Wie lernt man richtig?

Die Schule hat schon seit einigen Wochen gestartet und auch die Universitäten in Deutschland haben begonnen. Nicht mehr lange und die ersten Klausuren stehen bevor. Aber auch wenn man nicht die Schulbank drückt, gibt es viele Leute, die Neues lernen wollen. Und wer kennt es nicht? Man setzt sich an den Schreibtisch und kann sich einfach nicht konzentrieren? Schließlich liegt man am Ende des Abends im Bett und kann sich an nichts von dem Gelernten erinnern.

Konzentriertes Lesen

1. Überliste dich selbst

Das schwierigste am Lernen ist meistens überhaupt erst damit anzufangen. Ein guter Trick ist, sich selbst zu sagen, dass man nur 10 Minuten lernt. 10 Minuten klingen nicht bedrohlich und man hat weniger Ausreden, da man fast immer 10 Minuten Zeit hat. Wenn man erstmal angefangen hat, läuft das Lernen fast wie von selbst. Vor allem wenn man auch auf unsere anderen Tipps achtet.

Aber selbst wenn du nur 10 Minuten Zeit hast, nutze sie! Im Laufe des Tages gibt es oft Momente, wo es zu Wartezeiten kommt.

2. Probeklausuren

Klausuren mögen die meisten nicht, weil man sich viel Druck macht, um gute Ergebnisse zu erzielen. Daraus kann man leicht schließen, dass man nicht freiwillig weitere Klausuren schreiben möchte. Dies ist aber genau unser Tipp. 

Richtiges Lernen unterscheidet sich davon, ob man die Inhalte kurz- oder langfristig behalten möchte. Die Universität in Erfurt hat dies untersucht und kommt auf die Ergebnisse, dass mehrmaliges Lesen von Texten die schlechtesten Ergebnisse erzielt und man die geringste Erinnerungsleistung erbringt. Notizen machen ist vor allem hilfreich, wenn man dies einige Tage bis Stunden vor der Klausur verzeichnet. Den größten positiven Effekt haben jedoch die Probeklausuren. Durch das Testen wird das Abrufen von Informationen trainiert und man merkt sich den Inhalt detaillierter.

3. Erfinde Geschichten

Dieser Tipp klingt vielleicht auf den ersten Blick merkwürdig, aber er funktioniert tatsächlich! Überleg dir doch: Du erinnerst dich auch noch an die Märchen, die dir als Kind vorgelesen wurden. Indem du wichtige Fakten in kleine Geschichten verpackst, stellt dein Gehirn Verbindungen her und der Inhalt prägt sich langfristiger ein. Dies funktioniert auch mit “Gedankenpalästen”, in denen jeder Inhalt auf den anderen aufbaut.

aufgeschlagene Bücher

4. Vermeide falsches Essen

Wenn du weißt, dass du an einem Tag intensiv lernen möchtest, gibt es einige Lebensmittel, die du an diesem Tag nicht konsumieren solltest. Durch das Weglassen dieser Lebensmittel kann man konzentrierter und schneller lernen. Studien haben herausgefunden, dass stark verarbeitete Produkte mit vielen Zusatzstoffen, viel Zucker, Fett oder einfache Kohlenhydrate deine Konzentration negativ beeinflussen . Trinke außerdem genug Wasser und keine Süßgetränke.

Während des Lernens ist es auch schlau, sich einen Obstteller bereitzustellen, um durch gesunde Snacks Energie zu tanken. 

5. Abwechslung

Im Laufe der Jahre hast du bestimmt schon herausgefunden, welche Lernmethode dir am leichtesten fällt und welcher Lerntyp dich am besten widerspiegelt. Trotzdem kann jeder davon profitieren, durch verschiedene Sinneseindrücke zu lernen. Durch die Variationen von verschiedenen Lernmethoden werden das Gedächtnis und die Konzentration immer aufs Neue stimuliert. Wenn du unterschiedliche Sinne fürs Lernen verwendest, werden die Inhalte in verschiedenen Gehirnbereichen gespeichert und es gibt mehr Vernetzungen. Dies hilft später, das Wissen abzurufen.

6. Keine Grübeleien

Ein wichtiger Tipp, den viele nicht kennen, ist, dass man besser direkt nachschlagen sollte, wenn einem etwas nicht einfällt, als Ewigkeiten darüber nachzudenken. Eine US-Studie ermittelte, dass es wahrscheinlicher ist, dass dir etwas in Zukunft nicht mehr einfällt, desto länger man sich zwingt, sich an etwas zu erinnern. Diese Fehlermeldung wird im Gedächtnis nämlich viel stärker gesichert als die gewünschten Informationen.

7. Selbstgespräche

Auch dieser Tipp klingt vielleicht erst merkwürdig, allerdings ist er von großem Nutzen. Erkläre dir selbst die Informationen, Zusammenhänge und Lösungen, um den Stoff zu speichern. Die Universität von Granada beweist, dass du dich automatisch mehr mit den Inhalten beschäftigst, wenn du es laut vor dir her sagst. Dadurch kannst du es dir dann auch besser merken.

