DIY – natürliches Deodorant selbst herstellen

Deo-Roller, -Spray, -Kristall oder Creme-Stick… Deodorants gibt es heutzutage in vielen verschiedenen Formen. Doch sie alle dienen einem gemeinsamen Zweck: Ein langanhaltender Schutz gegen den unangenehmen Müffelgeruch und unansehnliche Schweißflecken. Doch handelsübliche Deodorants haben noch eine weitere Gemeinsamkeit: Schädliche und gesundheitsbedenkliche Inhaltsstoffe. Wir erklären dir, welche Inhaltsstoffe sich negativ auf deine Gesundheit auswirken können und wie du dir eine natürliche Alternative ganz einfach zuhause selbst herstellen kannst.

Körperhygiene ist heutzutage ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags. Ohne diese kann es zu heiklen Situationen im Berufs- und Privatleben kommen. Daher benutzen die meisten Menschen handelsübliche Deodorants, welche dem unangenehmen Körperduft und Schweiß ein Ende bereiten sollen. Dabei wird jedoch oft nicht auf die Inhaltsstoffe geachtet. Selbst wenn man sich diese durchliest, weiß man oft nicht wirklich, welche Inhaltsstoffe tatsächlich bedenklich sind. Und so trägt man sich diese tagtäglich auf seine Haut auf, ohne sich weiter Gedanken darüber zu machen. Es sollte einem jedoch bewusst sein, dass die Haut unser größtes Organ ist und, vor allem nach dem Rasieren unter den Armen, Inhaltsstoffe über diese in unseren Körper, unsere Organe und sogar in unser Erbmaterial gelangen können.

Nach welchen Inhaltsstoffen sollte man also Ausschau halten?

Die folgenden Inhaltsstoffe können oft in handelsüblichen Deodorants gefunden werden und deine Gesundheit negativ beeinträchtigen. Somit sollten diese nach Möglichkeit vermieden werden.

Aluminium: Zu finden ist Aluminum auf der Inhaltsstoffliste oft als Aluminium-Chloralhydrat, Aluminium-Zirkonium oder Tretrachlorhydrex Gly. Im Deodorant sorgt dieses für die gewünschte schweisshemmende Wirkung, die wir uns alle von unserem Deodorant wünschen. Aluminum sorgt für weniger Schweißbildung, indem es zum einen die Haut und die darin enthaltenen Schweißdrüsen zusammenzieht sowie zum anderen durch die Bildung eines Aluminium-Protein Komplexes, welcher mit seiner gelartigen Konsistenz die Schweißkanäle blockiert. Aluminium hat jedoch besonders bedenkliche Folgen für unsere Gesundheit: So gilt es als reproduktionstoxisch sowie nervenschädigend und steht im Verdacht Alzheimer und Brustkrebs zu begünstigen. Die reproduktionstoxische Wirkung kann Auswirkungen auf Fruchtbarkeit und bei Schwangerschaft auf das ungeborene Kind haben. Des Weiteren können Schweißdrüsen verstopfen, was wiederum zu einem eventuellen Schweisstau führen kann sowie zu Hautirritationen und Juckreiz.

Parabene: Parabene sind synthetische Konservierungsstoffe, welche eine antibakterielle Wirkung haben. Im Körper können diese wie Hormone wirken, da Parabene Östrogen nachahmen. Aufgrund dessen stehen Parabene seit längerem im Kreuzfeuer, da diese laut Studien eine begünstigende Rolle in hormonbedingten Krebsarten spielen können, beispielsweise bei Brustkrebs. Weitere Langzeitfolgen, welche mit Parabenen in Verbindung gebracht werden, sind Unfruchtbarkeit, verfrühte Pubertät, Alzheimer und Diabetes.

Duftstoffe: Duftstoffe werden verwendet, um den unerwünschten Schweißgeruch zu überdecken. Jedoch können Duftstoffe Allergien auslösen. Besonders bedenklich sind synthetische Duftstoffe, wie beispielsweise nitro- und polyzyklische Moschusverbindungen. Da natürlicher Moschus zu teuer wäre, um diesen zu Kosmetika, Deodorants oder gar Parfum, Raumsprays und Reinigungsmitteln hinzuzufügen, wird synthetischer Moschus verwendet. Dieser ist in unserer Umwelt nur schwer abbaubar und sammelt sich in tierischen und menschlichen Fettgeweben an. Im Körper können diese folglich das Erbgut verändern sowie krebserregend sein. Des Weiteren können sich die schädlichen Moschusverbindungen in der Muttermilch ansammeln und stellen somit eine gesundheitliche Gefahr für Kind und Mutter dar.

Triclosan: Triclosan hat eine antibakterielle Wirkung. Jedoch tötet Triclosan nicht nur die bösen, sondern auch die guten Bakterien ab. Dies kann langfristig die Hautflora schädigen. Weitere negative Auswirkungen von Triclosan sind eventuelle Hautreizungen, Kontaktdermatitis und im schlimmsten Fall Bakterienresistenz.

Petrochemikalien: Petrochemikalien werden in Kosmetika und Deodorants als Emulgatoren eingesetzt, welche dafür sorgen, dass sich deren Wasser- und Fettbestandteile miteinander verbinden. Gesundheitlich sind diese jedoch bedenklich, da sie die Haut für schädliche Stoffe durchlässiger machen können und gegebenenfalls sogar Spuren von krebserregenden Stoffen beinhalten können. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vermutet, dass sich diese im Körper ansammeln und infolgedessen Schäden an Leber, Niere und sogar Herzklappen auslösen können.

