Herbal Living: Kräutergarten selbstgemacht

Die Sonne strahlt vom Himmel, draußen blüht es in den schönsten Farben und die langen Tage laden zum abendlichen Verweilen auf dem Balkon, im Garten oder Park ein: Der Frühling ist hierzulande schon seit einigen Wochen eingetroffen und auch der Sommer scheint nun nicht mehr weit. Das Frühjahr eines jeden Jahres ist auch ein erneuter Beginn der Saison für einige Obst- und Gemüsesorten sowie vieler Grünpflanzen. Während viele Blumen und Pflanzen wieder um die Wette grünen, machen sich saisonale Rezepte die wiedergewonnene Vielfalt an Gewürzen und Kräutern zu Nutze und verfeinern ihre sommerlichen Kreationen. Ob Basilikum, Rosmarin, Salbei, Lavendel oder Minze: Gartenkräuter sind vielseitig einsetzbar und oft ist nicht einmal ein grüner Daumen oder ein Garten nötig, um diese zu ihrem vollen Potenzial zu pflegen. Wir zeigen Ihnen, wie sie auf verschiedensten (und kreativen) Wegen einen eigenen Kräutergarten anlegen, gestalten und pflegen.

1. Kräuter made in Balkonien

Gerade in städtischen Gebieten und der damit einhergehenden Limitation des Wohnraums bleibt ein eigener Kräutergarten oft ein unerfüllter Wunsch. Es ist jedoch mit ein wenig Kreativität auch auf dem heimischen Balkon möglich ein Kräuterparadies zu schaffen. Um dies Wirklichkeit werden zu lassen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Da der Platz auf vielen Balkonen oft Mangelware ist, ist es eine gute Idee sich die Wände zu Nutzen zu machen. Dabei können beispielsweise Wandregale oder schmale Wandtreppen hilfreich sein. Diese sind platzsparend und sehen oft auch noch richtig schick aus. Pflanzen, die wenig Wurzelraum benötigen und daher auch in kleineren Töpfen gepflanzt werden können, kommen für diese Variante besonders in Frage. Dazu gehören beispielsweise Thymian, Schnittlauch oder Majoran.

Eine besonders kreative und günstige Idee für einen Kräutergarten auf dem Balkon ist ein Flaschengarten. Dazu werden einfach zwei bis drei Holzbretter an den Wänden befestigt, PET-Flaschen am Flaschenhals abgeschnitten und diese mit Erde befüllt. Danach können die neuen “Flaschenbeete” nach Belieben mit Petersilie, Basilikum und weiteren Kräutern bepflanzt werden.

Da es auf Balkonen oft recht windig ist, sollte der Art der Kräuterpflanzen Beachtung geschenkt werden. Damit die Pflanzen auf Balkonien eine lange Lebensdauer haben, sollten kompakte, starke Arten bevorzugt werden. Beispielsweise sind die Basilikumarten ‚Marseillais‘ oder ‚Picolino‘, da diese kleinere Blätter besitzen und nicht ganz so hoch wachsen wie der herkömmliche Basilikum und daher trotz windiger Gefilde weniger verwundbar sind.

Allgemein gesprochen ist es außerdem zu beachten, dass Pflanzen auf den meisten Balkonen nicht so viel Regenwasser abbekommen wie beispielsweise Beetpflanzen. Daher gilt es, die Kräuterpflanzen ausreichend und regelmäßig zu gießen, um diese so lange wie möglich genießen zu können.

2. Next stop: Fensterbank

Weder Balkon noch eigener Garten verfügbar? Auch in dieser Situation ist es jederzeit möglich einen heimischen Kräutergarten zu haben und mit den selbst angelegten Kräutern vielfältige Gerichte zu zaubern. Besonders Fensterbänke, die ausreichend natürliches Licht besitzen, sind ideal um mit Kräutern bepflanzte Töpfe unterzubringen. In passenden Töpfen bringen die Grünpflanzen außerdem Leben und Farbe in den eigenen Wohnbereich. Und brauchen die Kartoffeln noch einen extra Zweig Rosmarin? So ist der Weg zu Ihrem eigenen Kräutergarten nicht weit und Ihr Gericht hat innerhalb von Minuten den perfekten Geschmack.

