Lebensmittel einfrieren und aufwärmen?

Gerade nach festlichen Mahlzeiten, wie zum Beispiel nach Weihnachten oder Silvester, werden oftmals Lebensmittel eingefroren oder in den Kühlschrank gestellt, um diese in den darauffolgenden Tagen wieder aufzuwärmen. Die Lebensmittel wegzuwerfen, wäre schließlich zu schade. Doch es gibt hier einige Regeln zu befolgen, welchen man sich oftmals nicht bewusst ist. Im besten Fall leidet nur die Konsistenz der Lebensmittel. Es kann jedoch auch zu Magenverstimmungen oder gar schlimmeren Lebensmittelvergiftungen kommen. Lese im nachfolgenden Artikel, welche Lebensmittel sich nicht zum Einfrieren und/oder erneuten Aufwärmen eignen.

Lebensmittel, welche man nicht aufwärmen sollte

Geflügel

Lebensmittel, welche reich an Proteinen sind, eignen sich in der Regel nicht, um diese wieder aufzuwärmen. Das liegt daran, dass das Aufwärmen die Eiweißstruktur dieser Lebensmittel verändert. Dies hat zur Folge, dass man nach dem Verzehr derer an starken Verdauungsstörungen leiden kann. Da Geflügel viel Protein enthält, ist hier somit Vorsicht geboten. Geflügel ist zudem anfälliger für Salmonellen als andere Fleischsorten. Bereits bei der anfänglichen Zubereitung ist es wichtig darauf zu achten, dass das Geflügelfleisch komplett durchgekocht ist. Verzehre Geflügel zudem am besten am gleichen Tag der Zubereitung. Solltest du bereits gegartes, jedoch kaltes, Geflügel erneut aufwärmen wollen, achte darauf, dass du dieses gleichmäßig erwärmst, sodass auch das Innere heiß ist. Aufgrund dessen ist es generell besser, auf die Mikrowelle zu verzichten und eine Pfanne auf dem Herd zu verwenden. Solltest du jedoch einen empfindlichen Magen haben, sollte von aufgewärmten Geflügelfleisch komplett absehen.

Reis

Aufgewärmter Reis kann tatsächlich krank machen, wenn der Reis zu lage außerhal des Kühlschranks steht. Das liegt daran, dass Reis bereits vor dem Kochen Bakterien enthalten kann, welche selbst durch den Kochvorgang nicht komplett abgetötet werden. Daher verbreiten sich Bakterien auf Reis, welcher nach dessen Zubereitung bei Raumtemperatur stehen gelassen wird, äußerst schnell. Diese können dann eine Lebensmittelvergiftung auslösen. Es ist daher wichtig, Reisreste unmittelbar in den Kühlschrank zu stellen. Sollte dies nicht geschehen, ist auch das Erhitzen in der Mikrowelle nicht ausreichend, um die bereits entstandenen Bakterien abzutöten. Nur durch das sofortige Verwahren im Kühlschrank können Reisreste noch im Anschluss gegessen werden – dies sollte jedoch ebenfalls schnellstmöglich geschehen. Achte zudem darauf, die Reisreste bei ausreichender Temperatur zu erhitzen.

Kartoffel

Ähnlich wie bei Reis, besteht bei Kartoffeln dann eine Gefahr, wenn diese zunächst bei Raumtemperatur aufbewahrt und anschließssend wieder aufgewärmt werden. Auch hier können sich Bakterien bilden, welche zu einer Lebensmittelvergiftung führen können. Verwahre Kartoffelreste daher nach der Zubereitung ebenfalls schnellstmöglich im Kühlschrank, sodass sich Bakterien erst gar nicht ausbreiten können. Nur dann können Kartoffeln am darauffolgenden Tag bei ausreichender Temperatur erneut erhitzt und verzehrt werden.

