Eine vierbeinige Auszeit

Wir haben für Euch mit Aileen gesprochen. Aileen sitzt seit ihrem sechsten Lebensjahr im Sattel und widmet ihre Zeit – neben den Besuchen im Stall – dem Blog pferdetrends. Dort präsentiert sie verschiedene Pferde- und Reiteroutfit und teilt nützliche Informationen rund um das Thema Pferd. Auf LebeJetzt berichtet sie über ihre Verbindung zum Reitsport und zu ihrem Pferd Monty. 

Jeder Reiter kennt diese eine Frage: Was findest du überhaupt an deinem Hobby? Fragt man mich dies als passionierte Reiterin, so muss ich erst mal überlegen. Nicht, weil ich nicht weiß warum es mir gut tut, sondern weil mir 100 Sachen einfallen, die dafür sorgen, dass ich Pferdebesitzerin bin und fast täglich im Sattel sitze. Wo fange ich da also an?

Den Alltag vergessen

Für mich bedeutet der Besuch bei meinem Pferd, dass es Zeit ist, abzuschalten. Nach einem stressigen Tag im Büro muss ich meinen Joballtag hinter mir lassen. Tue ich dies nicht, zeigt mir mein Partner Pferd ziemlich deutlich, was er von meiner Anspannung hält. Beim Putzen wird in die Jacke gezwickt, beim Reiten die Arbeit verweigert. Rundum: Es klappt einfach nichts! Habe ich einen schlechten Tag im Büro und bringe schlechte Laune mit in den Stall, brauche ich mich gar nicht in den Sattel zu schwingen. Es wäre meinem Pferd gegenüber nicht fair. Im Umkehrschluss lerne ich, meine Laune im Griff zu behalten. Lasse ich meinen Joballtag Joballtag sein und konzentriere mich auf meinen Vierbeiner, honoriert er dies mit der gleichen Entspannung, die ich ihm entgegen bringe und plötzlich klappen Lektionen wie am Schnürchen. Mir geht das Herz auf, wenn mein Pferd mich anbrummelt, sobald ich in seine Sichtweite komme und das ist bereits der Moment, indem ich meinen Alltag vergesse und das klappt an 95 % aller Tage.

Vertrauen

Nichts funktioniert ohne Vertrauen: Das ist in der zwischenmenschlichen Partnerschaft so und gleiches gilt für die Partnerschaft zwischen Mensch und Pferd. Vertraue ich meinem Pferd nicht, vertraut es mir nicht. Vertrauen kommt nicht über Nacht, sondern entwickelt sich über die gemeinsame Zeit und die gemeinsamen Erlebnisse. Beim Pferd gilt: Hat es dir einmal sein Vertrauen geschenkt, bleibt es dabei – es sei denn, du machst es kaputt.

Sport

Für mich ist mein Hobby mein Sport. Beim Reiten werden Muskeln beansprucht, die in anderen Sportarten nicht aktiv werden. Jeder Reiter kennt wohl den Spruch: Reiten ist doch kein Sport. Du sitzt doch nur da und lässt das Pferd die ganze Arbeit machen! Bereits im Schritt, der langsamsten Gangart, sendet das Pferd Schwingimpulse aus, die über das Becken aufgenommen werden, ehe sie, über den Rumpf und die Wirbelsäule, bei den Gliedmaßen und dem Kopf landen. Körperspannung ist das A und O, auch hier werden Arm-, Bauch- und Beinmuskeln beansprucht. Habe ich keine Körperspannung, kann ich keine präzisen Hilfen geben. Und eine Stunde angespannte Bauchmuskeln fördern früher oder später auch ein Sixpack zu Tage.

Spaß

Für mich bedeutet mein Hobby neben Sport auch Spaß. Spaß daran die Zeit mit meinem Pferd zu verbringen, es dabei zu beobachten, wie es auf spezielle Art und Weise in seinem Heu gräbt, weil es bekanntermaßen unten besser schmeckt als oben, und es danach ins Wasser tunkt. Ich liebe es mit meinem Pferd gemütlich durchs Gelände zu reiten und einen Galopp übers Stoppelfeld hinzulegen. Wir haben gemeinsam Spaß an dem was wir tun. Mein Pferd zeigt seinen Spaß dann gerne mit einem grunzenden Bocksprung.

Für mich ist mein Pferd und der Reitsport, Hobby, Passion und Leidenschaft in einem. Es ist meine Verantwortung, dass es meinem Pferd gut tut. Im Gegenzug schenkt es mir unfassbar viel Liebe und schöne Stunden, die ich nicht missen möchte. Daher: Einmal Reiter, immer Reiter!