Welches Salz darf es sein?

Wir haben dir bereits in der Vergangenheit eine Vielzahl an essentiellen Gewürzen vorgestellt und dir dabei geholfen, die verschiedenen Pfeffersorten kennenzulernen. Heute möchten wir dir das sogenannte “Vergrößerungsglas der Geschmäcker” vorstellen: Das Salz. Wir verraten dir nachfolgend, welches das richtige Salz ist für dein Gericht ist.

Bereits im Mittelalter wurde der Wert des Salzes erkannt. Damals wurde es sogar als “weißes Gold” bezeichnet, da dieses so kostbar war, dass es mit Gold aufgewogen wurde. Zwar wiegen wir Salz heute nicht mehr mit Gold auf, dennoch ist es unverzichtbar beim Kochen, um den Geschmack des Essens besser hervorzuheben. Allerdings ist Salz nicht nur geschmacklich für uns wichtig, sondern auch für unsere Gesundheit. Und so ist es nicht verwunderlich, dass man im Handel unzählige Sorten von Salz findet. Viele dort vorfindbaren Salzsorten gehen mit dem Versprechen einher, dass diese besonders gesund und besser als das herkömmliche Speisesalz sind. Doch welches ist nun das richtige Salz?

Wie gesund ist Salz?

Salz ist für den menschlichen Körper überlebensnotwendig. Doch wie bei vielen Dingen im Leben, kommt es auch hier auf die richtige Menge an. Wer zu viel Salz zu sich nimmt, d.h. mehr als 5 Gramm Natrium pro Tag, erhöht laut Studien seinen Bluthochdruck und somit auch das Schlaganfallrisiko. Wer jedoch zu wenig Salz zu sich nimmt, d.h. weniger als 1,4 Gramm pro Tag, hat wiederum ein höheres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Salz ist wichtig für gesunde Zellmembrane, die Muskeln und somit auch das Herz. Insgesamt lässt sich sagen, dass rund 3 Gramm Salz pro Tag eine gute Menge für einen erwachsenen Menschen ist, dies entspricht ungefähr einem Teelöffel.

Viele Salze sind jedoch bereits in unserer Nahrung versteckt. In verarbeiteten Lebensmitteln wie beispielsweise Fertiggerichten finden sich diese versteckten Salze. Und so ist es nicht überraschend, dass Europäer laut Gesundheitsbehörden täglich rund 8 bis 11 Gramm Salz zu sich nehmen. 

Salz, wie wir es in unseren Supermärkten erhalten, ist außerdem noch mit Jod und teilweise Fluorid und Folsäure angereichert. Somit erhält man noch zusätzliche Mineralstoffe, wenn man Salz beim Kochen verwendet. 

Falls du im Supermarkt übrigens schon einmal nach Bio-Salz gesucht hast: Bio-Salz gibt es nicht. Das liegt daran, dass Salz nichts mit der Landwirtschaft zu tun hat, mit welcher Bio-Siegel in Verbindung stehen. Der einzige Grund, wieso ein Salz ein Bio-Siegel erhalten könnte, wäre, wenn dieses mit Kräutern angereichert ist. Somit würde das Bio-Siegel hier jedoch auch nur für die Kräuter gelten und nicht das Salz an sich. 

Welches Salz ist das richtige Salz? 

Wenn du im Supermarkt vor dem Regal stehst, in welchem sich das Salz befindet, hast du mit hoher Wahrscheinlichkeit eine große Auswahl. Doch welches Salz sollte man zum Beispiel kaufen, wenn man damit Kochen möchte? 

Grundsätzlich lässt sich Salz in drei Kategorien einteilen, nämlich Stein-, Meer- und Siedesalz:

Steinsalz

Rund 70 % des weltweiten Kochsalz ist Steinsalz. Dieses wird aus Sedimentgestein gewonnen, in welchem es aus konzentriertem Urmeerwasser entstand. Somit ist Steinsalz rund 200 Millionen Jahre alt. Es muss von Arbeitern in unterirdischen Stollen abgebaut werden, d.h. es muss gebohrt, geschnitten oder gesprengt werden. Steinsalz wird oftmals unraffiniert und naturbelassen verkauft.

Meersalz

Meersalz entsteht dann, wenn das Meerwasser durch Wind oder Sonne kondensiert. Dies geschieht in der Regel in sogenannten Salzgärten, d.h. künstlich angelegten Becken, in welchen das Meerwasser kondensiert. 

