Herbstzeit ist Kürbiszeit

Leider neigt sich die Sommerzeit in Deutschland dem Ende zu. Beim Einkaufen im Supermarkt findet man nun schon Weihnachtsnaschereien. Dass das Sortiment  in unseren Geschäften schnurstracks zu Lebkuchen und Plätzchen übergeht, macht mich etwas traurig, denn die Herbstzeit hat etwas ganz besonderes zu bieten: Kürbisse und Halloween! Lass Dich nachfolgend inspirieren, wieso der Oktober einer der schönsten Monate des Jahres ist.

Wenn sich die Blätter orange-rot verfärben, der Herbstwind durch die Baumkronen weht und die Temperaturen sinken, gibt es nichts schöneres als ein Stückchen Kürbiskuchen zu essen, während man in seiner gemütlichen Wohnung an einem warmen Chai-Tee nippt. Der Herbst ist dank Halloween, Kürbisschnitzen, und Kürbiskuchen meine liebste Jahreszeit. Während sich der Einzelhandel in anderen Ländern, wie beispielsweise in den USA, darauf eingestellt hat, dass man sich im Oktober ausgiebig auf Halloween vorbereiten und die Herbstzeit mit traditionellen Gerichten und herbstlichen Dekorationen genießen möchte, hat sich dies in Deutschland leider noch nicht etabliert. Doch jene unter uns, welche sich davon nicht entmutigen lassen, können zu Hause dennoch ausgiebig den herbstlichen Oktober-Monat zelebrieren. 

Kürbis schnitzen

Die wohl traditionellste Tätigkeit für den Herbst ist das Kürbisschnitzen. Die Kürbisse mit den hässlichen Fratzen, welche mittlerweile oft durch niedliche Gesichter ersetzt werden, gehen ursprünglich auf einen keltischen Brauch zurück: Die mit Kerzen erleuchteten eingeschnitzten Gesichter, für welche in Irland damals noch Rüben und gar große Kartoffeln verwendet wurden, sollten böse Geister von dem eigenen Grundstück bzw. Haus verjagen. 

Der Ursprung, diese Jack O’Lantern zu nennen, soll auf eine irische Legende zurückgehen, welcher zufolge nach, ein Bauer namens Stingy Jack einen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben soll. Aufgrund der von ihm ausgeübten Sünden, forderte Stingy Jack, dass der Teufel nach dessen Tod nicht seine Seele einfordern würde. Zuvor hatte Stingy Jack den Teufel mehrmals ausgetrickst, damit Stingy Jack nicht von diesem belästigt wird. So soll er beispielsweise den Teufel in ein Baumloch gelockt haben, woraufhin Stingy Jack das Baumloch mit mehreren Kreuzen versah, was den Teufel daran hinderte, das Baumloch zu verlassen. Um freizukommen, musste der Teufel gegenüber Stingy Jack schwören, dass dieser ihn 10 Jahre lang in Ruhe lässt. Nach dem Tod von Stingy Jack wurde ihm aufgrund seiner zwiespältigen Abmachungen mit dem Teufel der Zugang zum Himmel verwehrt. Aufgrund seines Pakts mit dem Teufel, konnte dieser jedoch auch nicht in die Hölle gelangen. Der Legende nach, musste daraufhin Stingy Jacks Geist auf der Erde verweilen, wo er mit einem brennenden Stückchen Kohle bis zum Ende der Zeit durch die Nacht umherziehen muss. Stingy Jack steckte die brennende Kohle dann in eine ausgeschnitze Rübe, woraufhin die Iren diese “Jack of the Lantern”  nannten. Später ergab sich die heutzutage immer noch verwendete Bezeichnung “Jack O’Lantern”.

