Faires Reisen: So kannst du zur nachhaltigeren Umwelt beitragen

Klimaschutz und Urlaub, lässt sich das denn vereinen? Und ob! In Zeiten des drohenden Klimawandels, erfreut sich Faires Reisen glücklicherweise immer größerer Beliebtheit. Doch was ist Faires Reisen eigentlich? Und wie kann man selbst aktiv dazu beitragen? Nach welchen Hotels sollte man Ausschau halten und welche Aktivitäten eignen sich? Erfahre nachfolgend alles Wissenswerte rund ums Faire Reisen.

Fair Reisen erklärt

Für viele Entwicklungsländer ist Tourismus wirtschaftlich gesehen ein Segen: Besucher bringen Geld in die heimischen Kassen, sei es durch den Verkauf von Souvenirs, Essen oder durch das Angebot von Freizeitaktivitäten. Laut dem evangelischen Entwicklungsdienst Brot für die Welt hängt weltweit mittlerweile jeder elfte Arbeitsplatz von Tourismus ab. Somit würde sich die Anzahl weltweiter Jobs, welche mit Tourismus in Verbindung stehen, auf rund 280 Millionen belaufen. Während Tourismus selbstverständlich auch in wirtschaftlich stärkeren Ländern von Bedeutung ist, spielt er eine wesentlich wichtigere Rolle in südlichen, entwicklungsschwächeren Ländern und Inselregionen.

Während Tourismus somit seine positiven Seiten hat, bringt dieser jedoch auch Nachteile und Risiken mit sich. So kann dieser soziale Ungerechtigkeiten verstärken, große Umweltprobleme verursachen sowie lokale Kulturen und Infrastrukturen überfordern. Hinsichtlich der Umweltprobleme, welche mit Tourismus in Verbindung gebracht werden, stehen CO2-Ausstoß und der hohe Verbrauch von wertvollen Ressourcen ganz oben auf der Liste.

Doch dies sollte einem nicht komplett die Lust am Reisen verderben, denn es geht auch anders! Faires Reisen bietet eine nachhaltige Alternative zum herkömmlichen Reisen. Faires Reisen orientiert sich an ökologischen, ökonomischen und sozialen Wertvorstellungen, welche von unabhängigen Organisationen kontrolliert werden. Wer sich hinsichtlich Fairen Reisens in deutschen Reisebüros derzeit noch schlecht beraten fühlt, kann online schnell fündig werden. Hier findet man ein wachsendes Angebot solcher Reiseportale, welche sich auf nachhaltiges Reisen fokussieren. Nachfolgend stellen wir dir einige Beispiele vor:

Auf dem Reiseportal des Forum Anders Reisen e.V. haben sich beispielsweise über 100 Reiseveranstalter zusammen getan, um sich für nachhaltiges Reisen zu engagieren. Das Portal macht sich für Tourismus stark, welcher einheimische Kulturen und Menschen respektiert und die Umwelt möglichst wenig belastet. Dabei müssen alle Reiseveranstalter, welche auf dem Portal anzutreffen sind, einen umfangreichen umwelt- und sozialverträglichen Kriterienkatalog erfüllen und sowie ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung übernehmen, welches regelmäßig von einem unabhängigen Zertifizierungsrat überprüft wird.

Eine andere Möglichkeit seinen Urlaub umweltfreundlich und nachhaltig zu gestalten, ist über Fair Trade Tourism. In 2003 hat die südafrikanische Organisation Fair Trade Tourism ein System zur Überprüfung und Auszeichnung von Unterkünften und Freizeitaktivitäten entwickelt. Bis dato wurden 125 Unternehmen von Fair Trade Tourism zertifiziert, welche die sechs Grundwerten von Fair Trade Tourism erfüllen: Faire Bezahlung, faire Mitsprache, Respekt, Verlässlichkeit, Transparenz und Nachhaltigkeit. Um sicherzustellen, dass die ausgezeichneten Unternehmen dauerhaft allen Ansprüchen gerecht werden, werden diese alle drei Jahre neu überprüft. Wer zum Beispiel gerne auf eine nachhaltige Safari in Afrika gehen möchte, ist bei Fair Trade Tourism an der richtigen Adresse.