Siedesalz

Siedesalz wird durch das Abkochen von salzreichen Mineralwässern gewonnen. Dazu werden unterirdische Salzstöcke geflutet, wodurch eine Sole entsteht. Die Sole, d.h. eine Art Salzbrühe, wird dann im Anschluss gereinigt und aufbereitet. Dieser Prozess kann oft regional erfolgen. Daher hat Siedesalz in der Regel die kürzesten Transportwege. 

Beispiele der verschiedenen Salzsorten

Innerhalb dieser drei Kategorien findet man dann die verschiedenen Salze, welche je nach Herkunftsland und Beschaffenheit einen eigenen Geschmack mit sich bringen. Nachfolgend kannst du einige Beispiele dieser verschiedenen Salzsorten finden:

Fleur de Sel

Dieses Meersalz hat seinen Namen aus dem Französischen, welches soviel bedeutet wie “Salzblüte”. Der Name kommt von dem Verdunstungsprozess, durch welchen Salzblumen entstehen. Dies werden übrigens in Handarbeit in den französischen Salzgärten, welche sich in Küstennähe befinden, abgeschöpft. Die hauchdünnen Schichten des Salzkristall werden von der Wasseroberfläche mit der Hand abgetragen. Mit dem Erwerb von Fleur de Sel unterstützt man somit die Unternehmen, welche immer noch in Handarbeit das Salz herstellen. So kann man dabei helfen, dass diese traditionelle Arbeit nicht verloren geht. Das Fleur de Sel ist etwas knuspriger, hat einen speziellen Geschmack, welcher durch die enthaltenen Magnesium- und Kalziumsulfate entsteht, und wird gar als Königin der Salze betitelt. Fleur de Sel eignet sich besonders gut als Garnitur für rohe oder gekochte Speisen. Zum Kochen sollte man es nicht verwenden. 

Himalaya-Salz

Das Himalaya-Salz, welches ein Steinsalz ist, kannst du an dessen rosa Farbe erkennen. Die Farbe erhält das Salz durch die enthaltenen Eisenione. Das Salz ist zudem eher grobkörnig. Seinen Ursprung hat es zumeist in Pakistan, wo es in Salzminen abgebaut wird. Eine Heilwirkung, welches dem Himalaya-Salz nachgesagt wird, wurde wissenschaftlich nicht bestätigt. Dennoch wird das Salz für einen wesentlich höheren Preis als das herkömmliche Speisesalz verkauft. Dies hat mehr mit dem weiten Transportweg zu tun als mit der Qualität des Salzes.

Bambussalz

Das Bambussalz ist eine Spezialität aus Japan und Korea. Dort wurde es ursprünglich von buddhistischen Mönchen hergestellt. Der aufwändige und traditionsreiche Herstellungsprozess ist heutzutage immernoch der gleiche, indem Meersalz in Bambusrohre, welche mit Ton ummantelt werden, gegeben wird. Im Anschluss werden diese dann extremer Hitze ausgesetzt, wodurch das Salz einen basischen pH-Wert zwischen 9 und 12 erhält. Geschmacklich passt das Bambussalz besonders gut zu asiatischen Gerichten. Allerdings passt es ebenso vorzüglich zu Fleisch- und Fischgerichten.

Hawaii-Salz

Das Hawaii-Salz, auch Lava-Salz genannt, kommt von der hawaiianischen Insel Molokai. Das Salz ist schwarz, aufgrund der enthaltenen Aktivkohle, welche dem Salz ebenfalls einen leicht nussigen Geschmack geben. Hawaii-Salz eignet sich am besten zu gegrilltem oder gebratenem Fleisch sowie zu Meeresfrüchten. Durch die enthaltene Aktivkohle wird dem schwarzen Hawaii-Salz eine antioxidative sowie verdauungsfördernde Wirkung zugeschrieben. 

Murray-River-Salz

Gourmet-Experten empfehlen das australische Murray-River-Salz. Aufgrund der Wetterbedingungen vor Ort enthält das Murray-River-Salz besonders viele Mineralien. Das Salz hat eine leicht hellrosa Farbe, welche durch eine salztolerante Alge mit Karotin-Pigmenten im Murray-River entsteht. Gourmet-Experten raten, Murray-River-Salz für Steak und Grill Gemüse zu verwenden.  

Fazit

Für eine ausgewogene Ernährung ist es wichtig, die richtige Menge an Salz zu sich zu nehmen. Sei dir über die versteckten Salze in Fertiggerichten bewusst. Je nach Gericht kann das richtige Salz das gewisse Extra hinzugeben, welches den Geschmack des Essens verfeinert. Dabei muss es nicht das teure Himalaya-Salz sein. Herkömmliche Salze aus dem Supermarkt sind qualitativ ebenso gut.