Dumpster Diving: Zwischen Hemmschwellen und 3-Gänge Menü  

Dumpster Diving (z.dt. “Mülltauchen”) bezeichnet man das Eintauchen in Müllcontainer auf der Suche nach Entsorgtem, was eigentlich noch genieß- oder brauchbar ist. Es gibt verschiedene Formen des Dumpster Divings; so sind die Taucher auf der Suche nach den verschiedensten Dingen, wie zum Beispiel Elektroschrott, brauchbaren Kleinteilen, Kosmetik oder Lebensmitteln. Wir haben das Dumpster Diving nach Lebensmittel einmal genauer unter die Lupe genommen.

Dumpster Diving- Auf der Suche nach Essbarem ?

Fast ein Drittel aller Lebensmittel, die weltweit produziert werden, landen im Mülleimer. Dabei geht es nicht nur um Lebensmittel, die wir selber kaufen und nicht mehr essen wollen, sondern zum Großteil um die Entsorgung durch Supermärkte etc. Dies ist vor allem Umweltschützern und umweltbewussten Menschen ein Dorn im Auge. Daher bemühen Sie sich fehlerhafte oder gerade abgelaufenen Lebensmittel aus dem Müll zu ‚fischen‘.

Das Mitnehmen von Lebensmitteln aus Abfallcontainern von Supermärkten oder Firmen ist längst keine Seltenheit mehr. Diese Lebensmittel sind meistens noch gut erhalten, werden aber aufgrund eines abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatums oder Druckstellen entsorgt, da der Supermarkt sie nicht mehr verkaufen möchte/darf.  Viele dieser Lebensmittel sind jedoch sicherlich noch genießbar und gesund.

Overdressed im Müllcontainer

Unter den Personen die Dumpster Diving betreiben sind nicht notwendigerweise hilfsbedürftige oder arme Menschen, sondern Studenten, Berufstätige und Umweltfreunde. So gibt es viele, die Gegner des Mindesthaltbarkeitsdatums sind und sich dagegen wehren möchten, dass eigentlich noch genießbare Lebensmittel entsorgt werden. Dass nur Obdachlose im Müll nach Essen suchen, ist also ein Vorurteil.

Erfolgsstories

Im Internet finden sich viele Vereinigungen und Überzeugte die Dumpster Diving promoten. Eine dieser inspirierenden Beispiele ist der 25-jährige Baptiste, welcher quer durch Europa reiste und sich dabei nur von dem Essen aus Mülleimern ernährte. Er tat dies aus Überzeugung, da ihm die Lebensmittelverschwendung in Europa ein schlechtes Gewissen bereitet, während Menschen in ärmeren Ländern hungern. In Deutschland stoppte der Franzose in fünf verschiedenen Orten (Düsseldorf , Köln , Frankfurt, Nürnberg und Berlin), von denen er nach eigenen Angaben in Berlin am leichtesten an Essen kam und in Düsseldorf eher auf Ablehnung stieß. Dies liegt nicht nur an dem Unverständnis der Menschen dort aber sicherlich auch an der deutschen Gesetzeslage.

Gesetzeslage

In Deutschland ist das Suchen nach Essen im Müll von Supermärkten illegal, da es als Hausfriedensbruch angesehen wird. Im konkreten Fall kommt es auf die genauen Umstände an, ob z.B. bestimmte Hindernisse übersteigen werden mussten – dies würde als Hausfriedensbruch  oder Diebstahl gelten, da in Deutschland Abfall Eigentum des Wegwerfers ist bis dieser abgeholt wird. Generell ist Dumpster Diving daher verboten, strafrechtlich verfolgt wird es jedoch nur in einzelnen Fällen.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wohl jeder für sich selber entscheiden muss, ob er gerne einmal im Müll tauchen gehen möchte. Obwohl das Ganze nicht legal ist, ist es wohl eher die eigene Hemmschwelle, die einem vom Mülldurchsuchen abhalten würde als die mögliche strafrechtliche Verfolgung. Ob man dabei auf Delikatessen trifft, hängt wohl ganz vom Sucherfolg ab.