Kaffee: Filterkaffee, Instantkaffee oder Kaffeekapseln?

Wir Deutschen sind mit jährlichen 149 Litern pro Kopf fleißige Kaffeetrinker. In vielen Haushalten finden sich entweder altbewährte Filterkaffeemaschinen oder Maschinen für Kaffeekapseln. Und wer diese nicht hat, greift gern zu dem einfach hergestellten Instantkaffee. Doch welcher Kaffee ist am besten? Welcher ist am umweltfreundlichsten? Wir zeigen dir nachfolgend alle Vor- und Nachteile der verschiedenen Zubereitungsmöglichkeiten.

Kaffeekapseln

Die Kaffeekapsel sind eine eher neuere Erscheinung, welche sich jedoch bereits in vielen Haushalten erfolgreich etabliert hat. Und das ist sehr nachvollziehbar, bedenkt man die einfache und schnelle Handhabung: Man hat die Augen morgens noch nicht ganz auf, sucht sich anhand der farblich gekennzeichneten Kapseln die richtige Stärke und das gewünschte Aroma aus und wirft die auserwählte Kapsel dann einfach in die Kaffeemaschine. Im Handumdrehen riecht man das wohltuende Kaffeearoma in der Küche. Selbst diejenigen unter uns, die die Kunst des Kaffeekochens nicht beherrschen, können hier nichts falsch machen.

Doch die einfache Handhabung hat einen hohen Preis – nicht nur für den eigenen Geldbeutel, sondern auch für die Umwelt. Der Müll, welcher sich durch Kaffeekapseln in Deutschland anhäuft, kann einem die Kinnlade runterfallen lassen: 5000 Tonnen Müll sammeln sich jährlich ausschließlich aufgrund der Kaffeekapseln an – das sind unglaubliche 3 Milliarden Kaffeekapseln. Bedenkt man, dass Kaffeekapseln aus Kunststoff und Aluminium hergestellt werden, sollte diese Zahl einem sehr zu denken geben. In der Schweiz gibt es mittlerweile spezielle Recycling-Optionen für die dort ebenfalls beliebte Kaffeekapsel. In Deutschland gibt es diese Möglichkeit bisher leider noch nicht. Doch nicht nur die Entsorgung der Kaffeekapsel ist problematisch, sondern auch deren Herstellung. Diese ist sehr energieintensiv und wirkt sich somit ebenfalls negativ auf die Umweltbilanz der Kaffeekapsel aus.

Zusätzlich zu den hohen Kosten, die die Umwelt für den Gebrauch der Kaffeekapseln zahlt, musst auch du tief in den Geldbeutel greifen, da die Kapseln recht teuer sind.

Instantkaffee

Instantkaffee wurde aus der Not geboren: Seinerseits hatte Nestle riesige Mengen an Kaffee in Brasilien gelagert und suchte nach einer Möglichkeit, diesen mit hoher Lagerfähigkeit besser vermarkten zu können. Nach einigen Jahren an Forschungsarbeit wurde der Instantkaffee dann in 1938 von der Schweizer Firma Nestle auf den Markt gebracht. Bereits zwei Jahre später war der Instantkaffee dann in 30 Ländern weltweit verfügbar. Mittlerweile werden weltweit laut Nestle rund 5500 Tassen Nescafe pro Sekunde getrunken. Insgesamt ist somit der getrocknete und anschließend granulierte oder pulverisierte Röstkaffee in Trockenextraktform beliebter als herkömmlicher Filterkaffee. Die Zubereitung des Instantkaffees ist einfach und simpel und man erhält, solange man bei dessen Zusammensetzung darauf achtet, dass dieser keinen Zucker, Aromen oder Stabilisatoren enthält, einen sehr zufriedenstellendes Endprodukt. Neben den möglichen schwarzen Schafen auf der Inhaltsstoffliste gibt es noch einen weiteren potentiellen Minuspunkt: Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, der sollte beim Einkauf des Instantkaffees darauf achten, dass dieser nicht in einzelnen kleinen Tütchen eingepackt ist. Zwar sichert diese Methode einen vollen Geschmack, jedoch sammelt sich so schnell viel Müll an.

Filterkaffee

Wer Filterkaffee trinkt, der kann den benötigten Kaffee vorgemahlen oder als ganze Bohnen kaufen – und tut dabei noch der Umwelt etwas Gutes! Denn Kaffeebohnen lassen sich in Unverpackt-Läden kaufen, wo sie in Mehrwegbehälter gefüllt werden können – so spart man unnötige Verpackung ein. Auf Nachfrage sollte dies ebenfalls in kleineren Kaffeeläden möglich sein, wo die Bohnen vor Ort gemahlen werden.

Die Benutzung der Kaffeefiltermaschine kann man dann auch noch mal umweltfreundlicher gestalten, indem man Dauerkaffeefilter benutzt anstelle von Einwegfiltern. Da bei dieser Art der Kaffeeherstellung nur der Kaffeesatz zurückbleibt, ist dies wesentlich umweltfreundlicher als Kaffeekapseln oder gar Instantkaffee. Und selbst der anfallende Kaffeesatz lässt sich dann noch kompostieren!

Sobald man den Dreh raus hat mit der Dosierung, kann der Filterkaffee dann auch geschmacklich punkten. Ansonsten kann hier auch ein Kaffeevollautomat Abhilfe schaffen – eine teure Anschaffung, welche sich jedoch lohnt! Die Bohnen werden direkt vor dem Brühen des Kaffees frisch gemahlen, was für ein kräftiges Aroma sorgt. Einsteigermodelle sind mittlerweile für rund 250 Euro erhältlich. Möchte man jedoch ein besseres Modell mit vielen Einstellungsmöglichkeiten, Milchschäumer und anderem Pipapo haben, sollte man rund 1000 Euro einplanen.

Fazit

Die Kaffeekapsel besticht mit einfacher, schneller Handhabung und einem stabilen Aroma. Aufgrund der Energiekosten, welche für die Herstellung sowohl als auch den anschließenden Entsorgungsprozess anfallen, ist die Umweltbilanz der Kaffeekapseln jedoch sehr schlecht. Ebenso lässt sich hier der Kaffeesatz nicht kompostieren, da sich dieser nach der Verwendung immer noch in den Kaffeekapseln befindet. Die Anschaffungskosten sind mit 31-37 Cent pro Tasse außerdem sehr teuer.

Instantkaffee ist mit rund 9 Cent pro Tasse sehr günstig und verspricht einen soliden Geschmack. Die Umweltbilanz ist hier abhängig von der Verpackung des Kaffees. Ebenso muss man etwas genauer auf die Inhaltsstoffliste achten, da sich hier schnell mal unbemerkt unbeliebte Zusatzstoffe einschleichen können.

Filterkaffee kommt mit rund 6 Cent pro Tasse am günstigsten weg. Ebenso besticht dieser mit seiner Umweltfreundlichkeit und seinem Geschmack. Der Kaffeevollautomat überzeugt neben seinem Geschmack und seiner Umweltfreundlichkeit noch mit seiner Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten. Jedoch können hier die Kosten pro Tasse etwas höher ausfallen, welches überwiegend von dem Anschaffungspreis der Maschine abhängt.

Insgesamt entscheiden wir uns für den Filterkaffee als Gewinner. Aufgrund seiner Umweltfreundlichkeit, dessen Anschaffungspreis und seinem Geschmack ist der Filterkaffee ganz klar Nummer 1! Die Kaffeekapsel ist wiederum unser klarer Verlierer, da wir diesen Abfallwahn einfach nicht unterstützen können und diese darüber hinaus auch noch unverhältnismäßig teuer abschneidet.