Elefanten in Thailand – Eine ethisch vertretbare Touristenattraktion?

Elefanten streicheln, füttern und eine Reittour mit ihnen durch die Wildnis – Eine tolle Vorstellung für viele Touristen. Doch vielen ist noch immer nicht bewusst, was sich hinter den Kulissen dieser Touristenattraktion abspielt. Wir klären euch über das bittere Leid der Tiere auf und zeigen euch ethisch vertretbare Alternativen, mit denen Touristen Elefanten in natürlicher Umgebung bestaunen können, ganz ohne Tierquälerei.

Elefanten sind eine typische Attraktion für Touristen in Thailand. Ihre Besitzer verdienen schnelles Geld mit ihnen, auf Kosten des Wohls der Tiere. Die Elefanten werden bereits früh “gefügig” gemacht, bis diese schließlich gänzlich ihren eigenen Willen verlieren. An Ketten gefesselt, mit Stöcken und spitzen Haken aus Eisen gefoltert, bis sie gehorchen und als Touristenattraktion “funktionieren”. Kaum ein Elefant ist nicht von üblen Narben am ganzen Körper gekennzeichnet – Das ist bittere Realität in unzähligen Elefantenparks in Thailand!

Glücklicherweise gibt es Tierschützer, die sich für die Tiere einsetzen, sie aus ihrer Gefangenschaft retten und ein möglichst artgerechtes Leben bieten. Auch an alten und kranken Elefanten verdienen ihre Besitzer noch immer Geld: Tierschützer retten diese Tiere häufig mittels eines günstigen Kaufs aus ihrer Gefangenschaft, um ihnen für ihre verbleibende Lebenszeit ein artgerechteres Leben in sogenannten “Elephant sanctuaries” zu ermöglichen. Sie bieten den Tieren Naturschutzgebiete an, welche sich über mehrere Hektar Land erstrecken. Hier können sich die Elefanten frei bewegen und baden, ohne riesigen Touristengruppen ausgesetzt zu sein, welche hektisch mit Bananen um sie herum wedeln, um sie zu füttern. Gelegentlich haben auch Jungtiere das Glück gerettet zu werden und ein friedliches, gewaltfreies Leben führen zu können.

Im Folgenden stellen wir euch zwei Elefanten-Rettungsstationen vor, welche man besuchen kann. Teilweise ermöglichen es diese sogar, dass man ehrenamtlich mithelfen kann, so kann man seinen eigenen Beitrag dazu leisten den Tieren ein möglichst artgerechtes Leben zu bieten.

Wildlife Friends Foundation Thailand (WFFT)

Eine Tierschutzorganisation nicht nur für Elefanten, sondern auch Affen, Krokodile und andere Tierarten, welche aus schlechten Verhältnissen befreit wurden und hier ein neues Zuhause erhalten. Man wird über die Geschichte jedes einzelnen Tieres und wie es zur WFFT gekommen ist, aufgeklärt. Des Weiteren wird dir erklärt, wieso Elefanten nicht dafür gebaut sind, Menschen auf ihrem Rücken zu tragen, wie es in den Elefantencamps mit Reittouren geschieht. Man mag bei so einem riesigen und kräftigen Tier glauben, dass es einen Menschen ohne Probleme auf den Rücken tragen kann, dem ist jedoch nicht so. Durch die Last des Menschen (inklusive Sitzkorb), welche insgesamt je nach Körpergewicht durchaus über 100 Kilo betragen kann, dellt sich der Rücken des Elefanten nach innen. Seine Beine sind zu schwach, diese Last mit sich zu tragen. Die Tiere werden krank und sterben im schlimmsten Fall auf lange Sicht. Mal ganz davon zu schweigen, dass sie unglaublich darunter leiden und ungeahnte Schmerzen erleiden müssen. Im WFFT werden deshalb keine Reittouren mit den Tieren angeboten! In kleinen Gruppen von maximal 9 Personen darf man die Tiere füttern und mit ihnen baden, bzw. sie mit Wasser säubern. Dabei sind die Elefanten nicht angekettet oder eingesperrt und können sich jederzeit von den Menschen entfernen.  

Into The Wild Elephant Camp

In diesem Elefantenpark sind derzeit 4 Elefanten zuhause, wovon zwei aus Gefangenschaften in Thailand und Myanmar gerettet wurden. Ebenfalls wurde ein Babyelefant gerettet und somit dafür gesorgt, dass dieser erst gar nicht solch ein unwürdiges Leben führen muss. Der vierte Elefant im Bunde wurde innerhalb des Into the Wild Camps geboren. Die Tiere werden hier ebenfalls nur von kleinen Touristengruppen á 6 – 8 Personen besucht. Selbstverständlich ist das Reiten auf den Elefanten auch hier zur Liebe deren Gesundheit untersagt. Ein typischer ganztägiger Tag für Besucher besteht darin, dass man auf die Riesen trifft und lernt, wie man sie füttert. Anschließend kann man mit ihnen in den Wald spazieren und sie in ihrem natürlichen Umfeld beobachten, jedoch nur solange wie die Elefanten Lust darauf haben. Mittags gibt es typisches thailändisches Essen für die Besucher. Am Nachmittag lernt man schließlich noch etwas über selbst hergestellte Kräutermedizin für die Elefanten. Das Highlight für viele ist das Baden mit den Tieren im Schlamm, der sogenannte “Mud Spa”, welches insbesondere die Elefanten sehr zu genießen scheinen.

Wie erkennt man einen ethischen Elefantenpark?

Wenn man sich vor Ort nicht sicher ist, welche Elefantenparks nun “artgerecht” sind, gibt es einige Merkmale, welche mehr Aufschluss darüber geben können.

Besonders wichtig zu erwähnen ist an dieser Stelle, dass es in Auffangstationen nicht erlaubt ist, auf den Elefanten zu reiten! Auch werden keine großen Gruppen von Touristen auf die Elefanten losgelassen, sondern nur kleine Gruppen von ca. 6 – 9 Personen dürfen in die Nähe der Tiere kommen. Werden also Reittouren angeboten, sollte man den Elefantenpark meiden!

Es ist sinnvoll, sich vorab online zu informieren. Bewertungen und Eindrücke von anderen Touristen können einen wertvollen Aufschluss darüber geben, wie die Tiere im jeweiligen Ort leben und behandelt werden, damit Tierquälerei nicht unwissentlich unterstützt wird!