Pilze

Wenn man Pilze erneut aufwärmten, kann dies die in den Pilzen enthaltene Eiweißstruktur so verändern, dass diese gesundheitsschädlich werden. Ebenso eignen sich Pilze nicht, nach deren Zubereitung bei Zimmertemperatur aufbewahrt zu werden, da schnell gesundheitsschädliche Abbauprodukte entstehen können. Solltest du ein Gericht mit Pilzen kochen wollen, kaufe diese so frisch wie möglich ein und verzehre das Gericht wenn möglich am gleichen Tag.

Eier

Eier, egal in welcher Form, sei es gekochtes Eier, Rühr- oder Spiegelei, sollte man nicht wieder aufwärmen. Auch hier können die veränderten Eiweißproteine zu schweren Magenverstimmungen und Übelkeit führen. 

Spinat

Wenn du bereits erhitzen Spinat erneut aufwärmst, verwandelt sich das enthaltene Nitrate in Nitrite, welches zu einer Lebensmittelvergiftung führt. Besonders gefährdet sind hier Kleinkinder. Mehrfaches Aufwärmen von Spinat kann sogar dazu führen, dass sich krebserregende Stoffe bilden. Sehe daher davon ab, Spinatreste erneut aufzuwärmen. Gleiches gilt übrigens auch für Sellerie und rote Beete. 

Lebensmittel, welche nicht eingefroren werden sollten

Eier

Niemals solltest du rohe Eier in das Gefrierfach legen: Die Eierschale kann aufplatzen und Bakterien können sich so im Gefrierfach ausbreiten. Ebenso eignen sich bereits gekochte Eier nicht, diese im Gefrierfach aufzubewahren, da sich deren Konsistenz ändert. Durch die kalten Temperaturen wird diese gummiartig. Lediglich verquirlte Eier kann man im Gefrierschrank aufbewahren, um so später beim Backen oder Kochen Verwendung zu finden.

Rohe Kartoffeln

Während man verarbeitete Kartoffelgerichte, wie beispielsweise Pommes und Kroketten, bekanntermaßen einfrieren kann, verhält es sich bei rohen Kartoffeln anders. Diese haben nach dem Auftauen eine matschige Konsistenz und zudem einen veränderten Geschmack, welcher süßlicher ist als zuvor. 

Knoblauch

Zwar kannst du Knoblauch theoretisch in das Gefrierfach legen, jedoch verliert dieser nach dem Auftauen sein Aroma und Geschmack. 

Wasserreiches Gemüse und Obst

Gemüse und Obst, welches reich an Wasser ist, wie zum Beispiel Kopfsalat, Gurken, Tomaten, Trauben oder Melonen, sind zum Einfrieren ungeeignet. Aufgrund des hohen Wassergehaltes sind diese nach dem Auftauen matschig und ungenießbar.

Milchprodukte

Milchprodukte mit einem hohen Fettgehalt eigenen sich in der Regel nicht zum Einfrieren. Hierzu gehören beispielsweise Sahne, Vollmilch, Quark, Joghurt, Weich- und Frischkäse sowie Sauerrahm. Durch das Auftauen ändert sich deren Konsistenz und diese bekommt sehr flockig und griesartig.

Fazit

Wenn Essensreste übrig bleiben, möchte man diese selbstverständlich nur ungern wegwerfen, um nicht unnötig Lebensmittel zu verschwenden. Stattdessen wärmt man sich das Essen am nächsten Tag nochmal auf oder friert es ggf. ein. Die meisten Produkte, welche sich nicht zum Einfrieren eignen, sind überwiegend problematisch hinsichtlich ihrer Konsistenz nach dem Auftauen. Mehr Beachtung sollte man allerdings jenen Lebensmitteln schenken, welche man erneut aufwärmen möchte. Hier kann es zu Magenverstimmungen oder im schlimmsten Fall gar zu Lebensmittelvergiftungen kommen, wenn man nicht aufmerksam ist.