Mikroplastik in Kosmetik: Wie kann ich darauf verzichten?

Mikroplastik befindet sich überall um uns herum und wird häufig auch in Kosmetika eingesetzt. Über diese und andere Quellen hat es Einzug in unsere Umwelt erlangt und wurde auch bereits im Menschen nachgewiesen. Mikroplastik stellt einen großen Störfaktor für das Ökosystem unserer Erde dar, dessen genaue Auswirkungen noch nicht ausreichend erforscht wurden. Wir erklären dir hier, was Mikroplastik genau ist, warum sich dieses auch in deinen Kosmetikprodukten befindet und wie du es erkennen und diesem am besten aus dem Weg gehen kannst.

Was ist Mikroplastik?

Unter Mikroplastik versteht man kleinste Kunststoffteilchen mit einem Durchmesser von weniger als 5 Millimeter. Dabei unterscheidet man zwischen primärem und sekundärem Mikroplastik. Ersteres wird speziell hergestellt und beispielsweise in Kosmetika eingesetzt. Sekundäres Mikroplastik hingegen entsteht im Verfallsprozess von Plastikprodukten wie Tüten, Luftballons oder auch Fischernetzen, welcher im Meer durch Sonneneinstrahlung, Wellen und der Reibung von Salzwasser begünstigt wird. Eine weitere Großteil des Mikroplastiks entsteht durch den Abrieb von Reifen.

Primäres als auch sekundäres Mikroplastik gelangt in großen Mengen in unser Ökosystem. Aufgrund der verschwindend geringen Größe, gelangen Kosmetikreste oft trotz Filterung in den Kläranlagen im Abwasser. Von dort gelangt es in unsere Flüsse und unser Grundwasser, welches wir dann letztendlich trinken. In Deutschland unterliegt die Qualität des Grundwassers regelmäßigen Untersuchungen. In diesen wurden bisher noch keine besorgniserregenden Mengen an Mikroplastik gefunden, doch es ist fraglich wie lange dieses noch so bleibt und wie eine besorgniserregende Menge definiert wird. Auf jeden Fall bereiten uns die Funde von Mikroplastik in unserem Wasser Sorgen. Das gleiche gilt für die großen Mengen Mikroplastik, die in unseren Ozeanen gefunden wurden. Jeder hat schon einmal etwas von der riesigen Plastikinseln “Great Pacific Garbage Patch” im Pazifik gehört, die viermal so groß wie Deutschland sein soll. Doch dass der Großteil an Plastik in den Ozeanen gar nicht sichtbar ist und sich unterhalb der Meeresoberfläche befindet, ist vielen Menschen gar nicht bewusst. Es wurden große Mengen Mikroplastik in der Tiefsee und sogar in arktischen Gewässern gefunden! All diese Teilchen, die sich in den Ozeanen befinden, beeinflussen das dortige Ökosystem und schlussendlich auch uns Menschen, denn wir nehmen diese auft, wenn wir beispielsweise Fische oder Meeresfrüchte zu uns nehmen.

Mikroplastik befindet sich zusammenfassend bereits in unserem kompletten Ökosystem und auch im Menschen.

Welche Auswirkungen hat Mikroplastik auf meine Gesundheit?

Die genauen Auswirkungen von Mikroplastik auf unsere Gesundheit sind noch nicht ausreichend erforscht. Es steht jedoch fest, dass wir Mikroplastik in Form von Kosmetika auf unserer Haut verteilen und dieses über Essen, Wasser und sogar die Luft zu uns nehmen. So hat eine Studie des österreichischen Umweltbundesamtes vor Kurzem Mikroplastik in Stuhlproben von Menschen nachgewiesen.

Ein zentrales Problem von Mikroplastik ist, dass dieses häufig mit Schadstoffen vollgesogen ist. Gelangt dieses dann in unseren Körper, können sich die Schadstoffe auch dort freisetzen. Und wer möchte schon giftige Teilchen in seinem Körper haben, von denen die Auswirkungen noch nicht ausreichend untersucht wurden?

Eine weitere Gefahr von Mikropartikeln in Kosmetika ist, dass diese, wenn sie klein genug sind, über die Haut in unseren Körper gelangen können und  Entzündungen auslösen können. Das Bundesinstitut gibt bisher jedoch Entwarnung und erklärt, dass nach heutigem Kenntnisstand ein gesundheitliches Risiko unwahrscheinlich ist, da Partikel, die größer als 0,001 Millimeter sind, zu groß seien, um über die Haut in unseren Körper zu gelangen.