Der Brauch wurde von irischen Immigranten mit in die USA gebracht. Dort wurde der Brauch auf die im Land beliebten Kürbisse ausgeweitet. Mittlerweile ist Halloween in den USA eine landesweite Tradition, welche mit Kürbisschnitzen, Geisterhäusern und gruseligen Maisfeldlabyrinths sowie Kindern, welche für Trick-or-Treat durch die Straßen ziehen, gefeiert wird. Ebenso ist es Tradition, dass eigene Zuhause mitsamt des eventuell vorhandenen Vorgartens zu dekorieren. Einige Beispiele der aufwendigen Dekorationen kann man auf Patch.com ersehen. 

Das Kürbisschnitzen selbst ist eine sehr unterhaltsame Tätigkeit, die man entweder mit seinen Freunden oder seiner Familie vornehmen kann. Sollten kleine Kinder mithelfen wollen, ist hier etwas Vorsicht geboten, denn die benötigten Schnitzwerkzeuge können entsprechend scharf sein. Um mit dem Schnitzen anfangen zu können, bedarf es lediglich eines schönen Kürbisses, das zuvor erwähnte Schnitzwerkzeug und ein paar gute Ideen für das gewünschte Motiv. Für Letzteres kann man sich online selbstverständlich Ideen einholen. 

Sollen die Kürbislaternen zu Halloween erleuchtet sein, empfiehlt es sich, nicht allzu früh mit dem Schnitzen anzufangen, da -je nach Temperatur im Oktober- der Kürbis recht schnell in sich zusammenfallen kann. Insbesondere dünnere Schnitzereien, wie beispielsweise die zierlichen Spinnenärmchen auf dem nachfolgenden Bild, verformen sich sehr schnell und müssen ggf. mit Zahnstocher unterstützt werden, damit diese ihre Form beibehalten.

Vor einigen Jahren hatten eine Freundin und ich unsere Kürbisse mit der Grinsekatze und Oggie-Boogie (The Nightmare Before Christmas) verziert:

Kürbiskuchen

Wer gerne ganz traditionell einen Kürbiskuchen backen möchte, wie er in den USA gegessen wird, der kann dies zu Hause ohne viel Aufwand tun. Am einfachsten ist es, hierzu einen amerikanischen Graham-Cracker-Kuchenboden und Kürbispüree zu bestellen. Diese sind der Hauptbestandteil und es werden nur wenige zusätzliche Zutaten benötigt, wie beispielsweise gemahlener Ingwer, Zimt sowie Muskatnuss. 

Zutaten:

Füllung:

  • 1 Dose Kürbispüree
  • 1 Dose süße Kondensmilch
  • 2 große Eier
  • 1 Teelöffel gemahlener Zimt
  • ½ Teelöffel gemahlener Ingwer
  • ½ Teelöffel gemahlene Muskatnuss
  • ½ Teelöffel Salz

Kuchenboden:

Zubereitung: 

Vermische alle Zutaten für die Füllung gründlich miteinander in einer Schüssel, während der Ofen auf ca. 220 Grad Celsius vorheizt. Fülle die Mischung anschließend in den Graham-Cracker-Kuchenboden. Backe den Kuchen zuerst für rund 20 Minuten bei 220 Grad Celsius. Reduziere anschließend die Temperatur auf ca. 175 Grad Celsius und backe den Kuchen für weitere 40 Minuten. Der Kuchen ist fertig, wenn du ein Messer in die Füllung stechen kannst, ohne dass die Füllung am Messer kleben bleibt. 

Wie du siehst, ist das Rezept echt einfach und schnell zubereitet! Wer gerne backt, kann den Graham-Cracker-Kuchenboden natürlich auch selbst herstellen. Wem das jedoch zu aufwendig ist, der ist mit einem fertigen Kuchenboden an der richtigen Adresse. 

Fazit

Der Herbst ist dank des Blattwechsels, der orange-roten Töne, Kürbissen und Halloween eine ganz spezielle Jahreszeit. Ich hoffe, Dich mit meiner Vorliebe für diese Jahreszeit etwas angesteckt zu haben.