Das Problem mit dem Verpackungsmüll: Wie lässt sich dieser Müll vermeiden?

Zunehmender Verpackungsmüll ist ein globales Problem: Der Abfall verschmutzt die Umwelt und wertvolle Ressourcen werden für die Produktion von Verpackungen verschwendet. Allein in Deutschland verursacht jeder Mensch im Durchschnitt circa 226,5 Kilo Verpackungsmüll pro Jahr. Das geht nun aus einem aktuellen Bericht “Aufkommen und Verwertung von Verpackungen in Deutschland”, veröffentlicht durch das Umweltbundesamt (UBA), hervor. Verpackungsmüll ist jedoch vermeidbar. LebeJetzt.de stellt euch Alternativen zu herkömmlichen Verpackungen vor und gibt Tipps, wie ihr Verpackungsmüll reduzieren könnt.

Gründe für zunehmenden Verpackungsmüll

Morgens ist es schon wieder viel zu spät fürs Frühstück, weshalb häufig ein Coffee-to-go beim Bäcker um die Ecke gekauft wird. In der Mittagspause bestellt man sich dann noch eben online ein paar Winterstiefel, ganz gemütlich und schnell mit wenigen Klicks. Nebenbei wird der fertig abgepackte Salat aus dem Supermarkt gegessen. Das Dressing befindet sich natürlich in einer extra Verpackung und die Gabel zum Verzehr wird praktischerweise ebenfalls mitgeliefert, auch aus Plastik. Nach der Arbeit fällt man dann völlig erschöpft aufs Sofa und ist froh, nun endlich entspannen zu können. Der Kühlschrank ist jedoch mal wieder leer, der nächste Supermarkt schon geschlossen und die Motivation zu kochen ist ohnehin gering. Dann wird halt doch wieder Essen bestellt, da spart man sich auch gleich den Abwasch. Dank Express-Bestellung erhält man am nächsten Tag bereits die zuvor bestellten Winterstiefel. Leider passen und gefallen diese dann doch nicht hundertprozentig. Nicht weiter tragisch, man kann diese ja portofrei zurücksenden.

So, oder so ähnlich sieht der Alltag eines zunehmenden Anteils unserer Bevölkerung aus. Lieferangebote und Fertiggerichte sind zugegeben sehr praktisch und erleichtern unseren Alltag, doch sie verursachen auch enorme Mengen an Abfall. Ein Großteil der ansteigenden Verpackungsmüllmenge in Deutschland geht auf den Onlineversand und auf Verpackungen für Essen und Trinken zum Mitnehmen zurück. Doch vor allem Müll, welcher von privaten Verbrauchern verursacht wird, ist vermeidbar und es gibt bereits zahlreiche Alternativen zu herkömmlichen Verpackungen. Wir stellen euch einige von diesen vor und geben Tipps, wie man Verpackungsmüll reduzieren kann.

Mehrweg statt Einweg

Die wohl naheliegendste Alternative ist die Verwendung von Mehrwegbehältern. Getränke in Mehrwegflaschen im Supermarkt sind bereits Normalität, so auch wiederverwendbare Tragenetze für den Obst- und Gemüseeinkauf. Immer mehr Supermärkte gehen einen Schritt weiter und führen testweise Mehrweg Systeme für andere Lebensmittel ein. So verkaufen beispielsweise einige Edeka-Filialen Mehrwegdosen für Käse und Fleischprodukte von der Frischetheke. Die Dosen werden beim nächsten Einkauf von Edeka gereinigt und können dann wiederverwendet werden. Sogenannte Unverpackt-Läden nehmen vor allem in Großstädten zu. Die Läden kommen ganz ohne Verpackungen aus und Kunden bringen ihre eigenen Gefäße zum Abfüllen von Nudeln, Müsli und Co. mit.

Jeder kann zum Funktionieren von Mehrwegsystemen beitragen. Der einfachste Schritt: Einen Stoffbeutel beim Einkauf verwenden. Damit umgeht man den Kauf einer Papier- oder Plastiktüte an der Supermarktkasse. Der Kaffee auf dem Weg zur Arbeit lässt sich übrigens wunderbar in einem Thermobecher füllen. So vermeidet man nicht nur den Pappbecher, sondern der Kaffee bleibt auch länger warm. Und warum nicht einfach die klassische Brotdose für die Mittagspause? Generell gilt bei Verpackungen selbstverständlich: Mehrweg ist umweltfreundlicher als Einweg.

Recyceln

Viele Verpackungen können recycelt werden. Laut UBA liegt die Recyclingquote bei Verpackungen in Deutschland bei rund 70 %. Allerdings ist die Quote stark vom verwendeten Material abhängig. Papier und Karton können relativ gut recycelt werden. Bei Plastik wird jedoch nur zu 49,7 % der Verpackung recycelt. Plastikverpackungen, beispielsweise in Form von Plastiktüten, sollten also möglichst vermieden werden. Im Alltag ist es außerdem wichtig, den Müll zu trennen, damit dieser recycelt werden kann. Elektrogeräte sollten generell nicht weggeworfen, sondern zu einem lokalen Recyclinghof gebracht werden. Viele Dinge lassen sich zudem reparieren. Viel zu oft tendieren wir dazu, Geräte, die nicht mehr funktionieren, sofort zu entsorgen. Oftmals ist eine Reparatur jedoch sogar die günstigere Option.

Biologisch abbaubare Verpackungen

Ökologisch abbaubare Verpackungsmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen als Alternative zu herkömmlichen Verpackungsmaterialien nehmen weiter zu. 

Das Unternehmen Landpack gilt als Vorreiter in der Verpackungsbranche und nutzt nachhaltige Isolierverpackungen aus Stroh sowie Hanf, anstelle des unter hohem Energieaufwand und aus Erdöl hergestellten Styropors. Von einem Ehepaar im Jahr 2013 gegründet, beliefert Landpack mittlerweile über 600 Lebensmittelversender und beschäftigt zwanzig Mitarbeiter.

Eine weitere Alternative, welche sich allerdings noch in der Entwicklungsphase befindet, stellt Bioplastik dar. Bioplastik wird meist aus pflanzlicher Stärke hergestellt und ist damit biologisch abbaubar. Die Eigenschaften stehen denen von herkömmlichen Plastik allerdings noch nach. Bioplastik ist bislang recht porös, weist Sauerstoff schlechter ab und ist häufig nicht ausreichend hitzebeständig. Auch sind die Verpackungen aus Bioplastik nicht unumstritten: Kürzlich fanden Wissenschaftler heraus, dass Bio-Plastiktüten nicht, wie zuvor erwartet, komplett biologisch abbaubar sind. Naturschutzverbände raten daher von Plastiktüten aus Biokunststoff ab.

Fazit

Die Reduzierung von Verpackungsmüll hängt maßgeblich vom guten Willen des Einzelhandels sowie des Endverbrauchers ab. Zukünftig sind jedoch weitere kreative Ideen und Innovationen mit Bezug auf Verpackungen von Nöten. Schon heute kann mit geringem Aufwand unnötiger Verpackungsabfall verhindert werden. Wie trägst du deinen Teil bei?