Da die Auswirkungen jedoch noch nicht ausreichend erforscht sind und Mikroplastik ohne Frage einen Fremdkörper in unserem Körper darstellt, gilt es diesem so weit wie möglich aus dem Weg zu gehen.

Warum befindet sich Mikroplastik in meinen Kosmetikprodukten?

Mikroplastik befindet sich heutzutage in vielen Kosmetikprodukten, da es als Bindemittel und Füllstoff verwendet werden kann. Darüber hinaus wird es beispielsweise in Peelings, in Form von kleinen Kügelchen, oder in Cremes eingesetzt, um die Haut geschmeidiger zu machen.

Viele der eingesetzten Kunststoffe sind noch nicht ausreichend erforscht und somit sind ihre Auswirkungen auf unsere Gesundheit unklar. Ein Beispiel stellen die Stoffe DEHP und DBP dar, welche innerhalb der EU bereits in Kosmetika verboten wurden. Kanada und Großbritannien haben Mikroplastik in Kosmetika sogar komplett verboten.

Die Kosmetikindustrie reagiert aufgrund fehlender Regulierung hierzulande jedoch nur langsam. In sehr vielen Kosmetika, welche in Deutschland verkauft werden, befindet sich noch heute Mikroplastik. Und das, obwohl es einfach wäre, diese aus Kosmetikprodukten zu verbannen. In Reaktion auf eine Kampagne des BUND haben manche Hersteller versprochen, in Zukunft auf Mikroplastik verzichten zu wollen. Diese Versprechen sind jedoch oft vage und beziehen sich nur auf einzelne Arten von Mikroplastik. Oft werden nur feste und unlösliche Partikel als schädlich eingestuft, wobei gelöste und flüssige Partikel genauso wenig biologisch abbaubar sind.

Wie kann ich Mikroplastik erkennen und vermeiden?

Der BUND hat eine Broschüre mit einer Liste von kunststoffhaltigen Kosmetik- und Körperpflegeprodukten herausgebracht. Dort kannst du nachschauen, ob deine Kosmetika Mikroplastik enthalten. Zertifizierte Naturkosmetik stellt eine Alternative zu konventionellen Kosmetika dar und beinhaltet kein Mikroplastik. Naturkosmetik-Hersteller haben das Thema Mikroplastik bereits für sich erkannt und so kennzeichnet die Naturkosmetik-Marke Lavera ihre Peelings bereits mit dem Schriftzug “Ohne Mikroplastik”. Auch ist es sinnvoll, einmal darüber nachzudenken, seine Kosmetika ganz einfach selbst zu mischen. So kannst du ein pflegendes Peeling ganz einfach mit Olivenöl und Zucker oder Salz zaubern.

Wenn du auch bei der Verpackung darauf achten möchtest, dass diese möglichst plastikfrei ist, empfehlen wir dir einmal über den Gebrauch von Festseife und speziell für die Haare über Shampoo-Seife nachzudenken.

Ein weiterer Tipp: Um dich einfacher durch den Dschungel von chemischen Inhaltsstoffen deiner Kosmetika zu kämpfen, empfehlen wir dir die App Code Checker. Mit dieser findest du ganz einfach heraus, in welchen Produkten sich Mikroplastik nachweisen lässt. Außerdem erfährst du dort vieles mehr über die Inhaltsstoffe deiner Kosmetika.

Fazit

Wenn du dir und unserem Planeten etwas Gutes tun möchtest, solltest du Mikroplastik in deiner Kosmetik vermeiden. Mikroplastik befindet sich schon jetzt in unserem gesamten Ökosystem. Es hat erschreckende Auswirkungen auf unsere Umwelt und findet vor allem über unser Essen und unsere Kosmetika Einzug in unseren Körper. Wenn du dieses vermeiden möchtest, empfehlen wir dir auf zertifizierte Naturkosmetik umzusteigen.  Da die Langzeitfolgen für den menschlichen Organismus noch nicht ausreichend erforscht sind, ist mit dem Umgang von Mikroplastik definitiv Vorsicht geboten.