmals selbst noch Schwierigkeiten mit der korrekten Mülltrennung. Wenn die zuvor genannten Tipps beachtet werden, wird nicht nur der Mülltrennungsprozess in den Entsorgungsstationen erleichtert, sondern auch unsere Umwelt geschont. Wenn gleichzeitig noch auf die Entsorgung spezieller Produkte Acht gegeben wird, kann der Effekt noch erhöht werden.