Lebensmittelverschwendung: Wenn das Essen im Müll landet

Allein in Deutschland landen jedes Jahr fast 13 Millionen Tonnen Nahrungsmittel im Müll. Mehr als die Hälfte der Abfälle stammt dabei aus privaten Haushalten. Im Schnitt wirft somit jeder Deutsche circa 7 kg Lebensmittel pro Monat weg. Oft werden zu viele Lebensmittel eingekauft, falsch gelagert oder Reste nicht verwertet. Bereits in der Vergangenheit haben wir auf unserem Blog über Projekte gegen Lebensmittelverschwendung sowie der Foodsharing-App “Too Good to Go” berichtet. In diesem Blogbeitrag stellen wir euch einige Alltagstipps vor, mit denen sich Lebensmittelverschwendung vermeiden lässt.Lebensmittel verschwenden

Ausmaß der Lebensmittelverschwendung

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schätzt, dass jährlich etwa ein Drittel der produzierten Lebensmittel verloren geht. Gleichzeitig leiden etwa 925 Millionen Menschen unter Hunger. Außerdem belastet das Wegwerfen von Lebensmitteln die Umwelt. Bereits während der Lebensmittelproduktion entstehen Treibhausgase und es werden Ressourcen wie beispielsweise Wasser benötigt: Ressourcen, die dann in anderen Bereichen fehlen, wie etwa in der Trinkwasserversorgung. Unnötig produzierte Lebensmittel belasten die Umwelt zusätzlich durch die Verwendung von Pflanzenschutzmittel, Mineral- und Wirtschaftsdünger.

Dieses massive Missverhältnis zwischen Lebensmittelverschwendung und dem Mangel an Nahrungsmitteln in einigen Regionen der Welt, in Kombination mit der Umweltbelastung, ist ein globales Problem und erfordert ein Gegensteuern. Die Bekämpfung von Hunger und damit auch die Vermeidung von Lebensmittelabfällen gehört zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. In Deutschland mahnte Ernährungsministerin und CDU Politikerin Julia Klöckner kürzlich, dass es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, weniger Lebensmittel wegzuwerfen. Die Bundesregierung verfolgt nun das Ziel, die Menge an weggeworfenen Lebensmitteln bis zum Jahr 2030 zu halbieren.

Alltagtipps

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft startete die Initiative “Zu gut für die Tonne”. Die Informationskampagne setzt sich für mehr Wertschätzung der Lebensmittel ein. Auf der Website der Initiative werden aktuelle Studien veröffentlicht und Ratgeber unterstützen Verbraucher beim nachhaltigeren Konsum und Umgang mit Lebensmitteln. Außerdem werden im Rahmen der Initiative zahlreiche Projekte und Ideen zur Verringerung der Lebensmittelverschwendung gefördert. Auf der Internetseite findest du ebenfalls einfache und hilfreiche Alltagstipps mit denen sich Lebensmittelverschwendung verringern und der Geldbeutel schonen lassen. Denn weggeworfene Lebensmittel belasten nicht nur die Umwelt, sondern kosten auch bares Geld. Wir stellen euch im Nachfolgenden einige Tipps vor!

Bewusstes einkaufen

Bevor du einkaufen gehst, verschaffe dir einen Überblick, welche Lebensmittel noch im Haus sind. Um das Wegwerfen von Lebensmitteln zu vermeiden, lohnt es sich, weniger, dafür jedoch häufiger, einzukaufen. Vermeide es, nach Bauchgefühl einzukaufen. Sonderpreise auf Großpackungen und Rabattaktionen wie “Nimm 3, zahle 2” sind zwar verlockend, wenn die Hälfte der Packung allerdings im Müll landet, ist der Verzicht auf Sonderaktion und der Kauf von kleinen Mengen unter dem Strich häufig günstiger. Besser ist es, den Einkauf zu planen und auf einem Einkaufszettel aufzuschreiben, was benötigt wird. Weiche nicht von der Einkaufsliste ab, um keinen unnötigen Einkäufe zu tätigen. Generell solltest du auch vermeiden, auf Vorrat einzukaufen und besonders Vorräte mit geringem Haltbarkeitsdatum sollten klein gehalten werden.Lebensmittel verschwenden

Lebensmittel richtig lagern

Mit der richtigen Lagerung verlängerst du die Haltbarkeit vieler Lebensmittel. Moderne Kühlschränke haben oftmals unterschiedliche Kältezonen für verschiedene Arten von Lebensmitteln. Das unterste Fach ist am kühlsten. Nach oben hin steigt die Temperatur. Die Regale in der Tür des Kühlschranks sind am wärmsten. Leicht Verderbliches wie Fleisch, Fisch, Geflügel und angebrochene Packungen sollten daher möglichst im untersten Fach gelagert werden. Die Tür eignet sich für Milch, Saucen und Getränke. Im obersten Fach empfiehlt es sich, weniger empfindliche Produkte wie Käse und bereits Zubereitetes zu lagern. Obst und Gemüse können in der dafür vorgesehenen Schublade im unteren Bereich des Kühlschranks gelagert werden. Offene Konserven und angefangene Produkte, wie beispielsweise Joghurt, sollten in ein sauberen Glas, Metall, oder Plastikbehälter umgefüllt und verschlossen oder mit Frischhaltefolie abgedeckt werden. Damit gewährleistest du, dass sich deine Einkäufe möglichst lange halten. 

Reste weiterverwerten

Aus Essensresten lassen sich häufig noch leckere Gerichte kochen. Apps wie “Beste Reste App” oder spezielle Kochbücher helfen dabei, Reste kreativ und schmackhaft weiterzuverarbeiten. Essensreste sollten im Kühlschrank aufbewahrt werden oder bis zur Verwertung eingefroren werden.Lebensmittel verschwenden

Lebensmittel nicht leichtfertig wegwerfen

Viele Verbraucher orientieren sich in ihrer Entscheidung, ein Lebensmittel wegzuwerfen, an dem Mindesthaltbarkeitsdatum. Ist dieses überschritten, landet das Produkt oftmals im Müll – inklusive dessen Verpackung. Es lohnt sich allerdings, die Qualität des Lebensmittels vor dem Verzehr, beispielsweise durch eine Geruchsprobe, genauer zu überprüfen. Denn mit Ablauf des Mindesthalbkeitsdatums ist ein Nahrungsmittel nicht automatisch schlecht. Vorsichtig solltest du allerdings bei leicht verderblichen tierischen Produkten, wie Fisch und Fleisch sein, da sonst die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung droht.

Fazit

Jedes Jahr wandern etliche Tonnen an Lebensmitteln in den Abfall. Lebensmittelverschwendung ist ein globales Problem – doch mit einem nachhaltigeren Konsum und einem achtsamen Umgang mit Lebensmitteln können wir alle dazu beitragen, dass weniger Lebensmittel unnötig im Müll landen.