Gewohnheiten

Gewohnheiten erleichtern unser Leben in vieler Hinsicht; ob beim Autofahren, beim Schreiben oder Zähneputzen, wir treffen Entscheidungen oftmals unbewusst und automatisiert.
Gerald Zaltman der Harvard Universität hat herausgefunden, dass 95% unser täglichen Entscheidungen gar nicht bewusst getroffen werden. Man schaltet quasi den Autopilot ein. 
Das LebeJetzt Team hat sich informiert, wie Gewohnheiten eigentlich funktionieren und wie Du neue, bewusste Abläufe in deinen Alltag etablieren kannst.

Gewohnheiten

Müsste unser Gehirn über alle Entscheidungen bewusst nachdenken, die wir am Tag treffen, wäre es schlicht und einfach überfordert. “Laufe ich mit dem rechten oder linken Bein los, erst kuppeln, schalten oder bremsen”? Durch automatisierte Gewohnheiten spart unser Gehirn also Energie. 

Um zu beschreiben wie neue Abläufe zu einer Gewohnheit werden, ist es wichtig zu definieren was eine Gewohnheit eigentlich ist. Laut dem Duden sind Gewohnheiten eine “durch häufige und stete Wiederholung selbstverständlich gewordene Handlung, Haltung, Eigenheit, welche man mechanisch oder unbewusst ausführt”.

Wie funktioniert eigentlich eine Gewohnheit?

Die Basalganglien bestehend aus Kerngebieten des Großhirns, bilden gemeinsam mit dem Di- und Mesencephalons ein neuronales Netzwerk, das regelmäßige Bewegungsabläufe reguliert, über welche wir nicht mehr bewusst nachdenken, wie diese durchzuführen sind. Dieses neuronale Netzwerk reagiert auf bestimmte Auslösereize und setzt die gewohnte Handlung in Gang. 

Neuronale Mechanismen können nicht bewusst kontrolliert werden, so dass sich automatisierte Gewohnheiten nur schwer unterbrechen lassen. Auch die Abgewöhnung fällt schwer.

Gewohnheiten

Bestandteile einer Gewohnheit

Einen bestimmten Ablauf lernt man bei einer kontinuierlichen Wiederholung. Das Gehirn prägt sich dieses Muster ein und somit wird der Prozess automatisiert.
In dem Buch “The Power of Habit” wird zusammengefasst welche Faktoren bei der Entstehung einer Gewohnheit eine Rolle spielen:

Lust: Der Grund oder der Auslöser, warum man beispielsweise zum Kaffee oder zum Handy greift. Das kann eine bestimmte Uhrzeit, ein Ereignis, ein Gefühl, aber auch Visuelle Eindrücke oder Geräusche sein.

Belohnung: Die Belohnung ist der eigentliche Grund, warum sich Gewohnheiten manifestieren und zu Automatismen werden. Die Ausschüttung des Botenstoffs Dopamin im Gehirn löst einen Belohnungseffekt aus, deshalb vergleicht man Gewohnheiten auch mit einer Sucht.
Man unterscheidet auch zwischen kurzfristigen und langfristigen Belohnungen. Wie der Name schon sagt, treten kurzfristige Belohnungen sofort ein und haben daher einen stärkeren Effekt in Bezug auf die Gewohnheit.

Routine: Die regelmäßige Wiederholung einer bestimmten Handlung oder ein typisches Verhaltensmuster: Zum Beispiel der Kaffee nach dem Aufwachen, der Blick auf das Handy bei einer neuen Nachricht.
Man könnte auch sagen Auslöser X führt zu Routine X.

“Schlechte” Gewohnheiten sind schneller in unserem Alltag integriert, als “gute” Gewohnheiten. Unpünktlichkeit, Rauchen in der Mittagspause, Schokolade oder ein Glas Wein nach einem anstrengenden Tag, sind Gewohnheiten welche sich schnell in den Alltag integrieren lassen und schwer sind, wieder loszuwerden. 

Gute Gewohnheiten in den Alltag zu etablieren ist hingegen etwas schwieriger. Für Erfolge im Sport, beim Abnehmen oder im Job braucht man Geduld und Durchhaltevermögen, damit sich diese letztendlich auszahlen.
Laut Experten dauert es durchschnittlich rund 66 Tage um ein neues Verhalten zu automatisieren.
Zudem spielen die Umstände sowie das Verhalten jedes Einzelnen eine Rolle, wie lange es dauert, neue Gewohnheiten zu bilden.

Gewohnheiten

Fazit

Ungefähr 95% unser Entscheidungen erreichen gar nicht erst unser Bewusstsein. Während des Alltags setzt der sogenannte Autopilot ein, welcher Entscheidungen trifft, ohne aktiv darüber nachzudenken.
Eine Gewohnheit besteht aus drei Bestandteilen: Die Lust oder die Motivation der Handlung. Die Belohnung und damit der eigentliche Grund weshalb sich Gewohnheiten überhaupt manifestieren, und die Routine die daraus resultiert. Um neue Verhalten zu etablieren, dauert es durchschnittlich zwei Monate, abhängig von der Person und der Situation, in welcher jene/r sich befindet.