Der Amazonas und Brasiliens Umweltpolitik

Waldbrände wüten seit Jahren im Amazonas. Illegale Rodung ist ebenfalls schon lange ein Problem in Brasilien. Und laut dem WWF nimmt das Waldsterben stetig zu. So soll dieses Jahr schon 57 % mehr Waldfläche zerstört worden sein, als im letzten. Doch was bedeutet das für uns? Lest hier mehr über Bolsonaros Klimapolitik und warum die Menschen in Brasilien diese teilweise sehr unterstützen.

Wasserfall

In Brasilien haben die Menschen Angst um ihr Land. Ähnlich wie in den USA verabscheuen viele Menschen den Kommunismus. Sie fürchten daher nichts mehr als Enteignung. Bolsonaro jedoch vergleicht die Ziele des Klima Abkommens stetig mit Enteignung, sodass die Menschen in Brasilien fürchten, dass ihnen das Recht auf ihr Land genommen werden könnte. Deshalb wollen viele nicht, dass Brasilien ein Klimaabkommen unterschreibt. Bolsonaro hat dies auch nicht vor. Brasilien ist jedoch ein großes Land, in welchem ein großer Teil des Amazonas liegt. Auf diesen sind Menschen weltweit angewiesen, denn das riesige Waldgebiet sorgt dafür, dass CO2 aus der Luft in Sauerstoff umgewandelt wird.

Bolsonaro schützt den Amazonas allerdings nicht. Er würde dort lieber Firmen errichten, welche die Ressourcen der Natur nutzen. Obwohl er im Pariser Klimaabkommen geblieben ist, trägt Bolsonaro nicht zum Klimaschutz bei. Menschen, die die Gefahr des Klimawandels erkennen, zeigen kein Verständnis für die brasilianische Umweltpolitik. Doch es ist die Angst, die Brasiliens Einwohner manipuliert.

Das Pariser Klimaabkommen

Das Pariser Klimaabkommen existiert, um die Bekämpfung des Klimawandels voranzutreiben. 190 Parteien haben das Abkommen unterschrieben – auch alle EU Mitgliedstaaten. Es trat im November 2016 in Kraft. Die wichtigsten Punkte des Abkommens sind: die Eindämmung des Klimawandels, Transparenz, globale Zusammenarbeit, Schadensausgleich und gegenseitige Unterstützung der Länder. Konkret soll erreicht werden, dass die Erderwärmung nicht über 2 Grad hinausgeht.

Wasserfall

Die brasilianische Perspektive

Brasiliens Emissionswerte nahmen in 2019 ca. um 10 Prozent zu. Dies lag zum Teil an Waldbränden. Es wird ebenfalls mehr Waldgebiet gerodet, als geplant. Bolsonaro hat zwar angekündigt, die illegale Rodung bis 2030 zu stoppen, doch Umweltverbände glauben nicht, dass dies tatsächlich geschieht. 

Bolsonaro schaffte es, Menschen für Politik zu begeistern, die sich eigentlich kaum für Wahlen interessierten. Diese Menschen werden mitgerissen von einem Narrativ der Angst: Dadurch, dass Bolsonaro Klimaabkommen mit kommunistischer Enteignung vergleicht, lehnen Brasilianer:innen den Klimaschutz ab. Sie glauben, dass sie ohne Bolsonaro ihr Land verlieren würden und damit keine Einkommensquellen mehr hätten.

Die Zukunft des Amazonas

Auch wenn geschürte Angst nachvollziehbar ist, was können wir bezüglich des Amazonas tun? Die ganze Welt ist schließlich auf ihn angewiesen. Bolsonaros Pläne sehen nicht vielversprechend aus. Doch im Jahre 2022 stehen die Präsidentschaftswahlen in Brasilien an. In Prognosen liegt Bolsonaro seit Kurzem nicht mehr vorn. Lula, der Kandidat der linksorientierten Arbeiterpartei, führt seit März 2021 die Umfragen an. Die Arbeiterpartei hat mehr Interesse an Klimaschutz als Bolsonaro. Der Schutz des Amazonas könnte also ab 2022 in Brasilien wieder zur Priorität werden.

Regenwald

Was können wir tun?

Leider können wir als einzelne Menschen nicht allzu viel tun, um den Amazonas zu schützen. Dennoch gibt es ein paar Kleinigkeiten, auf die wir achten sollten: Esst kein günstiges Fleisch. Tiere in Massentierhaltung werden meist mit Soja aus Brasilien gefüttert. Für den Soja Anbau wird der Regenwald gerodet. Außerdem könnt ihr generell Papier sparen. Ob ihr weniger druckt oder Recycling Toilettenpapier nutzt – weniger Papierverbrauch bedeutet mehr Bäume im Amazonas. Zuletzt überlegt euch beim Möbelkauf, ob ihr wirklich Möbel aus Tropenholz braucht. Einheimisches Holz sieht auch gemütlich aus und ist genauso praktisch.

Einkauf

Fazit

Durch den Klimawandel steht die Menschheit vor einem globalen Problem. Doch gemeinsam wollen viele Länder dieser Entwicklung entgegenwirken. Dass Brasilien dieses Vorhaben gerade nicht leichter macht, sollte uns allerdings nicht dazu bringen, aufzugeben. Wenn die Brasilianer:innen im nächsten Jahr bei der Präsidentschaftswahl gegen Bolsonaro stimmen, gibt es eine reale Chance, den Klimawandel einzudämmen. Und jeder einzelne kann dabei helfen, indem er oder sie auf Produkte aus dem Amazonas verzichtet.