Fair Reisen: So kannst du aktiv mit beitragen

Seine eigene nachhaltige Reise über ein Portal für Faires Reisen zu buchen, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Doch damit ist es noch nicht getan. Auch im jeweiligen Urlaubsland kann man erheblich dazu beitragen, seinen Urlaub nachhaltig zu gestalten und einen positiven Eindruck in der jeweilige Kultur zu hinterlassen. Wer möchte sich im gewünschten Urlaubsziel schon wie ein Elefant im Porzellanladen verhalten? Stattdessen sollte man sich besonders für Respekt gegenüber fremden Kulturen, partnerschaftliche Beziehungen, ökologischer Verträglichkeit, Beteiligung der lokalen Bevölkerung und Achtung der Menschenrechte einsetzen. Hier ein paar Tipps wie dies gut gelingen kann:

Informiere dich vorab: Man sollte sich gut vorbereiten, um die örtlichen Gepflogenheiten besser zu verstehen. Gute Reiseführer beschreiben zum Beispiel nicht nur Touristenziele und Sehenswürdigkeiten, sondern auch die Menschen in ihrer Alltagskultur. Somit kann man mehr Rücksicht auf fremde Kulturen und Sitten nehmen.

Verständigung: Wer ein paar Wörter der jeweiligen Landessprache beherrscht, wird oft positives Feedback erhalten. Auch wenn man keine flüssigen Sprachkenntnisse mit sich bringt, oftmals sind Einheimische sehr begeistert und dankbar, wenn man als Tourist versucht, sich mit ihnen in deren Muttersprache zu verständigen und somit Respekt für deren Kultur zeigt. In den meisten lateinamerikanischen Ländern kommt man beispielsweise schon mit ein paar Wörtern auf Spanisch gut zurecht. In afrikanischen Ländern ist es hilfreich, ein paar englische und französische Wörter in seinem Repertoire zu haben. Tipp: Für die Verständigung während einer Reise sind Übersetzungsapps sehr hilfreich. Diese lassen sich vorab herunterladen, sodass man auch offline Zugriff hat.

Fliegen und Klimaschutz: Das Flugzeug ist das schädlichste aller Verkehrsmittel. Eine einzige Flugreise übersteigt bereits wesentlich das “klimaverträgliche” Emissionsbudget, das einem Menschen für ein ganzes Jahr zur Verfügung stehen würde. Flüge sind die am schnellsten wachsende Quelle von Treibhausgasen. Falls somit die Möglichkeit besteht, einen Reiseort auch mit Zug oder Bus zu erreichen, sollte man dies in Erwägung ziehen.

Lebensmittel und Souvenirs: Beim Kauf von Produkten sollte man darauf achten, dass es sich um lokal hergestellte Produkte handelt. Dies hilft, die lokale Produktion und Wirtschaft zu stärken. Viele Länder sind abhängig von der Tourismusindustrie und viele Einwohner verdienen hiermit ihren Lebensunterhalt. Dies kann man entsprechend unterstützen, sei es beim Einkauf von Lebensmitteln oder Souvenirs oder bei der Wahl des Restaurants.

Aktivitäten: Bei verschiedenen Urlaubsaktivitäten sollte man immer die ethischen Aspekte hinterfragen und sich vorab ausreichend informieren. In den vergangenen Jahren wurden besonders solche Touristenattraktionen kritisiert, in denen Tiere schlecht behandelt werden, wie beispielsweise beim Elefantenreiten in Thailand. Die Anbieter solch ethisch-fragwürdigen Unterfangen sollte man nicht unterstützen. Stattdessen kann man Organisationen unterstützen, welche sich für Tier- und Umweltschutz stark machen. Wie zuvor erwähnt: Recherche macht sich hier bezahlt. Versuche vorab online zu erfahren, welche Anbieter ethisch vertretbar sind und welche nicht.

Den eigenen Müll reduzieren: Man sollte versuchen, selbst im Urlaub seinen Plastikkonsum zu reduzieren. Oftmals wird in sozial schwächeren Ländern leider noch sehr verschwenderisch mit Plastik umgegangen – dem kann man selbst glücklicherweise etwas entgegenwirken. Und selbstverständlich gilt, sei es am Strand, in den Bergen, im Wald oder bei sonstigen Urlaubsaktivitäten: Niemals Müll hinterlassen!

Fazit

Bei einer Reise in ein anderes Land, welches sich kulturell und wirtschaftlich immens vom eigenen Heimatland unterscheidet, sollte man sich darüber bewusst sein, dass man auch eine gewisse Verantwortung mit sich trägt. Während man sich selbst von den Eindrücken der neuen Umgebung beeinflussen lässt, löst man als Reisender bei der lokalen Bevölkerung ebenso Empfindungen und Eindrücke aus.

Tourismus kann zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. Im Mittelpunkt einer Reise sollten immer Rücksicht und Respekt vor Glaube, Sitte, gesellschaftlichen Umgangsformen sowie der lokalen Umwelt stehen. Wenn man dies beherzigt, steht einem nachhaltigen und bewussten Fairen Reisen nichts im Wege!