Nachhaltiger Skitourismus

Skifahren ist ein beliebtes Wintervergnügen. Einfach raus in die schneebedeckte, traumhafte Natur, den Ausblick genießen, während man sich auf Ski oder Snowboard sportlich betätigt. Doch in Zeiten des Klimawandels wird dies zu einer immer größeren Herausforderung: Der Schnee bleibt aus und Regionen, welche vom Wintertourismus abhängig sind, sowie die Wintersportler selbst, sind die Leidtragenden. Doch dass man gerade als Wintersportler einen großen Beitrag zum Schwinden des Schnees leistet wird oftmals vergessen. Erfahre nachfolgend mehr über nachhaltigen Skitourismus, um auch in den nächsten Jahrzehnten den beliebten Skiurlaub nicht missen zu müssen. 

Für viele ist der Skiurlaub nicht nur auf das Herabfahren der Pisten beschränkt, sondern vielmehr auch das Erlebnis, im Einklang mit der Natur und in der frischen Luft zu sein. Während man sich in den schneebedeckten Bergen befindet, kann es ein wahrer Genuss sein, das Bergpanorama zu betrachten. Doch leider sind Veränderungen in genau dieser Berglandschaft immer deutlicher zu sehen: Der Klimawandel hat deutliche Spuren hinterlassen. Gletscher schmelzen, es fällt weniger Schnee und auch das Ökosystem hat sich stark verändert.
Das Schlimme: Der Skitourist hat sich diese Folgen zu einem großen Anteil selbst zu verdanken. Die Nachfrage nach mehr Pistenkilometern, modernen Hotels und Flexibilität ist eine Hauptursache des Klimawandels in den alpinen Regionen.
Die Szenerie sowie die Umwelt werden durch den Bau von Skiliften, Hotels, neuen Straßen und Parkplätzen stark verändert und verschmutzt.
Allein das Anreisen mit dem eigenen PKW verschmutzt die Umwelt und führt jährlich zu hohem Verkehrsaufkommen, welches lange Staus zur Folge trägt.
Eine Alternative ist der Reisebus oder Zug. Viele große Skigebiete sind bereits leicht mit dem Zug zu erreichen. 

Der Bau einer Skipiste

Natürlich findet man die Skipisten nicht einfach so in der Natur vor. Damit eine Piste so befahrbar ist, wie wir sie im Winterurlaub vorfinden, ist einige Arbeit von Nöten.
Der Bau einer Skipiste stellt einen erheblichen Eingriff in die Natur dar. Um Platz für die Pisten zu schaffen, werden oftmals riesige Waldflächen abgeholzt. Dort werden nicht nur Bäume samt ihrer Wurzeln aus dem Boden gerissen, sondern auch der Wohnraum vieler Tiere und Organismen zerstört.
Noch schlimmer wird es, wenn extra Felsen gesprengt werden, um die Pisten ebenerdig zu machen, oder Flüsse umgeleitet werden, damit die Piste entlang des Berges verlaufen kann. Um die Piste entsprechend zu glätten, muss die gesamte Fläche planiert werden, wodurch der natürliche Boden sehr stark verdichtet wird. Dies hat zur Folge, dass der Boden das Regenwasser nicht mehr richtig aufsaugen kann. Dies führt wiederum dazu, dass Regenwasser den Hang hinab fließt und es so zu Überschwemmungen kommen kann. Außerdem steigt auch die Gefahr von Erosionen sowie Schlamm- ,Geröll- und Schneelawinen.

Kunstbeschneiung

Durch steigende Temperaturen ist eine erhöhte Nutzung von Schneekanonen erforderlich, um die Skipisten befahrbar zu machen. Der Naturschnee reicht nicht mehr aus und so muss eine Schneekanone Unterstützung leisten. Eben diese Unterstützung stellt eine große Umweltbelastung dar, denn Schneekanonen verbrauchen hohe Mengen an Wasser und Energie. Um diesen Verbrauch in Relation zu setzen: Jährlich werden pro Hektar Kunstbeschneiung rund eine Million Liter Wasser verbraucht. Dies ist gleichzusetzen mit dem jährlichen Wasserbedarf von Hamburg!
Darüber hinaus ist der Kunstschnee wesentlich dichter als sein natürlicher Konterpart, wodurch weniger Sauerstoff an die Bodenflächen gelangt, was erhebliche Risiken für die Vegetation unter der Kunstschneedecke birgt.