Nicht nur auf dem Balkon, sondern auch innerhalb der Wohnung kann ein mit Kräutern bepflanztes Treppenregal ein toller und praktischer Blickfang sein, der außerdem platzsparend ist. Bevorzugen Sie Kräuter aus luftiger Höhe? Ein an der Decke angebrachtes Hängeregal ist eine luftige Alternative, die Ihnen bestimmt nicht im Weg stehen wird.  Auch Wandregale aller Art, beispielsweise aus Regenrinnen, antiken Trinkgläsern oder Weidekörben sind kreative und stylische Optionen zum herkömmlichen Kräutergarten. Es gibt einige tolle Möglichkeiten, mit denen Sie auf einen eigenen Kräutergarten nicht verzichten müssen. Finden Sie ein geeignetes Plätzchen auf einer Fensterbank, Wand oder sogar an der Decke und genießen Sie regelmäßig Ihre hauseigenen Kräuter.

Auch im Innenbereich sollte darauf geachtet werden, dass die Grünpflanzen ausreichend gewässert werden. Jede Kräuterpflanzenart hat jedoch andere Vorlieben gegenüber der Pflege. Beispielsweise ziehen mediterrane Kräuter, wie Thymian, Rosmarin oder Oregano, trockene Gebiete vor und lassen sich auch trotz wenig Bewässerung  nicht in ihrem Wachstum stören. Anders sieht es allerdings bei den sogenannten Salatkräutern, also z.B. Dill, Schnittlauch und Petersilie aus, da diese Kräuter feuchte und gehaltvolle Erde bevorzugen. Regelmäßiges Gießen ist für eine lange Lebensdauer deshalb ein Muss! Die allseits beliebte Basilikumpflanze ist allerdings eine Ausnahme unter der Kräuterpflanzen, da sie es bevorzugt, regelmäßig feucht und warm gehalten zu werden, allerdings nicht gerne in direkter Sonneneinstrahlung steht.

3. Der Klassiker: Kräutergarten im eigenen Garten

Wer den Luxus eines eigenen Gartens hat, muss sich beim Anlegen eines Kräuterbeets nicht ganz so viele Gedanken machen. Die naheliegendste Möglichkeit für Gartenbesitzer: Der herkömmliche Kräutergarten. Dafür muss nur ein wenig Platz gefunden werden und egal, ob in einem großflächigen Beet, am Rande eines Gartenweges, in großen oder kleinen Kübeln, einer Kräuterspirale, in eckiger oder runder Form, dem Anlegen eines Kräutergartens sind kaum Grenzen gesetzt. Findlinge, Bruchsteine, Klinker oder Dachziegel können je nach Region als originelle Begrenzung des Beets oder des Gehwegs genutzt werden.  Auch hier sollten Sie darauf achten, den geeignetsten Standort für die jeweilige Pflanzenart zu wählen. Die bereits erwähnten mediterranen Kräuter sollten voller Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein, während fast alle nicht-mediterranen Kräuter im Halbschatten ihr volles Potenzial entfalten können. Die beste Zeit für die Kräuterernte ist an sonnigen Tagen während des frühen Vormittags. Zu diesem Zeitpunkt sind sie besonders frisch und aromatisch. Außerdem sollten verschiedene Kräuterarten getrennt voneinander aufbewahrt werden, um das Mixen der Aromen zu vermeiden.

Ob als frische Gewürze in saisonalen Gerichten, heilende Blätter im Kräutertee, natürlichem Badezusatz im heißen Badewannenwasser nach einem langen Tag oder als hauseigene Arznei bei körperlichem Unwohlsein aller Art: Kräuter sind unschlagbar in ihrer Vielseitigkeit sowie heilenden Wirkung. Einen heimischen Kräutergarten anzulegen bedarf nicht immer einen eigenen Garten oder dem Talent zum Gärtnern. Nutzen Sie Ihre vorhandenen Ressourcen und genießen Sie schon bald die Vielfalt selbst geernteter Kräuter!