Vorsicht ist geboten mit Antitranspirante

Besonders Aluminum befindet sich heutzutage in fast allen handelsüblichen Deodorants, da diese üblicherweise eine antitranspirante Wirkung haben. Wer Aluminum vermeiden möchte, sollte dementsprechend nicht nach Produkten greifen, welche mit dem Aufdruck “Antitranspirant/Antiperspirant” werben. Ebenso ist von Deodorants mit “48-Stunden Schutz” Abstand zu halten, denn dies ist nur mit Aluminum erzielbar. Vorsicht ist ebenfalls bei den als gesünder-beworbenen Deo-Kristallen geboten, da diese ebenfalls Aluminum enthalten können, allerdings in Form von sogenanntem Ammonium Alum.

Die Alternative: Natürliches Deodorant selber herstellen

Wem das Durchlesen der kleingedruckten Inhaltsstoffe auf unzähligen handelsüblichen Deodorants zu mühselig ist, sich aber trotzdem gerne von den bedenklichen Inhaltsstoffen fernhalten möchte, für den gibt es eine ausgezeichnete Lösung: Natürliches Deodorant. Dieses kann man mittlerweile in einigen Drogerien erhalten oder noch besser, sicherer und ergiebiger: Zu Hause ganz einfach selber herstellen.

Die Zutatenliste

Die eigene Herstellung eines natürlichen Deodorants gelingt ganz einfach und schnell mit den nachfolgenden Zutaten:

  • 45 mL organisches, unraffiniertes Kokosöl

          Warum Kokosöl? Kokosöl hat eine antibakterielle Wirkung und der Schmelzpunkt liegt bei etwa 27

          Grad Celsius, dies sorgt somit für eine cremige Konsistenz bei Zimmertemperatur sowie einfachem Auftragen 

          auf die Haut.

  • 45 mL Backnatron

          Warum Backnatron? Backnatron neutralisiert Gerüche und absorbiert Schweiß.

  • 30 mL organische, unraffinierte Shea Butter

          Warum Shea Butter? Shea Butter ist reich an Vitamin A und E und wirkt sowohl pflegend als auch

          beruhigend auf die Haut.

  • 30 mL Pfeilwurzmehl oder organische Maisstärke

          Warum Pfeilwurzmehl? Pfeilwurzmehl absorbiert Talg und Öle. Des Weiteren fördert es die natürlichen

          Heilungsprozesse der Haut.

  • 10 – 25 Tropfen ätherisches Öl

          Warum ätherisches Öl? Für den guten Geruch! Die Menge des ätherischen Öls richtet sich nach

          persönlicher Vorliebe in Hinsicht der Intensität der Duftstärke. Hier gilt zu beachten:

          Während ätherisches Öl vollkommen natürlich ist, werden Duftöle synthetisch hergestellt und

          somit ist von dem Gebrauch solcher in einem natürlichen Deodorant abzuraten.

Anleitung

  1. Schmelze die Sheabutter und das Kokosöl auf mittlerer Hitze (oder in der Mikrowelle) in einem dafür vorgesehenen Glasbehälter in einem Wasserbad
  2. Entferne diese vorsichtig von der Herdplatte oder der Mikrowelle (Achtung beim Anfassen des Behälters: Dieser könnte heiß sein!) und füge das Backnatron und Pfeilwurzmehl hinzu.
  3. Vermische diese gut miteinander.
  4. Füge das Duftöl deiner Wahl hinzu.
  5. Vermische nochmals alles gut miteinander.
  6. Auskühlen lassen – dies kann einige Stunden dauern.
  7. Zur Anwendung kann man sich anschließend eine beliebige Menge des Deodorants mit dem Finger aus seinem Glas nehmen. Aufgrund des niedrigen Schmelzpunkts von Kokosöl sollte dies einfach gelingen und, sobald in Kontakt mit Körperwärme, problemlos unter den Armen verreiben lassen.

Hinweis

  • Nach dem Rasieren unter den Armen sollte einige Minuten gewartet werden, bis das natürliche Deodorant aufgetragen wird.
  • Ebenso sollte man vor dem Anziehen seiner Kleidung warten, bis das Deodorant in die Haut eingezogen ist. Besonders bei schwarzer Kleidung könnten ansonsten helle Abdrücke entstehen.
  • Einige Menschen reagieren empfindlich auf Backnatron. Man kann das Rezept dementsprechend anpassen, indem man die Menge des Backnatron reduziert oder dieses im Zweifelsfall komplett weglässt.

Fazit

Es gibt viele gute Gründe auf ein natürliches Deodorant umzusteigen. Stellt man dieses selbst her, bringt dies noch weitere Vorteile mit sich: So kann man die Rezeptur seinen individuellen Bedürfnissen anpassen, seine Lieblingsduftnote benutzen und man weiß genau, welche Inhaltsstoffe sich in seinem Deodorant befinden. Die Herstellung erfolgt nach erstmaligem Experimentieren recht schnell und unkompliziert. Der einzige Nachteil, den ein natürliches Deodorant mit sich bringen könnte, ist eine eventuelle Umgewöhnungs- und Umstellungszeit. Da jeder Körper unterschiedlich auf die Umstellung reagiert, kann es bis zu zwei Wochen dauern, bis sich der Körper von dem bis dahin aufgenommenen Chemiecocktail befreit hat. In dieser Zeit kann es zu einem etwas unangenehmen Duft kommen. Hier gilt: Durchhalten lohnt sich! Anschließend wirkt ein natürliches Deodorant genauso gut wie handelsübliche Produkte.