Nebensaison statt Hauptsaison

Es ist aus mehreren Gründen empfehlenswert, in der Nebensaison zu reisen. Zum einen ist dies besser für die Umwelt, zum anderen schont es auch den Geldbeutel. In der Regel sind, verglichen zur Hauptsaison, die Preise in der Nebensaison für Skipass und Hotel wesentlich günstiger.
Auch sind die Skigebiete leerer, wodurch keine langen Wartezeiten an Liften entstehen und die Straßen sind ebenfalls leerer. Doch die Aussicht auf leere Straßen sollte einen nicht dazu verleiten, in der Nebensaison mit dem Auto anzureisen. Stattdessen empfiehlt es sich, nichtsdestotrotz mit dem Zug oder Reisebus in den Urlaubsort zu fahren und vor Ort den Skibus anstelle eines Mietwagens zu nutzen. Wenn in der Nebensaison gereist wird, werden die Probleme der Hauptsaison, wie beispielsweise das erhöhte Verkehrsaufkommen, verstopfte Straßen, Staus, Parkplatznot, Warteschlangen am Skilift und überfüllte Skipisten, umgangen.
Ferner schont weniger Auslastung der Pisten in der Hauptsaison den Schnee, wodurch dieser eventuell länger liegen bleibt und Pistenraupen seltener zum Einsatz kommen müssen.

Nachhaltigkeit fernab der Nutzung des eigenen KFZ

Neben der Auswahl der Reisesaison und der Wahl des Verkehrsmittels gibt es auch andere Faktoren, welchen man Beachtung schenken sollte. Eine Möglichkeit ist es, bei der Auswahl des Hotels darauf zu achten, ob das Hotel den Strom aus erneuerbaren Energien bezieht oder ob lokale Produkte von Landwirten der Region genutzt werden. Achtet hierbei auf verschiedene Siegel, wie beispielsweise das Österreichische Umweltzeichen oder die Blaue Schwalbe.
Ein weiterer Tipp ist es, in kleinere Skigebiete zu fahren, um den Boom der großen, immer stärker wachsenden Gebiete zu stoppen. Durch den Bau vieler Hotels wird nicht nur die Umwelt beschädigt, sondern auch mehr Mitarbeiter pendeln zwischen Wohnort und Arbeitsplatz. Gleichzeitig werden mehr neue Eigenheime gebaut, um die Mitarbeiter auch direkt vor Ort unterzubringen. Dadurch wachsen kleine Orte zu Städten heran, nehmen der Natur jeglichen Freiraum und verschmutzen die Umwelt, durch mehr Verkehrsaufkommen und einer immer größer werdenden Infrastruktur.
Oftmals fahren Skibusse von zentralen Punkten und Hotels direkt zum Skigebiet. Dies ist eine hervorragende Möglichkeit, auf das Auto zu verzichten, und die Umwelt zu schonen. Das Gute: Oftmals ist der Skibus im Preis des Skipasses inbegriffen, während das Benzin des eigenen Autos selbst bezahlt werden muss.
Außerdem kann beim Kauf der Ausrüstung auf Hersteller zurückgegriffen werden, welche umweltbewusste Strategien sowie Materialien zur Herstellung der Skiausrüstung nutzen. 
Es sollte selbstverständlich sein, keinen Müll auf den Pisten zu hinterlassen. Wer es schafft einen Schokoriegel zur Stärkung mitzunehmen, der schafft es auch, den Müll bis zur nächsten Mülltonne zu befördern.

Respektiere Pistengrenzen

Auf den Straßen bewegen wir unser KFZ auch nur auf den ausgezeichneten Straßen. Warum also halten wir uns nicht auch in den Skigebieten an die vorgegebenen Begrenzungen der Pisten, welche sozusagen die Straßen der Ski- und Snowboardfahrer sind? Außerhalb der Piste ist die Wahrscheinlichkeit zu verunglücken nicht nur wesentlicher höher, sondern auch die Chance, eine gefährliche Lawine auszulösen, ist wesentlich größer.
Darüber hinaus sind die Gebiete abseits der Pisten die letzten Rückzugsmöglichkeiten der dort vorhandenen Tierwelt, welche durch die ungeplante Nutzung einen großen Schrecken eingejagt bekommen, ihre letzten Frei- und Wohnräume eventuell zerstört werden und möglicherweise sogar verletzt werden.

Fazit

Durch den Klimawandel müssen sich viele alpine Regionen den dadurch entstehenden Problem stellen.  Dass gerade diese Probleme jedoch leider zu einem großen Teil von dem Skitourist selbst verursacht werden, gerät Schnell außer Acht. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, um den eigenen Winterurlaub nachhaltiger zu gestalten. Sei es die Auswahl der Reisesaison, des Verkehrsmittels, des Urlaubsortes oder die Unterkunft. Nur durch das eigene Handeln kann die Existenz des Skiurlaubs in den nächsten Jahrzehnten gesichert werden.