Digital Detox – Die digitale Entgiftungskur

Für viele ist es mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, dass man 24/7 erreichbar ist, sei es via Handy, E-Mail oder soziale Medien. Selbst im Urlaub schaut man oftmals auf das Smartphone, sei es freiwillig oder weil der Kollege, der Chef oder gar man selbst das Wort “Urlaub” dann doch nicht so genau nimmt. Ein “Digitaler Detox” erfreut sich immer größerer Beliebtheit, denn inzwischen wird “offline sein” als Luxus angesehen. Erfahre alles rund um die digitale Entgiftungskur.

Physiologische und psychologische Probleme

Es wird vermutet, dass sich dank unseres permanenten Schauen nach unten, in Richtung des Handys, die Schädelstruktur verändert und somit zu einem sogenannten “Handyhorn” führen kann. Ein Handyhorn ist eine Veränderung am Kopfknochen des Hinterkopfes, welche einem Horn ähnelt. Hiervon sind vor allem jüngere Menschen betroffen. Ein anderes physiologisches Problem, welches mit der dauerhaften Nutzung des Smartphones einhergeht, ist der sogenannte “Handydaumen”, eine Art Sehnenscheidenentzündung des Daumens. Neben physiologischen Problem kann die permanente Nutzung des Smartphones jedoch auch zu mentalen Problemen führen, von Depression und Angstzuständen bis hin zu einem tatsächlichen Suchtverhalten. Forschungen zufolge sind dies keine ersponnenen Einbildungen. Stattdessen scheint es tatsächlich so, dass sich in Personen, welche als handysüchtig eingestuft werden, die Gehirnchemie so verändert, dass diese anfälliger für psychologische Erkrankungen sind. Dies ist insbesondere besorgniserregend für Jugendliche, deren Gehirn sich noch in der Entwicklung befindet und welche extrem viel Zeit an ihrem Smartphone verbringen.

Die digitale Entgiftungskur

Sollte man sich dazu entscheiden, dass es Zeit wird, das Smartphone bewusst zur Seite zu legen und sich eine Auszeit zu gönnen, dann können die nachfolgenden Ideen dabei helfen, dass dies erfolgreich geschieht:

  • Für den Anfang mag es für viele erst einmal interessant sein, zu wissen, wie viel Zeit man tatsächlich mit seinem Smartphone verbringt. Das eigene Verhalten kann man mit gewissen Apps ermitteln und dadurch herausfinden, welche Anwendungen die meiste Zeit fressen. Oftmals sind dies soziale Medien, wie beispielsweise Facebook oder Instagram. Diese Selbsterkenntnis kann dabei helfen, zukünftig die Zeit, welche man mit seinem Smartphone verbringt, entscheidend zu reduzieren, indem man beispielsweise gewisse Anwendungungen komplett von seinem Smartphone löscht oder sich ein wöchentliches kurzes Zeitfenster für diese einplant. 
  • Wer sein Smartphone nicht direkt komplett ausschalten möchte, kann zumindest die Push-Benachrichtigungen abstellen. Diese erscheinen ansonsten mahnend auf dem Bildschirm und verleiten einen dazu, dass Smartphone in die Hand zu nehmen. Benachrichtigungen, welche auf dem Bildschirm zu sehen sind, werden als besonders wichtig empfunden und geben einem das Gefühl, dass man etwas abarbeiten muss. 
  • Der nächste Schritt wäre, das Smartphone einmal bewusst in der Tasche zu lassen, sobald man nach Hause kommt. Wenn man sein Smartphone ständig mit sich herumträgt oder es im Blickfeld liegt, während man anderen Tätigkeiten nachgeht, ist man schnell dazu verleitet, es doch in die Hand zu nehmen. Indem man es aus seinem Sichtfeld verbannt, erlaubt man sich, aufzuatmen und sich vollständig auf andere Tätigkeiten fokussieren zu können. 
  • Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, der kann das Smartphone auch einfach komplett ausschalten, sobald man abends zuhause ist. Die Welt wird nicht untergehen, sollte man sein Smartphone abends ausschalten und erst am nächsten Morgen wieder in Betrieb nehmen. 
  • Eine prima Gelegenheit für einen längeren digitalen Detox ist der Urlaub. Niemand sollte erwarten, dass man während dieser Zeit rund um die Uhr erreichbar ist. Es bietet sich daher an, dass Smartphone für längere Zeit auszuschalten und die Seele ganz ohne Facebook, Instagram & Co. baumeln zu lassen. 
  • Back to the roots: Gerade im Urlaub kann es spannend sein, sich einmal wieder ohne Google Maps und andere Apps zurecht zu finden. Stattdessen kann man sich mit einer Stadtkarte durchschlagen und Einheimische nach dem Weg fragen. So kommt man in Kontakt mit Mitmenschen vor Ort und es kann zu netten Unterhaltungen führen, auch bekannt als Slow Travelling.

Fazit

Kaum eine Erfindung der letzten Jahre hat unser Leben so sehr beeinflusst, wie die des Handys bzw. Smartphones. Es ist oftmals das Letzte, was wir in unserer Hand haben, bevor wir einschlafen und das Erste, wonach wir nach dem Aufwachen greifen. Es ist ein ständiger Begleiter in unserem Alltag. Und wer kennt es mittlerweile nicht: Wenn man sein Smartphone mal zuhause vergessen sollte, fühlt man sich nicht mehr wirklich “komplett”. Schau dich das nächste mal um, wenn du dich in einem öffentlichen Verkehrsmittel befindest: So gut wie alle Köpfe sind nach unten geneigt, fokussiert auf das Smartphone. Vielleicht ein weiterer Grund, das eigene Smartphone einfach mal wegzustecken und aus dem Zug- oder Busfenster zu schauen und das tatsächliche Leben zu beobachten.