Wie Massentourismus zur Zerstörung von Korallenriffen beiträgt

In den letzten Jahren sind immer mehr Korallenriffe abgestorben. Die UNESCO warnt, dass bis 2030 mehr als die Hälfte der Korallenriffe verloren sein könnten. Dies liegt an der Erderwärmung, aber auch an den Folgen des Massentourismus. Hier erfährst du, wie es zur Korallenbleiche kommt und warum einige der berühmtesten Touristenorte in Thailand und in den Philippinen zum Schutz von Korallen geschlossen werden mussten.

Wichtigkeit der Korallen

Die Korallenriffe nehmen weltweit ab. In den letzten 30 bis 40 Jahren wurden 80 % der Korallen in der Karibik sowie 50 % in Indonesien und im Pazifik zerstört. Schon in 2007 warnte die Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature) auf einer Artenschutzkonferenz, dass weltweit 20 % der Korallenriffe zerstört und 50 % bedroht seien. Die UNESCO warnt, dass bis 2030 mehr als die Hälfte der Korallenriffe verloren sein könnten und nur noch wenige das Ende unseres Jahrhunderts überleben würden.

Obwohl Korallenriffe weniger als 0.5 % der Meeresböden bedecken, bieten Korallenriffe Schutz und Nahrung für zahlreiche Fischarten. Außerdem hängen rund 90 % der Meerestierarten, wie Fische, Schwämme, Anemonen, Seesterne, etc. direkt oder indirekt von Korallen ab. Somit führt das Sterben von Korallen zu einer Verringerung von Artenvielfalten im Ozean. Korallen sind nicht nur für die Erhaltung von zahlreichen Artenvielfalten wichtig, aber auch für den Lebensunterhalt von lokalen Bevölkerungen. Die Aktivitäten in Verbindung mit Korallenriffen geben weltweit Millionen von Menschen Arbeit und Nahrung, wie z.B. Fischern und Arbeitern innerhalb der Tourismusbranche. Die Zerstörung von Korallenriffen führt zu weniger Fischen und somit zu Hunger in vielen lokalen Bevölkerungen, denn zerstörte Korallenriffe beherbergen fast keine Fische mehr. In den Philippinen ist der Fischbestand um 60 % und weltweit sogar um 50 % zurückgegangen. Somit haben Fischer ein deutlich geringeres Einkommen.

Ursachen des Korallensterbens

Die Ursachen des Korallensterbens hängen vor allem mit dem Klimawandel und mit der Umweltverschmutzung zusammen, die das Leben von Korallen negativ beeinträchtigen. Korallen sind winzige Tierchen und Polypen, die in Kolonien leben und riesige Korallenriffe schaffen können. Korallen gibt es in allen Formen, Farben und Tiefen der Meere. Sie gehen eine symbiotische Leben- und Nahrungsgemeinschaft mit Algen ein, die sich im Gewebe der Polypen befinden, und als Nahrung dienen. Da Korallen sehr temperaturempfindlich sind, ist das Sterben von Korallen vor allem mit den Konsequenzen des Klimawandels verbunden. Der Anstieg der Wassertemperaturen in den letzten Jahren führt zum Absterben der Symbionten, den Zooxanthellen. Mit dem Sterben von diesen Korallenbewohnern bleichen und sterben die Korallen aus und nur noch das helle Korallenskelett bleibt sichtbar. Neben dem Klimawandel hat auch der Massentourismus schädliche Auswirkungen auf Korallen.

Die Schließung von Maya Bay

Auch der Massentourismus trägt massiv zur Beschädigung von Korallenriffen bei. Deshalb wurde u.a. in Thailand und in den Philippinen, welche beide stark von der Tourismuswirtschaft abhängig sind, manche Touristenorte für Besucher geschlossen, damit sich die Meeresfauna und Korallen erholen können. Hierzu zählt auch einer der meistbesuchten Strände der Welt, Maya Bay (auf der Insel Ko Phi Phi Leh in Thailand), mit bis zu 7000 Besuchern pro Tag. Am 1. Juni 2018 wurde die Insel erstmals für Besucher geschlossen und wird nun höchstwahrscheinlich noch bis 2021 geschlossen bleiben. Ziel ist es, dass sich die Strände und Natur – insbesondere Korallen – erholen.

Einer der Hauptursachen für die Beschädigung der Korallen ist das Abwasser, welches von Hotels ins Meer geleitet wird. Weitere Ursachen sind ins Meer geworfener Plastikmüll sowie Schäden durch Bootsanker der vielzähligen Touristenboote, die die Insel täglich besuchen. Der Massentourismus hat zur massiven Umweltverschmutzung und somit zur Beschädigung der Korallen beigetragen. Da viele Korallen um die Insel abgestorben sind, braucht es nun Zeit zur Sanierung. Vor kurzem wurden 20 000 neue Korallen angesiedelt. Laut thailändischen Wissenschaftlern wäre eine dauerhafte Schließung ideal. Da der Tourismus jedoch eine wichtige Einkommensquelle der thailändischen Volkswirtschaft darstellt, ist dies nicht möglich.

Die Folgen des Tourismus in Boracay

Auch eine der meistbesuchten Inseln in den Philippinen, Boracay, wurde geschlossen, um sich vom Massentourismus zu erholen. Hierfür ist ebenso die Umweltverschmutzung der Hauptgrund. Die Infrastruktur kann die Folgen des ansteigenden Tourismus nicht bewältigen. Nur rund die Hälfte der Geschäfte in Boracay sind ans Abwassersystem der Insel angeschlossen. Daher werden von ca. 100 Tonnen Abfall, nur um die 30 Tonnen auf einer Müllhalde auf die Nachbarinsel gebracht und der Rest bleibt auf Boracay, wo die Strände mit Müll übersät werden und auch ins Wasser gelangen. Somit wurden Korallen nachhaltig beschädigt, bis es zur Schließung der Insel für Besucher führte.

Fazit

Das Korallenbleichen ist ein weltweites, ernsthaftes Problem. Es führt nicht nur zur Bedrohung von Artenvielfalten, sondern stellt auch für den nachhaltigen Lebensunterhalt von lokalen Bevölkerungen eine Gefahr dar. Obwohl manche Arbeiter in der Touristenbranche über die Schließung der Inseln für Besucher erbost sind, ist dies die einzige Möglichkeit zu retten, was noch zu retten ist, um eine nachhaltige Entwicklung im Lande anzustreben, welche eine gute Balance zwischen Wirtschaft und Natur garantieren kann.