Follow Up: Kaffeekapsel? Aber anders!

Die Nespresso-typische Kaffeekapsel liegt immer noch voll im Trend. Die einfache Handhabung und die nutzerspezifische Dosierung scheinen hier ausschlaggebende Aspekte zu sein und somit setzt sich die Kaffeekapsel trotz der fürchterlichen Umweltbilanz und hoher Kosten durch. Mittlerweile gibt es zwei Lager: Die, die die Kapseln komplett verteufeln und jene, die die Kapseln nicht mehr aus ihrem Alltag wegdenken können. Doch gibt es nicht vielleicht eine weniger absolute Lösung?

Die verschiedenen Möglichkeiten, Kaffee (vor allem Montag Morgens) zu geniessen, habe ich für Dich schon einmal aufgefasst. Konzentriert man sich aber nur auf die Möglichkeit der Kaffeekapsel, entdeckt man schnell, dass auch hier nicht Kaffeekapsel gleich Kaffeekapsel ist. Aber fangen wir mal von vorne an…

… die Vorteile der Kaffeekapsel:

Wie schon erwähnt, besticht die Kaffeekapsel durch ihre Einfachheit. Es dauert gerade mal 10 Sekunden, um eine Kapsel aus der Packung in die Kaffeemaschine zu manövrieren und auf Start zu drücken. Auch nach dem Kaffeegenuss gibt es nicht viel zu tun, denn es ist keine aufwendige Reinigung von Nöten. Desweiteren lassen sich Geschmack und Stärke des Kaffees (vor allem wichtig für einen vorzüglichen Espresso) bestimmen, denn die Kapseln kommen in unterschiedlichsten Variationen. Probiert man sich also durch die verschiedenen Sorten, lässt sich sicherlich auch eine Kapsel passend zur persönlichen Geschmacksvorliebe finden. Außerdem lassen sich auch kleine Portionen leicht herstellen. Gerade für den ein-Personen-Haushalt ist es sehr nützlich, dass der Kaffee pro Tasse und nicht pro Kanne frisch gebrüht wird.

Und was spricht dann gegen die Kapseln?

Auf Nummer eins steht hier die Umwelt. Der Müll, der sich aufgrund des einmaligen Gebrauchs der Kapseln pro Tasse Kaffee ansammelt, ist unfassbar. Dabei sind diese in Deutschland nicht recyclebar und somit verursachen die Kapseln pro Jahr rund 5000 Tonnen Abfall. Auch geschmacklich sind die Kapseln nicht ausschließlich positiv zu bewerten. Denn es lässt sich nur zwischen den vorgegebenen Stärken und Sorten auswählen. Es gibt hier zwar viele Möglichkeiten, jedoch sind auch diese begrenzt. Zu guter Letzt ist der Kostenpunkt der Kapseln zu betrachten: Die Kapseln schlagen mit rund 31-37 Cent pro Tasse zu Buche.

Und nun?

Ob richtig oder falsch stellt sich hier eigentlich gar nicht mehr, denn es gibt mittlerweile einen neuen Weg! Mein persönlicher Favorit und ganz klar die Lösung aller Kaffeemaschinenstreitprobleme: Die wiederverwendbare Kaffeekapsel für die Nespressomaschine. So einfach und doch so genial! Es gibt dabei mehrere Modelle und eine sehr genaue und individuell angepasste Recherche ist ein Muss, um die passende Kapsel zu finden – denn hier muss vor allem auf die Nespressomaschine geachtet werden. Diese haben nämlich verschiedene Passformen.

Mein Liebling ist eine Kapsel aus Edelstahl geworden. Diese hat einen Anschaffungspreis von ca. 30€ und lässt sich bis an mein Lebensende verwenden. Somit wird kein Müll produziert und der Kaufpreis verrechnet sich objektiv betrachtet sehr schnell. Desweiteren passt sie perfekt in meine Nespressomaschine, ohne dieser aufgrund von falschen Maßen Schaden zuzufügen. Auch das Kaffeeeerlebnis lässt sich sehen (beziehungsweise schmecken ;)). Der Kaffee ist bei korrekter Anwendung der Kapsel sehr lecker und auch stark. Wichtig ist hier, das passende Pulver zu finden. Ein paar Tipps diesbezüglich:

1. Wähle das richtige Pulver – nicht zu grob und nicht zu fein – und reinige die Löcher der Kaffeekapsel regelmäßig nach deren Benutzung. Einfaches Ausspülen erfüllt hier meistens schon den Zweck. .Hinsichtlich des Pulvers: Sollte dieses zu fein sein, können die Löcher verstopfen und der Kaffee wird zu wässrig. Ist das Pulver zu grob, passt nicht genug Kaffeepulver in die Kapsel. Auch hier wird der Kaffee zu wässrig.

2. Fülle die Kapsel so voll es geht. In den meisten Fällen wird auch ein kleiner Stempel zum korrekten Füllen der Kapseln mitgeliefert – nutze diesen! Denn die herkömmlichen, einmalig nutzbaren Kapseln werden mithilfe einer Maschine unter enormen Druck gepresst. Die Menge an Kaffee führt zu dem vollen Geschmack. Es lohnt sich also, auch die wiederverwendbare Kapsel so gut es geht zu füllen und zu stopfen, sodass ausreichend Kaffeepulver vorhanden ist, um einen intensiven Geschmack zu gewährleisten.

3. Reinige die Kapsel nur mit Wasser. Bitte benutze kein Spülmittel… Nicht, dass dein Kaffee anfängt zu schäumen!

4. Probieren geht über studieren… Falls der erste Versuch nicht gleich gelingt, gib nicht sofort auf. Vielleicht ist diese Kaffeebohne nicht Deins oder Du brauchst einfach noch etwas Übung beim Füllen. Teste Dich durch verschiedene Bohnen und Stärkegrade. Auch hier gilt: Übung macht den Meister.

Fazit

Wer auf seine Nespressomaschine nicht verzichten will und umweltfreundlich Kaffee konsumieren möchte, liegt mit einer wiederverwendbaren Kaffeekapsel somit vorn. Die benutzerspezifische Dosierung, die einfach Handhabung und die Wiederverwendbarkeit lassen eigentlich keine Wünsche mehr offen. Wie so oft lassen sich also auch bei der Kaffeewahl mehrere Wege und Ansichten verbinden, wenn man sich traut, über den Tellerrand zu schauen und die Absolutheit zu hinterfragen. Ob sich dieses wohl auch auf andere Lebensbereiche anwenden lässt?