Alternativen zu herkömmlichen Wattepads

Unsere Haut ist unser größtes Organ und spiegelt alles wieder was man zu sich nimmt, ob man unter Stress leidet, welche Produkte man isst und natürlich wie das Gesicht gereinigt wird. Es ist wichtig, unsere Haut so gut es geht zu schützen. Eine natürliche Gesichtsreinigungs-Routine sollte da an erster Stelle stehen. Das beliebestes Abschminkmittel, zu welchem wir greifen, sind die Wattepads. Obwohl sie so einfach und problemlos erscheinen, bringen sie viele Nachteile mit sich. Die so unscheinbaren Wattepads schaden nämlich nicht nur der Umwelt, sondern auch der Haut. LebeJetzt deckt nachfolgend die Tücken des Wattepads auf. 

Wattepads dienen wohl vor allem zum Abschminken am Abend. Die weichen Pads sind hygienisch, entfernen schonend den Schmutz des Alltags und reinigen das Geschicht. Doch zu welchem Preis? Gibt es Alternativen, welche das Gleiche versprechen, jedoch umweltfreundlicher sind? 
Hier erfährst du, wie schädlich Wattepads wirklich sind, welche Alternativen es zu den herkömmlichen Wattepads gibt und welche nachhaltigen Abschminkmittel noch zur Verfügung stehen:

Wattepads

Nachteile der Wattepads

Die herkömmlichen Einweg-Wattepads schaden unserem Planeten ungemein. Man nutzt sie nicht nur zum Abschminken, sondern auch zum Auftragen anderer Gesichtsreinigungsprodukte oder auch zum Entfernen von Nagellack, u.v.m.

Im Durchschnitt nutzt jede Frau jährlich 1000 Wattepads. Das sind circa 82 Wattepads pro Monat bzw. drei Wattepads am Tag. Bedenkt man, dass es in Deutschland ungefähr 42 Millionen Frauen gibt, errechnen sich daraus pro Jahr um die 42 Milliarden Wattepads, welche und anschließend im Müll landen. Hinzu kommt die Plastikverpackung, in der die kleinen Pads verpackt sind. In einer Packung sind zwischen 50 und 130 Wattepads enthalten. Gehen wir also von 100 Wattepads pro Packung aus, werden jährlich allein für Deutschland 420 Millionen Plastikverpackungen zusätzlich produziert, welche im Müll landen.

Dieser Wert berücksichtigt jedoch noch nicht einmal die Anzahl der Männer, welche auch regelmäßig Wattepads nutzen.. Stellt man sich diese Mengen allein für Deutschland vor, möchte man sich gar nicht ausmalen, wie es in anderen Ländern der Welt aussieht. 

Wattepads

Herstellung von Wattepads 

Baumwollplantagen nehmen rund 2,5 % der weltweiten Ackerfelder ein. Ein Großteil der Baumwolle, welche zur Herstellung von Wattepads wichtig ist, kommt aus Indien. Baumwolle wächst in Baumwollplantagen. Um den Ernteertrag zu erhöhen, wird Baumwolle mittlerweile oftmals genmanipuliert und mit Pestiziden behandelt. 

Baumwollplantagen sind sehr anfällig gegenüber Schädlingen und Unkraut. Ein großteil der Ernte (bis zu 80 %) würden verrotten, wenn vorbeugend keine Pestizide eingesetzt werden würden. Um dies zu vermeiden, werden Chemikalien eingesetzt, welche 15 % der weltweiten Nutzung ausmachen.  
Viele dieser Mittel, die als Bekämpfung für Insekten und Unkraut eingesetzt werden, sind von der WHO als gefährlich eingestuft und sind sehr schädlich gegenüber der Umwelt und für uns Menschen. Im Endprodukt, wie zum Beispiel Wattepads, bleiben Rückstände erhalten und geraten bei deren Entsorgung in die Umwelt. Die Chemikalien verschmutzen die umliegenden Wasserleitungen und können Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen haben, welche diese Felder besprühen.
Auch nachdem die Baumwolle gewachsen ist, geht die Nutzung von Chemikalien weiter. Damit die Wattepads so weich und weiß sind wie wir sie aus den Drogeriemärkten kennen, werden Bleichmittel und andere Chemikalien genutzt. 

Abgesehen von den Problemen, welcher mit der Nutzung von Pestiziden einhergehen, ist zudem der Wasserbedarf der Baumwollplantagen problematisch: Baumwollplantagen benötigen eine große Menge an Wasser. Die konventionelle Herstellung von Baumwolle benötigt in etwa 10.000 Liter Wasser pro 1 Kilogramm Baumwolle. Ein Kilogramm Baumwolle wird benötigt, um 15 Packungen der herkömmlichen Wattepads herzustellen. 

