6 Orte, welche Du in der Provinz von Córdoba auf jeden Fall besuchen solltest

Falls Du auf einer Reise durch Argentinien die wunderschönste aller seiner Provinzen, Córdoba, besuchen solltest, dann empfehle ich Dir den Besuch der folgenden 6 Orte.

1. Paseo de las Artes (Güemes)

Der Paseo de las Artes gehört zu einem Rundgang durch die Innenstadt von Córdoba, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, unverzichtbar dazu. Hier finden sich eine Vielzahl von bunten Straßenständen mit allen Arten von Kunsthandwerk, die zum Bummeln und Stöbern einladen. 

Zehn Blocks vom historischen Zentrum der Stadt entfernt, tauchst Du in das boheme Viertel Güemes ein, in welchem sich an der Ecke zwischen Montevideo und Belgrano der Paseo de las Artes befindet.

Die Ursprünge des Viertels gehen auf das erste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts zurück, als ein von einem spanischen Einwanderer geführter Gemischtwaren- und Getränkeladen der Treffpunkt für Gemeindemitglieder (der Pfarre) und Sänger war.

Heute beheimatet dieses Gebäude den Paseo de las Artes, der aus dem ibero-amerikanischen Handwerksmuseum, dem historischen Archiv der Stadt und dem Kunsthandwerkermarkt besteht. Auf diesem findest Du neben einzigartigen Handwerksstücken, Bildern und bunter Kleidung genauso Antiquitäten wie Bücher, Schallplatten oder Geschirr aus Großmutters Zeiten.

Falls Du genug von dem bunten Treiben des Marktes haben solltest, kannst Du dich mit einer Cerveza Córdoba auf eine sonnige Bank in der Fußgängerzone setzen und die Szenerie aus der Distanz beobachten. Vielleicht hast Du auch Lust eine der vielen Bars des Viertels zu erkunden. Die Dachterrassen, kühlen Getränke und warmen Speisen laden dazu ein, zu verweilen und ausgiebig die argentinische Sonne zu genießen.

Das ibero-amerikanische Handwerksmuseum ist ebenfalls einen Besuch wert. Hier findest Du einheimische Kunsthandwerke aus Weide, Keramik sowie Holzschnitzereien brasilianischer, peruanischer und chilenischer Herkunft vereint. Außerdem bietet sich so gut wie zu jeder Tages- und Nachtzeit die Möglichkeit, Straßenschauspiele wie Zirkus, Musik, Literatur oder auch Theater zu erleben.

2. Embalse La Quebrada

Der Staudamm La Quebrada befindet sich etwas außerhalb der Stadtgrenzen von Córdoba, circa 7 km westlich der Ortschaft Rio Ceballos. Es handelt sich um ein kleines Reservoir von nur etwa 30 Hektar, in dem Wassersport und andere aquatische Aktivitäten ausgeübt werden können. Diese sind jedoch auf nicht-motorisierte Boote beschränkt.

Der Stausee ist nicht nur der Mittelpunkt des Naturparks Reserva Hídrica La Quebrada, das mit 4.200 Hektar das gesamte hydrographische Becken des Sees umfasst, sondern auch dessen Ursprung.

Der kleine Stausee ist vom Busterminal im Zentrum der Stadt bequem in ein bis zwei Stunden zu erreichen. Er bietet sich somit als Tagesausflugsziel an und lädt zum Entspannen, Paddeln oder auch Fischen ein.

3. Playa de los Hippies

Ebenfalls ca. anderthalb Stunden vom Zentrum  Córdobas entfernt, in der Ortschaft Cuesta Blanca in den Sierras Chicas, befindet sich die Playa de los Hippies. Eine versteckte und sandige Bucht in den Windungen des Flusses San Antonio.

Nur zu Fuß zu erreichen – je nach Anreise mit dem Bus oder dem Auto ein Fußmarsch von 45 oder 15 Minuten – ist die Bucht ideal für Reisende, die etwas Ruhe abseits der großen Touristenströme suchen. Daher rührt wohl auch ihr Name.

Bevölkert wird das naturnahe Gewässer und sein Ufer in der Regel von Jungen und Junggebliebenen sowie Familien. Auch für einen Ausflug mit dem Hund bietet die Playa de los Hippies ideale Voraussetzungen.

Des Weiteren ist es möglich, über Nacht (oder auch für mehrere Tage) sprichwörtlich seine Zelte aufzuschlagen und zu campen. Abends leeren sich die Sandbänke am Ufer und Du kannst die Ruhe und Abgeschiedenheit des Ortes in vollen Zügen genießen. Lediglich die Klänge der Gitarren, der dem Ort seinen Namen verleihenden Hippies, sind oft bis spät in die Nacht hinein zu hören.