8. Handschrift

Die Digitalisierung hat eine Menge Vorteile, ist jedoch für effektives Lernen nicht immer positiv. Durch das Tippen anstelle des Schreibens, verlernt man das Lernen durch die Handschrift. Ein Test der Princeton University fand heraus, dass Studenten mit handschriftlichen Notizen den anderen in Verständnisfragen überlegen sind. Am Laptop schreibt man schneller, macht sich weniger Gedanken über Gehörtes und fasst es seltener in eigenen Worten zusammen.

Schreiben

9. Stress

Viele Menschen brauchen den Stress vor einer Abgabe oder Prüfung, um sich endlich zu motivieren, sich hinzusetzen und zu lernen. Stress beeinflusst allerdings die Gedächtnisleistung und Aufnahmefähigkeit negativ. Stelle also sicher, dass du bevor du mit dem Lernen beginnst ganz entspannt bist.

10. Musik

Geräusche lenken einen meistens ab. Nicht umsonst ist es in der Bibliothek die höchste Priorität, leise zu sein.

Mehrere internationale Studien kommen nun jedoch zu dem Ergebnis, dass die richtige Musik die Konzentration und Aufnahmefähigkeit deutlich verbessern kann. Studenten schnitten besser in Tests ab, wenn sie während ihrer Vorlesung im Hintergrund klassische Musik hörten. Mehr ist noch nicht erforscht worden, man kann allerdings sagen, dass man mit ruhiger Musik schneller und besser lernen kann als mit Heavy Metal.

11. Lachen

Ja, ihr habt richtig gelesen, um richtig zu lernen, sollte man ab und zu lachen. Lachen dient nicht nur zur Ablenkung, man kann auch besser Erinnerungen abrufen. Forscher stellten fest, dass bei Studenten, bei denen der Dozent mehr – zum Thema passende – Witze erzählt, genau das geschieht. Nicht umsonst, hat man mehr Motivation zu unterhaltsamen Unterricht zu gehen, als wenn der Lehrer den Inhalt stumpf herunter rattert.

Stift

12. Ablenkung

Diesen Tipp werden viele von euch schon kennen, aber er ist sehr effektiv. Setz dich hin und lerne ohne Ablenkungen. Eine Untersuchung der University of California hat herausgefunden, dass sich Studenten zwar mit und ohne Ablenkung richtig an die Inhalte erinnern können, die Leute ohne Ablenkung dieses Wissen allerdings auch nach längerer Zeit noch länger behalten als die anderen. Vermeide also Multitasking! Das beinhaltet das Handy wegzulegen, aber auch die Umgebung spielt eine Rolle. Normalerweise kann man am besten an einem aufgeräumten Schreibtisch lernen und in einer ruhigen Umgebung.

Verschaffe dir ebenfalls vor dem Lernen eine Übersicht, was du alles lernen musst und wie du dies schaffen möchtest. Eine gute Organisation ist die halbe Miete.

13. Lerne zur richtigen Tageszeit

So wie du deinen Lerntypen höchstwahrscheinlich schon kennst, wirst du auch wissen, zu welcher Tageszeit du dich am besten konzentrieren kannst. Die Chronobiologie unterteilt die Menschen in Eulen und Lerchen, welche sich in ihrer Produktivität und Schlafgewohnheiten angeht. Falls du noch nicht weißt, wann du am besten lernen kannst, finde es heraus, indem du zu verschiedenen Zeiten lernst. Und merke dir: Am wichtigsten ist es, dass man ausreichenden und guten Schlaf hat, damit die Informationen im Langzeitgedächtnis gespeichert werden können.

14. Bewegung

Das mögen einige vielleicht nicht so gerne hören, aber um besser zu lernen und um sich zu entspannen, sollte man Sport machen. Pausen zwischen dem Lernen sollte man sowieso machen, um eine optimale Aufnahmefähigkeit zu behalten und die Nerven zu schonen. Eine Studie aus den Niederlanden beweist, dass man sich besonders viel merken kann, wenn man eine Pause und im Anschluss Sport macht. Nimmt man sich vor 5-6 Stunden zu lernen, ist das möglich, man sollte aber stündlich eine Pause machen.

15. Nicht nur Lernen

Wenn du vor einer Klausur noch lernen musst, fokussieren sich viele komplett auf die Informationen und lassen andere Aktivitäten ausfallen. Banale Aktivitäten wie duschen oder einkaufen, helfen dem Gehirn allerdings. Wenn man sich ausführlich mit komplexen Fragestellungen auseinandersetzt, braucht das Gehirn eine Pause von der Auseinandersetzung. Durch das Ausführen von normalen Tätigkeiten, kann das Unterbewusstsein übernehmen und eine Lösung finden.

Fazit

Es gibt viele Möglichkeiten, um besser und effizienter zu lernen. Wir hoffen, dass wir euch mit unseren Tipps dabei helfen können, eure Lernmethoden zu verbessern. Bleibt ruhig und stresst euch nicht zu sehr. Lebejetzt wünscht euch allen viel Erfolg bei euren Klausuren und drückt euch die Daumen!