Es gibt noch viele weitere Nachteile, die aus der Herstellung von Wattepads hervor treten, wie zum Beispiel schlechte Arbeitsbedingungen, Versalzung der Böden sowie Krankheiten, unter denen Menschen aus den Anbauregionen leiden.

Wattepads

Wiederverwendbare “Watte”pads

Waschbare Abschminkpads gibt es mittlerweile vermehrt zu kaufen: Ob online, im Geschäft oder selbst genäht. Sie sind eine perfekte Möglichkeit, den Schaden, den die Umwelt durch das Herstellen von Wattepads trägt, entgegenzuwirken. Darüber hinaus sind sie auf Dauer um einiges günstiger und produzieren keinen Müll. Die wiederverwendbaren Wattepads gibt es in zahlreichen Varianten, Stoffen und Größen. Meist bestehen sie aus Bio Baumwolle oder Bambus Viskose. 

Im Hinblick auf den Anbau sowie die Pflege der Plantagen, verursachen Wattepads, welche aus Bambuswolle hergestellt werden, einen deutlich geringeren Schaden an die Umwelt als die herkömmlich angebaute Baumwolle. Die Bambus Pads werden ganz ohne Plastik verkauft, weder die Verpackung, noch die Pads verursachen unnötigen Plastikmüll. Die meisten Pads bestehen zu 70-80 % aus Bambusviskose und zu 20-30 % aus Baumwolle. Ein weiterer Vorteil der Bambus Pads ist die Pads antibakteriell wirken, da die Bambuspflanze einen antibakteriellen Stoff produziert. Ein angenehme Anwendung ist vorausgesetzt, die Pads sind extrem weich und saugfähig, da sie jederzeit bei bis zu 90°C gewaschen werden können. Eine Wäsche bei 60°C reicht jedoch meist aus, um die Umwelt weiter zu schonen. Die Pads eignen sich hervorragend, um jegliches Make-up zu entfernen sowie auch zur Reinigung des Gesichts mit Pflegeprodukten.

Wiederverwendbare Wattepads sind aber auch einfach selber zu nähen. Ein kleiner Tipps für die, die ihre nachhaltigen Wattepads selber nähen möchten: Wähle einfach einen beliebigen Stoff, welcher bei bis zu 60°C – 90°C  waschbar ist. Je nach belieben kann man feine oder grobe Pads, oder eine Mischung aus beiden herstellen. Für die feine Seite der Kosmetikpads eignen sich T-Shirt-Stoffe bestens. Für die grobe Seite eignen sich Frottee-Stoffe, wie beispielsweise alte Handtücher oder Waschlappen. Nützlich ist es auch, eine Schlaufe an die Pads zu befestigen, damit man diese nach dem Waschen zum Trocknen aufhängen kann.

Wattepads

Waschgel

Auch beim Waschgel kann man auf bestimmte Aspekte achten, um der Umwelt nicht weiter zu schaden und auch der Haut etwas Gutes zu tun.
So kann man beispielsweise Reinigungsprodukte kaufen, welche tierversuchsfrei sind. Es gibt in jedem Drogeriemarkt eine große Auswahl an veganen Produkten.

Außerdem ist in vielen Kosmetikprodukten Mikroplastik enthalten. Mikroplastik wird industriell hergestellt und so gezielt in Kosmetikprodukten genutzt. Nicht nur in Peelings, sondern auch in Creme, Duschgel, Make-up, Shampoos usw. Mikroplastik eine Ressource hergestellt, die ohnehin schon sehr knapp ist, aus Erdöl. Kläranlagen können die kleinen Mikroplastikpartikel nicht vollständig aus dem Abwasser herausfiltern. Aufgrund dessen gelangen diese kleinen Partikelchen aus unserem Haushalt letztendlich in die Meere.

Um sicherzugehen, dass in deinen Produkten kein Mikroplastik enthalten ist, ist es hilfreich, auf der Inhaltsstoffliste nach folgenden Begriffen zu schauen: Polyethylen, Polypropylen, Polyamid oder Polyethylenterephthalat. Diese Stoffe enthalten meist Mikroplastik. Greenpeace hat eine hilfreiche Checkliste veröffentlicht, welche mikroplastikhaltige Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten aufführt.

Wattepads

Fazit

Einweg-Wattepads sind schädlich für die Umwelt und auch uns Menschen. Die Baumwolle, die für die Herstellung von Einweg-Wattepads genutzt wird, wird auf riesigen Plantagen angebaut, welche Unmengen an Wasser brauchen. Die Schadstoffe, welche gegen Schädlinge und Unkraut eingesetzt werden, gelangen in die Umwelt und schaden so Mensch und Natur. Eine gute Alternative sind waschbare, wiederverwendbare Reinigungspads, welche man in jedem Drogeriemarkt kaufen oder ganz einfach selbst nähen kann.