4. San Marco Sierras

Der kleine Ort in den Sierras Grandes von Córdoba wird von einer Vielzahl von Aussteigern und (Lebens)künstlern aus allen Provinzen  Argentiniens und teilweise auch aus dem Ausland bevölkert. Die ersten Aussteiger ließen sich hier in der Zeit der letzten argentinischen Militärdiktatur (1976–1983) nieder, um der harten Hand der herrschenden Militärjunta zu entgehen.

Inzwischen machen die Aussteiger einen Großteil der Bevölkerung von San Marco Sierras aus und prägen sowohl das Klima als auch den Ruf des Ortes. Bunte Häuschen, allgegenwärtiges Kunsthandwerk und ein alternativer Lebensstil prägen das Bild. Vegetarische und vegane Gerichte sind in den örtlichen Restaurants und Gasthäusern nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel.

Die umliegenden Berge sowie der öffentliche Campingplatz bieten sich an, um sein Zelt aufzuschlagen und ein paar Tage in Ruhe und Abgeschiedenheit zu entspannen. Falls Du zwar gerne den Tag in der Natur verbringen aber Nachts doch ein richtiges Bett bevorzugst, dann wirst Du bei der Vielzahl der Übernachtungsmöglichkeiten sicherlich fündig. San Marcos Sierras bietet  von einfachen Hütten bis hin zu gehobenen Boutique-Hostels das komplette Spektrum.

5. La Cumbrecita

Der kleine Ort La Cumbrecita wurde im Jahr 1932 von schwäbischen Auswanderern gegründet: Dr. Helmut Cabjolsky in Begleitung seiner Frau Hedwig Behrend, seiner 11 und 13 Jahre alten Söhne, Helmut und Klaus, seiner Haushälterin, Liesbeth Mehnert, und deren Mann, Kurt Mehnert.

Die Auswanderer pflanzten in den darauffolgenden Jahren die ersten Kiefern und errichteten im Jahre 1935 das erste richtige Haus. Natürlich ganz im deutschen Fachwerkstil. Dieser prägt auch heute noch das knapp 200 Seelen zählende Dörfchen. Dadurch erweckt La Cumbrecita inmitten der Sierras von Córdoba einen beinahe unwirklichen Eindruck.

Umgeben von kargen und trockenen Hügeln findet sich an einem der höchsten Punkte der Provinz (auf 1450 m über Meeresspiegel und rund 120 km von der Provinzhauptstadt entfernt) die deutsche Siedlung wie aus dem Geschichtsbuch. Komplett autofrei und nur zu Fuß zu betreten, kann man hier inmitten eines Kiefernwaldes und neben dem rauschenden Almbach Schwarzwälder-Kirschtorte oder auch ein typisches deutsches Bier genießen.

Die zahlreichen Hotels und Pensionen laden zum Übernachten ein, genauso wie die angebotenen Aktivitäten von Wanderungen über Fischen bis hin zu Ausritten hoch zu Pferd. Falls Du La Cumbrecita besuchst, solltest Du neben etwas Zeit vor allem eines mitbringen: Das nötige Kleingeld. Denn die günstigste Destination ist es nicht.

6. Los Gigantes

Circa 80 km von der Provinzhauptstadt Córdoba entfernt befinden sich die Berge der Los Gigantes. Eine karge aber nicht minder schöne Landschaft – Heimat von Kondoren und Tabaquillos (einer in Argentinien endemischen Baumart aus der Familie der Rosengewächse). 

Um die Los Gigantes zu besuchen, müssen mindestens zwei Tage eingeplant werden, falls man öffentlich anreist. Der Bus fährt um ca. 8.00 Uhr morgens vom Busterminal im Zentrum von Córdoba los und schließlich gegen Mittag auch direkt wieder zurück. Der nächste Bus kommt erst wieder am nächsten Tag. 

Die Busfahrt allein ist schon ein eindrucksvolles Erlebnis, dauert jedoch einige Zeit. Es empfiehlt sich, rechtzeitig am Abfahrtsort anzukommen und genügend Verpflegung und vor allem Wasser mitzunehmen. Denn vor Ort stehen nur beschränkt Verpflegungs- sowie Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Die An- und  Ausblicke, welche einem die Landschaft bietet, entschädigen jedoch. Ich würde also jedem, der die notwendige Zeit, Lust und Ausrüstung mitbringt, einen Ausflug in die Los Gigantes schwer ans Herz legen.

Und – schon Lust bekommen Argentinien und vor allem Córdoba zu besuchen? Ich kann es jedem nur empfehlen. Es ist ein wunderschönes Land und eine noch schönere Provinz. Euer Jeremy-James (Ex-Österreicher in Córdoba) von Sprachheld.