Live to work or work to live?

Unternehmenskulturen können so unterschiedlich sein wie Menschen. Sie können sehr formell, offen, streng, entspannt, international oder national sein. Jedes Unternehmen hat seine eigene Unternehmenskultur, geprägt durch die Geschichte der Firma, Führungsstile und dem Bereich, in dem es agiert. Während eines Besuchs in Dublin hatte unsere Bloggerin Jana die Gelegenheit in die Unternehmenskultur von Google hineinzuschnuppern und zu entdecken, wie Work-Life Balance hier funktioniert.

Google – Gigantisch, aber Grazil

Google – wir kennen es alle, wir nutzen es alle. Es ist der Giant Player und eines der internationalen Vorzeige-Unternehmen. Weltweit hat das Unternehmen 72.000 Mitarbeiter und erzielte in 2016  einen Jahresumsatz von über 90 Milliarden Dollar (Statista, 2016).  Aber wer sind die Leute, die dort arbeiten und haben sie noch ein Leben neben dem Beruf?

Die europäische Hauptzentrale des Konzerns befindet sich in Irlands Landeshauptstadt Dublin. Das Gebäude, das äußerlich neben seiner Größe nicht sonderlich beeindruckt, lässt einem im Inneren erstaunen. Es wirkt wie ein Labyrinth, aus dem man alleine nicht mehr herausfindet. Vielleicht der Grund für die Erfindung von Google Maps?

Im Inneren gibt es alles, was der Googler braucht: Neben einem Sportstudio und einem Schwimmbad, gibt es ein Kino, ein Tagungszentrum, verschiedene Venues und zahlreiche Restaurants, Cafés und Kaffeeecken.  Für jeden Gaumen ist etwas dabei und das alles gibt es natürlich umsonst. Gut, dass das Fitnessstudio dann auch gratis ist, sonst würde man wohl drastisch zunehmen.

Google – The Living Hell?

Aber wie ist es dort zu arbeiten? Laut  vielen Gerüchten ist das Arbeiten bei Google dem Leben bei Google gleichgesetzt. Der erste persönliche Eindruck war da doch eher gespalten. Zum einen wird ein hoher Wert auf eine gute Work-Life Balance gelegt, das Wohlergehen der Mitarbeiter steht im Vordergrund und flexible Arbeitszeiten machen es möglich, die eigene Freizeit locker zu gestalten. „Das Modell ‘Ohne feste Arbeitszeiten’ erlaubt uns, anzufangen und zu gehen wann man möchte und auch in der Mittagspause Sport zu machen oder einen Film zu schauen“, sagt einer der Mitarbeiter.

Ist dies auf der anderen Seite dann aber wirklich eine gute Work-Life Balance oder führt es dazu, dass sich das ganze Leben auf der Arbeit abspielt? Schwer zu beurteilen. Sicher ist aber, dass die Menschen dort gerne zur Arbeit kommen und ihre Arbeit nicht zwingend als solche empfinden. Frei nach dem Motto „If you love what you do, you don’t have to work a day in your life“ treffen dort zahlreiche kreative Köpfe aufeinander und widmen sich ihren Aufgaben mit Leidenschaft. Im Endeffekt bleibt es aber immer noch ein Beruf und sicherlich möchte nicht jeder nur auf der Arbeit Sport treiben, ins Kino gehen oder Freunde treffen

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Der Googly-Aspekt

Zeit für Leidenschaften bleibt aber wohl trotzdem: “Ich arbeite hart, aber das tue ich, um viele Überstunden in freie Tage umzuwandeln, um reisen zu können. Während meiner fünf Jahre bei Google habe ich bereits 99 Länder bereist. Dies wäre sicherlich nicht bei jedem Arbeitgeber möglich und zeigt, wie flexibel Google ist. Solange du rein passt, machen sie alles möglich“ sagte eine der Mitarbeiterinnen.

Aber wer genau passt hier rein? Bei der Frage nach dem perfekten ‚Googler‘ schmunzelten die Mitarbeiter.

„ Jemand der hier arbeiten möchte, muss googly sein.”

„ Aber was genau ist dieses googly?“, wollten wir wissen.

„Das ist schwer zu beschreiben, aber generell muss man natürlich ein Interesse für Technik und Onlinemedien haben. Man muss offen und kommunikativ sein und sollte weder vor Konfrontation noch vor anderen Kulturen zurückschrecken. Man muss  kreativ und innovativ denken, auch über die Grenzen des Möglichen hinaus. Das hier ist kein Job wie jeder andere; jeder Tag ist anders und man weiß nie, was einen erwartet. Dafür ist sicherlich nicht jeder gemacht. Aber die, die dafür gemacht sind, merken das in dem Moment, in dem sie dieses Büro betreten.“