Bluewashing

Wir hatten in der Vergangenheit bereits über das sogenannte Greenwashing berichtet, bei welchem sich Unternehmen Strategien zu Nutze machen, damit deren Image von dem “Grünen Trend” profitieren kann. Problematisch ist hierbei jedoch, dass die Unternehmen sich PR-wirksam als nachhaltiger darstellen als diese tatsächlich sind. Ein ähnliches Ablenkungsmanöver für gute Publicity stellt das Bluewashing dar. Doch was ist Bluewashing eigentlich? LebeJetzt.de hat für dich nachgeforscht.

Was ist Bluewashing?

Unternehmen möchten sich gegenüber ihrer Kunden/Innen von ihrer besten Seite zeigen, sei es hinsichtlich der Nachhaltigkeit oder des sozialen Engagements. Oftmals ist der tatsächliche Einsatz jedoch, wenn überhaupt vorhanden, verschwindend gering. So verhelfen strategische Marketingmaßnahmen dennoch dazu, dass soziale oder ethische Kampagnen als größer dargestellt werden als diese in Wirklichkeit sind. Ähnlich wie das Greenwashing dient das Bluewashing somit als Ablenkungsmanöver, mit welchem Unternehmen ihr Image aufbessern möchten. 

Der Begriff des Bluewashings geht, laut des Center for Responsibility Research, auf die Farbe der Organisation der Vereinten Nationen (UNO) zurück. Die blaue Farbe der UNO sowie das damit verbundene Image des humanitären Engagements rückte ab 1999 für jene Unternehmen in den Fokus, welche sich mit einem sozial und ethisch starken Aspekt assoziierten. Im Jahr 1999 wurde eine weltweite Initiative namens Global Compact vorgestellt, welche Vereinbarungen zwischen der UNO und Unternehmen beinhaltete.

Jene Unternehmen, welche sich dieser Initiative anschlossen, sollten gemeinsam an einer ökologischen und sozialverträglichen Globalisierung arbeiten. Dies sollte anhand von zehn Kriterien geschehen, welche Teil der Initiative waren. Diese Kriterien betrafen zum Beispiel Korruptionsprävention, Umweltschutz sowie Arbeitnehmer- und Menschenrechte. Kritik an dieser Initiative wurde jedoch laut, da Unternehmen sich Global Compact nicht nur freiwillig anschließen konnten, sondern auch da es keinerlei Kontrollen zur Einhaltung der Kriterien gab. Viele Unternehmen warben Teil der Initiative zu sein, während sich diese jedoch nicht an die vereinbarten Kriterien hielten. Somit wurde die Initiative und deren Mitgliedschaft zu einer PR-Maßnahme, mit welcher viele Unternehmen zu Unrecht warben.

Was ist der Unterschied zwischen Green- und Bluewashing?

Während man als Greenwashing jene PR-Maßnahmen bezeichnet, welche gewisse Tätigkeiten oder Bereiche des Unternehmens als nachhaltiger darstellen als diese tatsächlich sind, geht es bei dem Bluewashing um das PR-wirksame Marketing der ethischen Aspekte eines Unternehmens. In einem direkten Vergleich lässt sich der Unterschied zwischen Green- und Bluewashing einfach erklären: 

Greenwashing wird zum Beispiel dann betrieben, wenn ein Unternehmen ein Produkt bewirbt und dessen natürliche Inhaltsstoffe hervorhebt, welche allerdings nur einen Bruchteil der gesamten Inhaltsstoffliste ausmachen, während alle restlichen Inhaltsstoffe weiterhin synthetisch sind. Dem Kunden wird so durch die Werbung suggeriert, dass es sich um ein natürliches Produkt handelt, trotz der verschwindend geringen enthaltenen Menge an  natürlichen Inhaltsstoffen. 

Bluewashing funktioniert sehr ähnlich wie das Greenwashing, jedoch handelt es sich hierbei um die ethischen Aspekte. So würde ein Unternehmen Bluewashing betreiben, wenn es werbewirksam ein Produkt vorstellt, welches mit ‘fairen Löhnen’ hergestellt wurde. Sollte insgesamt jedoch nur ein Bruchteil der beteiligten Arbeitskräfte faire Löhne erhalten haben, während ein Großteil unter ethisch fragwürdigen Bedingungen mit schlechter Bezahlung produziert wurde, wird dem Kunden durch die Werbemaßnahmen ein falsches Bild vermittelt.

Wie kann man sich als Kunde vor Bluewashing schützen? 

Bluewashing findet man besonders oft in der Textil- sowie Lebensmittelbranche. So werden zum Beispiel Textilbekleidung oder Kaffee damit beworben, dass diese unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt wurden. So würde man als Kunde/In beispielsweise erwarten, dass die Produkte ohne Kinderarbeit hergestellt und die Arbeiter fair bezahlt wurden. Ebenso würde man erwarten, dass die Arbeitnehmer unter fairen Arbeitsbedingungen angestellt sind. Doch wie kann man als Kunde/In erkennen, ob es sich nur um leere Worthülsen handelt oder das Unternehmen hinter seinen Versprechungen steht? 

  • Hinterfrage Werbeversprechen: Forsche online nach, denn oftmals lassen sich im Internet recht einfach Informationen zu dem jeweiligen Unternehmen finden. Falls das Unternehmen bereits gewisse Botschaften in der Vergangenheit beworben hat, schaue nach, ob diese tatsächlich eingehalten wurden. 
  • Achte auf Gütesiegel: Auch hier ist das Internet dein bester Freund. Ob du gewissen Gütesiegeln vertrauen kannst und wie streng diese kontrolliert werden, lässt sich ebenfalls online in Erfahrung bringen.
  • Achte auf Inhaltsstoffe: Vertraue nicht auf einzelne Werbeversprechen. Schau dir stattdessen das gesamte Produkt an – dies gilt besonders bei Lebensmitteln und Kosmetika. 

Fazit

Das seit einiger Zeit wachsende ethische, soziale und ökologische Bewusstsein vieler Kunden/Innen, möchten sich einige Unternehmen zunutze machen. Bluewashing ist das PR-wirksame Vermarkten von ethischen und sozialem Engagement, welches bei genauerem Hinsehen jedoch oftmals nur heiße Luft ist. Unternehmen nutzen Bluewashing, ähnlich wie Greenwashing, um ihr Firmenimage aufzupolieren. Als Kunde/In kann man sich vor diesen falschen Versprechungen schützen, indem man die Werbeversprechen eines Unternehmens kritisch hinterfragt und nicht ungefragt für bare Münze nimmt.