Ecosia – das grüne Google

,,Ich google das mal.” – Jeder von uns hat diesen Ausdruck wohl schon einmal gehört und auch selbst benutzt. Seit der Erfindung des Internets und dank Onlinesuchmaschinen kann man eigentlich in sekundenschnelle jegliche Information abrufen. Marktführer ist in dieser Branche ganz klar Google, doch gibt es auch Alternativen, die weniger bekannt sind, aber ihre Daseinsberechtigung anderweitig haben. Eine dieser Alternativen ist die Suchmaschine Ecosia. Doch was zeichnet Ecosia aus?

Was ist Ecosia?

Eco- sia: Wenn man das Wort in seine Einzelheiten zerlegt, kann man sich vielleicht schon ein bisschen erschließen, worauf die Plattform zielt. Eco lässt sich in diesem Fall mit öko, also ökologisch, gleichsetzen. Doch was bedeutet das genau? Die Suchmaschine verspricht, ihren erzielten Umsatz ökologisch einzusetzen – und zwar in Form von neu gepflanzten Bäumen. Jeder Suchauftrag, der mit Ecosia betätigt wird, ermöglicht dieses, denn das Geld, das Ecosia durch Add-Platzierungen oder Werbung einnimmt, wird in Aufforstungsprojekte gesteckt. Zum heutigen Zeitpunkt hat Ecosia somit schon zur Pflanzung von 42.813.775 Bäumen verholfen. Doch nicht nur das: Ecosia vereinbart mehrere Leitbilder, die gemeinsam nicht nur den Bäumen zu Gute kommen, sondern vielfältig dem Verbraucher helfen und schützen.

Transparenz

Ecosia besticht unter anderem mit regelmäßiger Publikation seiner finanziellen Berichte. Dabei wird dargestellt, wie viel Geld Ecosia im entsprechenden Monat verdient hat, wie viele davon in das Pflanzen der Bäume geflossen ist und inwieweit sich das Unternehmen damit verbessert oder verschlechtert hat. Ecosia ist hier ein Vorreiter im Vergleich zu anderen Suchmaschinen und liefert dem Nutzer 100% Transparenz.

Effizienz

Der Suchmaschine zufolge wird alle 0.8 Sekunden aufgrund der Nutzung von Ecosia ein Baum gepflanzt – das klingt nicht nur beeindruckend, sondern ist es auch. Doch es ist wichtig zu wissen, dass die Plattform selbst nicht dafür zuständig ist, diese Tätigkeit auszuführen. Ecosia spendet sein Geld an Organisation wie beispielsweise WWF (World Wildlife Fund) oder The Nature Conservancy und unterstützt auf diese Art und Weise Projekte in Ländern wie Tansania, Marokko, Indonesien, Äthiopien, Madagaskar und Brasilien. Genauere Erläuterungen, Angaben und persönliche Geschichten zu spezifischen Projekten lassen sich ganz einfach auf dem Blog der Plattform nachlesen.

Einnahmen und Spenden

Laut eigenen Angaben und – wie schon erwähnt – offen dargelegten Finanzberichten gehen grundsätzlich 80% der Einnahmen an oben genannte Projekte. 20% werden von Ecosia selbst einbehalten und decken Kosten, wie beispielsweise das Gehalt der Mitarbeiter, Investitionen oder ähnliches, ab.

Ecosia verdient sein Geld genau wie Google oder andere Suchmaschinen: Es wird Geld für die Platzierung von Adds verlangt. Wenn ein Nutzer dann diese Adds anklickt oder auch das Angebot dieser annimmt, bekommt Ecosia einen Teil des Gewinns. Somit kann man eigentlich nicht sagen, dass Ecosia bei jedem Klick Geld verdient und folglich Bäume pflanzen lässt, sondern dies kommt nur zustande, wenn die Adds genutzt werden. Es hilft somit nicht, wenn ein Ecosia-Nutzer am Tag unfassbar viele Suchanfragen stellt ohne Adds anzuklicken, im Glaube, dass dann mehr Bäume gepflanzt werden – das hilft weder Ecosia noch der Umwelt, denn es darf nicht vergessen werden, dass jede Suchanfrage Strom kostet.

Auch dem wahllosen Anklicken von Adds wurde ein Riegel vorgeschoben: So gibt es nun einen Algorithmus, der filtert, ob die getätigte Anfrage über Ecosia echt erscheint. Wenn dem nicht der Fall ist, wird kein Geld an Ecosia ausgezahlt. Es werden also nur ernst gemeinte und nützliche Suchanfragen dazu verwendet, das Spenden der Bäume möglich zu machen.

Im Vergleich

Wenn man Ecosia und Google gegenübergestellt, lassen sich erstmals Gemeinsamkeiten feststellen. Oft werden bei beiden Suchmaschinen sehr ähnliche Ergebnisse erzielt. Im Punkto Tempo liegt Google jedoch vorn – wobei es sich hier nur um einen Geschwindigkeitsunterschied von ein paar Millisekunden handelt. Zu beachten ist hier, dass Ecosia keine eigenen Algorithmen zur Suche verwendet, sondern die von Yahoo und Bing verwendet. Diese sind lange erprobt und somit erzielt Ecosia keine Verluste aufgrund weniger ausgefeilter Algorithmen. Das langfristige Ziel ist jedoch, einen eigenen Algorithmus zu entwickeln, um gänzlich unabhängig zu sein. Dies kostet jedoch eine Menge Geld und aufgrund des hohen Spendenanteils wird es eine Weile dauern, bis dies umgesetzt werden kann.

Ein Nachteil von Ecosia ist jedoch, dass die Google-typische Zusammenfassungsbox fehlt, welche sich bei der Suche nach beispielsweise Definitionen ganz oben auf der Seite befindet. Diese hilft oft, einen Überblick zu erlangen. Dieses Konzept ist in den Suchergebnissen von Ecosia bisher noch nicht integriert.

Fazit

Ob sich Ecosia lohnt oder nicht liegt ganz in den Händen des Nutzers. Ecosia steht Google noch ein wenig nach, nichtsdestotrotz vereinbart die Suchmaschine essentielle Werte und Leitbilder bezüglich Umweltschutz, Transparenz und Nachhaltigkeit. Die bloße Nutzung von Ecosia pflanzt jedoch noch keine Bäume: Somit ist auch hier ein achtsamer Umgang des Verbrauchers gefordert, um Energiekosten so gering wie möglich und Ecosias Nutzen aufrecht zu erhalten. Die Frage, die sich jeder hier stellen sollte, bezieht sich auf die eigene Lebenseinstellung. Sind wir bereit, ein wenig Komfort aufzugeben, um damit unsere Umwelt und ethisches Verhalten zu unterstützen?